Stadt setzt auf Lastenfahrrad-Blitzer

Es gibt nur wenig, das die Deutschen mehr hassen als mobile Blitzer. Die Stadt setzt nun auch ein Lastenfahrrad zur Geschwindigkeitskontrolle ein. Ist das noch nachhaltig oder schon hinterhältig?

Stadt setzt auf Lastenfahrrad-Blitzer

Es reicht beim deutschen Autofahrer nur die Erwähnung des Wortes Tempolimit und schon geht der Puls auf 180. Wenn die Geschwindigkeits-Freiheit angegriffen wird, hört der Spaß auf. Dementsprechend sind auch die gefürchteten Blitzer ein Dorn im Auge jedes passionierten Vehikelbesitzers. Nirgends wird die Blitzer-Melde-Kultur mit so viel Hingabe betrieben wie in der Bundesrepublik.

Tarnung im Trendgefährt

In Augsburg gibt es seit kurzem einen neuen Aufreger auf den Straßen: Für die Stadt ist nun auch ein Lastenfahrrad als mobiler Blitzer unterwegs. Von außen ist es fast nicht von einem normalen Modell des angesagten Gefährts zu unterscheiden, das Messgerät fällt in Kombination mit dem Fahrrad fast nicht auf. Ein Teil der Technik befindet sich in einem grauen Kasten aus Kunststoff auf dem Rad, das Messgerät steht auf einem Stativ hinter dem Fahrrad.

Und warum nun gerade ein Lastenfahrrad? Am Nachhaltigkeitsgedanken liegt es eher weniger. Die Stadt erklärt: Ein Einsatz erfolge nur dann, wenn bei einer Gefahrenstelle die örtlichen baulichen Gegebenheiten eine Messung in einem Kraftfahrzeug nicht zulassen, beispielsweise an Eng- und Baustellen. Eine Tempokontrolle an gerade diesen Orten macht auf jeden Fall Sinn, schließlich soll gerade an solchen Engstellen durch reduziertes Tempo die Gefahren für alle Verkehrsteilnehmer reduziert werden. Außerdem wird vor dem Einsatz im Hinblick auf das Gefahrenpotenzial durch zu schnell fahrende Fahrzeuge erst einmal sorgfältig geprüft, ob Platz- und Verkehrssicherheitsaspekte gegen eine Überwachung mit einem Kraftfahrzeug sprechen.

Too Fast, Too Furious

Hauptargument der Kritiker ist die Tatsache, dass das Fahrrad als Blitzer viel zu schwer erkennbar sei. Juristisch gesehen ist das aber nach Expertenmeinung durchaus zulässig. Schließlich gebe es schon lange Tempokontrollen, bei denen beispielsweise durch die Heckscheibe eines Fahrzeugs gemessen wird – und diese würden von den Gerichten in der Regel nicht beanstandet. Die Situation mit dem Lastenfahrrad sei durchaus vergleichbar. Und jetzt mal ganz ehrlich: Wer sich an die Geschwindigkeitsbegrenzungen hält, hat auch nichts zu befürchten. Also einfach öfter mal das Fuß vom Gas und Nerven schonen ;)

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