AUXperiment: Wie schlimm ist der Corona-Test wirklich?

Man fühlt sich auf einmal krank oder war in einem Risikogebiet unterwegs und nun steht ein Corona-Test an – für viele eine Horror-Vorstellung. Derweil ist das eigentliche Testverfahren ganz harmlos. Wir haben es für euch ausprobiert.

AUXperiment: Wie schlimm ist der Corona-Test wirklich?

Alleine der Gedanke, irgendwann einmal einen Corona-Test machen zu müssen, versetzt viele in Angst und Schrecken. Einige erzählen von schlechten Erfahrungsberichten von Bekannten oder Freunden. Wir wollten wissen, ob der Test wirklich so schlimm ist und haben ihn für euch gemacht.

Erfahrungsbericht: Der Corona-Test

Als ich gefragt wurde, den Test zum Zwecke eines Artikels auszuprobieren, war ich sofort dabei. Angst hatte ich keine. So bin ich morgens mit einer Kollegin zum Messegelände in Augsburg gefahren. Wir hatten uns vorher als Presse angemeldet, ansonsten ist fotografieren oder filmen nicht erlaubt. Wir wurden dort herzlich vom Personal empfangen und uns wurde alles genau erklärt. Dann stellten wir uns hinter den Autos an und warteten, bis ich dran kam. Als es dann soweit war, ging alles ganz schnell: Der Mann mit dem Schutzanzug zückte das Stäbchen und sagte, dass ich den Mund weit aufmachen solle. Gesagt, getan. Da sich die Rachenschleimhaut hinter dem Gaumen befindet, war es ein bisschen unangenehm. Es kratze leicht, aber es war nach knapp zwei Sekunden wieder vorbei. Also alles halb so wild!

Drive-In bei der Messe Augsburg: So funktioniert’s

An manchen Tagen kann es schon mal stressig werden.

Für einen Test müsst ihr euch lediglich vorher anmelden und einen Termin auswählen. Von 13 bis 15 Uhr könnt ihr auch ohne Termin getestet werden. Mitzubringen sind natürlich die Mund-Nasen-Maske sowie die Versichertenkarte und die Terminbestätigung, per Mail oder ausgedruckt. „Das Messegelände dient sozusagen als Drive-In“, erzählt Fridolin Fluhr von der Bäuerle & Co. Ambulanz. Sie und das Gesundheitsamt testen täglich mehrere hundert Leute. An Montagen oder Freitagen ist immer besonders viel los: „Dann können wir mit 600 bis 800 Personen am Tag rechnen, die sich testen lassen wollen“, sagt er. Die Kapazität reiche für 900 Tests. „Normal haben wir immer zwei Spuren für die Autofahrer geöffnet, aber an solchen Tagen haben alle drei Spuren geöffnet.“

Bereits im Mai diente die Messe Augsburg als Testgelände der ehrenamtlichen Helfer. Mittlerweile hat der Staat die Kosten übernommen, weswegen sich nun auch automatisch mehr Personen testen lassen. So haben die zuständigen Ämter sowie die Regierung einen besseren Überblick und die Dunkelziffer soll dadurch sinken. Das Gesundheitsamt hat einen Großteil der Arbeit am Messezentrum übernommen. Sie sind ab 9 Uhr in der Früh am Testgelände und machen die Abstriche. „Durch das ganze Konzept können wir vor allem Ärzte und Leute, die regelmäßig Hausbesuche machen, entlasten“, erzählt Fluhr. „Wir bieten aber keine Beratung oder Krankschreibungen an. Die Testpersonen werden auch nicht in Quarantäne geschickt.“ Sie zwangsweise in Quarantäne zu schicken, sei erst nach einem positivem Testergebnis möglich.

Die getesteten Personen handeln auf eigene Gefahr.

Unterschieden wird dort nach Personen mit und ohne Symptomen. Die, die welche haben, werden von den Anderen getrennt und bekommen zusätzlich eine Belehrung. Fluhr erklärt: „In der Belehrung werden sie darüber aufgeklärt, dass sie ein Bußgeld zahlen müssen, falls der Test positiv ausfällt und sie sich nicht in Quarantäne begeben haben.“ Und das kann teuer werden. In den Kosten mitinbegriffen sind wirtschaftliche Schäden, die die Person verursacht hat. Den sogenannten Superspreadern, die massenweise Personen angesteckt haben, drohen hohe Strafen.

Generell sollte sich auf jeden Fall jeder testen lassen, der nur minimale Symptome aufzeigt. Immerhin ist es gratis. „Leute, die sich in einem Risikogebiet aufgehalten haben, sollten sich am besten beim Gesundheitsamt melden“, rät Fluhr. Die Ergebnisse und Daten gehen dann vom Gesundheitsamt weiter an das Labor. „Die Daten sind vor allem dann wichtig, wenn ein Test positiv ausfällt“, erklärt der Rettungssanitäter, „so können die Kontaktpersonen ausfindig gemacht und eine weitere Verbreitung gestoppt werden.“ Grundsätzlich ist das Labor nicht nur für die Auswertung der Tests zuständig, sondern auch für die Verfassung von Statistiken. Fluhr sagt: „So kann gesehen werden, aus welchem Grund sich die Leute testen lassen und falls ein positives Ergebnis vorliegt, woher sie Corona bekommen haben.“ Denn auch diese Info ist wichtig, um die Infektionskette unterbrechen zu können.

Der Ablauf

Schritt 1: Geht auf die Website der Bäuerle Ambulanz und sucht nach der Terminvergabe an der Messe Augsburg. Dort füllt ihr eure Kontaktdaten aus, auch ob ihr Symptome habt oder nicht, und wählt eine passende Zeit. Beachtet aber, dass es manchmal etwas länger dauern kann, da immer unterschiedlich viele Personen in der Warteschlange vor der Halle stehen.

Schritt 2: Ihr macht euch am jeweiligen Tag auf den Weg zum Messegelände in Augsburg. Dafür müsst ihr nicht unbedingt mit dem Auto fahren, wobei es so sicherer wäre. Falls ihr kein Auto oder Führerschein besitzt, könnt ihr gerne zu Fuß oder mit dem Rad – auch mit einem E-Roller – kommen. Ihr werdet dann am Eingang vom Personal abgeholt.

Schritt 3: Haltet euren QR-Code, der bei der Terminbestätigung zu finden ist, und eure Krankenversicherungskarte bereit. So spart ihr euch und den Angestellten viel Zeit. Danach werdet ihr nach der Telefonnummer und dem Grund, warum ihr einen Test machen wollt, gefragt. Falls ihr Symptome habt, bekommt ihr entsprechend eine Belehrung.

Schritt 4: Und schon geht’s los: Mit dem Röhrchen, in welchem sich das Stäbchen befindet, fährt oder geht ihr eine Station weiter zum Testen. Normalerweise könnt ihr dann entscheiden, ob ihr einen Abstrich auf der Rachenschleimhaut oder auf der Schleimhaut in der Nase machen wollt. Bei der Messe wird aber nur noch per Rachenabstrich getestet.

Schritt 5: Das war’s auch schon. Die Ergebnisse werden euch innerhalb von 48 Stunden mitgeteilt. Dafür könnt ihr auf die Homepage des Labors gehen und euch dort anmelden oder ihr schaut einfach auf der Corona-Warnapp nach. Dazu gibt es eine Hotline, die ihr anrufen könnt. Falls ihr positiv seid, werdet ihr auf der angegebenen Nummer angerufen.

Adresse: Messehalle 3A, Messe Augsburg, Zufahrt über Firnhaberstraße

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