Estrella Drive – Die Augsburger Frischzellenkur für den Pop-Punk

Pop-Punk ist tot? Quatsch! Nicht, solange es Bands wie Estrella Drive gibt, die die Fahne für das verlorengegangene Genre hochhalten.

Estrella Drive – Die Augsburger Frischzellenkur für den Pop-Punk

Aus den Lautsprechern dröhnen Rock-Klassiker, auf dem Tisch duften Pizzen vor sich hin, das Bier ist kühl und auf dem Sofa sitzen fünf Musiker in ihrem natürlichem Habitat: dem Bob’s in der Maxstraße. Es wird geblödelt und gequatscht, die Harmonie ist spürbar. Basti, Jules, Max, Roley und Andi sind nicht nur Freunde, sondern nach eigener Aussage auch eine Familie. Eine Bandfamilie mit dem Namen Estrella Drive, die schon so einige Höhen und Tiefen miterlebt hat.

„Richtig viele Tiefen“, erzählt Basti mit einem Schmunzeln. „Die Höhen kommen nur durch den Gesang oder Gitarrensoli“. Dieser Joke erntet herzhaftes Lachen bei den Kollegen. Fakt ist: Die Geschichte von Estrella Drive ist eine sehr bewegte mit vielen Positionswechseln – sei es aus persönlicher oder musikalischer Sicht, wo es einfach nicht gepasst hat. So etwas gehört nun mal auch dazu, schließlich muss eine Band harmonieren und funktionieren. Die heute aktiven und unzertrennlichen Bandmitglieder haben sich jedenfalls folgendermaßen gefunden: Die Gründungsmitglieder Basti und Roley wurden durch die Musik zusammengebracht. „Roley war zu der Zeit absoluter Green Day-Fan und ich habe mich auch für die Art von Musik begeistert.“ resümiert Basti. „Da ich damals schon in einer anderen Band gespielt habe, hat er mich darauf angesprochen, woraufhin wir uns recht bald zusammengesetzt und die ersten eigenen Sachen geschrieben haben“.

Danach kamen Instrumente wie die Drums dazu und bereits die ersten Wechsel. Basti hat beispielsweise als Bassist angefangen, dann kurzzeitig Gitarre gespielt und beteiligt sich seitdem (hauptsächlich) als Leadsänger und mit seinen Songtexten. Gitarrist Roley ist das Mastermind für die instrumentalische Komposition. Bevor Max zur Band gestoßen ist, hat er sich anfangs gar nicht zugetraut, in die Band aufgenommen zu werden. „Ich habe mir damals das Video zu Sorry angeschaut und mir gedacht ‘Boah, in der Band brauch ich mich gar nicht bewerben. Keine Chance da irgendwie mitzuspielen’“ lacht der Bassist. Drummer Jules sollte ursprünglich auch nur für zwei Gigs aushelfen, ist dann aber geblieben, weil es einfach gepasst hat. Neuzugang Andi hat einen ganz besonderen Grund, warum er mit dabei ist. „Als absolutes Roley-Fangirl wollte ich schon immer mal in einer seiner Bands spielen“, erzählt er mit einem Augenzwinkern.

Das sich die fünf Musiker für den Pop-Punk entschieden haben, lag nicht nur allein an den persönlichen Hörvorlieben. „Das Genre macht einfach unglaublich Spaß“, erklärt Basti. „Vor allem, diese Art von Musik live zu spielen“. Pop-Punk-Songs seien eingängig, nicht so anstrengend und nicht so technisch anspruchsvoll. „Du kannst ein bisschen genießen was du tust“, fügt er hinzu. Pop-Punk biete neben dem enormen Spaßfaktor auch Freiheit, mal wieder ein bisschen mehr Blödsinn zu machen wie z.B. im Video zur neuen Single. Max findet kleine Genre-Ausflüge genauso wichtig: „Es ist gut, wenn wir uns ab und zu auch etwas vom Pop-Punk entfernen wie mit der Broken Skyline EP“.

„Du kannst ein bisschen genießen was du tust“

„Ich würde uns aber auch nicht in eine Ecke wie Blink 182, Green Day und Ähnliche stecken“, definiert Basti. „Wir versuchen schon, dem ganzen eine gewisse Seriosität zu geben – zumindest beim Musikalischen“. Dass die Mitglieder von Estrella Drive die Hochphase ihrer Helden noch selbst miterlebt haben, trage auch zu dem etwas erwachseneren Ansatz bei. „Das liegt auch einfach daran wenn es zu mir jetzt heißt ‘Hey mach mal da nen Sprung’, dann sage ich ‘Alter, ich bin jetzt über 30’“, merkt Max an. „Ich spring nicht mehr auf der Bühne, sonst kannst du mich danach runtertragen“.

Mit der neuen Single „Take Me Away“ gibt es auch gleich zum Jahresanfang neues Futter für die Fans. Das Szenario: Mann trifft Frau. Es folgen die ersten Minuten des Kennenlernens, die Begeisterung für die andere Person ist deutlich spürbar. Der Refrain spricht den Wunsch aus „Just stay with me until the sun will rise“. Ein Wiedersehen ist ungewiss, deshalb lass den Abend nicht vorbeigehen. „So eine Nacht hatte ja jeder schon mal“, postuliert Max. Stimmt.

2020 wird auf jeden Fall ein spannendes Jahr für die fünf Mannen aus allen Ecken Bayerns. Mittlerweile gehören sie zu den Top 5 Bands in Augsburg was Streaming angeht und sind schon in einigen großen Playlists gelandet. Auf diesem Erfolg aufbauend wollen sie neben neuen Songs natürlich auch so viele Live-Gigs spielen wie möglich. Es ist viel in Planung, die Fans dürfen sich auf einiges gefasst machen. Außerdem versprechen Estrella Drive: Der ein oder andere Gig in Augsburg wird natürlich auch drin sein.

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