Von hier in die weite Welt: Erfindungen aus Augsburg und Region

Ein Hoch auf den Augsburger Erfindergeist. Diese Erfindungen aus Schwaben haben es weit gebracht.

Von hier in die weite Welt: Erfindungen aus Augsburg und Region

Wisst ihr wo die Spezi herkommt oder wo das erste U-Boot gebaut wurde? Ganz genau, in Augsburg. Und das ist nicht alles. Wir erzählen euch die Geschichten der erfolgreichsten Augsburger Erfindungen.

Die Spezi

Der Begriff „Spezi“ wurde von der Brauerei Riegele in Augsburg erfunden und 1956 geschützt. Damals bezeichnete „Spezi“ allerdings noch ein Bier. Zur gleichen Zeit erweiterte die Brauerei ihr Sortiment um alkoholfreie Getränke.

Damals war es bereits üblich in Gaststätten einen Cola-Orangenlimonade-Mix zu bestellen. Dafür mussten die Wirte beide Getränke händisch mischen. Das war zeitaufwändig und produzierte viele schale Colareste in halbleeren Flaschen. Riegele erkannte, was zu tun war: Die Spezi war geboren.

Der erste Werbeslogan der Spezi: „Ein Spezi muss dabei sein“

Die Nachfrage war so groß, dass sich Riegele bald Vertriebspartner suchen musste, um ein größeres Gebiet bedienen zu können. In den 1970er Jahren wurde dafür der Spezi Markengetränkeverbands Deutschland e. V. gegründet, der bis heute in Augsburg sitzt. Insgesamt acht bayerische Brauereien sind Mitglieder des Verbands und haben somit die Lizenz, Spezi abzufüllen und zu verkaufen.

Die Münchner Brauerei Paulaner darf als einzige Brauerei den Namen „Spezi“ verwenden, obwohl sie nicht Mitglied des Markengetränkeverbands ist. Die Lizenz dazu erwarb sich Paulaner vor Gründung des Verbands.

Alle übrigen Cola-Mix-Getränke wie Pepsi, Mezzo-mix oder Schwip Schwap kamen viel später auf den Markt. Allerdings werden sie mittlerweile weltweit verkauft und sind um einiges umsatzstärker.

Unsere Augsburger Spezi ist „nur“ in Deutschland, Österreich und der Schweiz bekannt, aber das macht sie umso sympathischer. Findet ihr nicht?

Das U-Boot

Der nächste kluge Kopf aus Schwaben träumte von einer Seefahrt unter Wasser. Wilhelm Bauer kam genau genommen aus Dillingen und ist der Erfinder des U-Boots.

Der Weg zum U-Boot war nicht leicht für den Tüftler. Es fehlten ihm Gelder und viele belächelten ihn und seine Idee von Booten unter Wasser. Bis im Jahr 1850 das erste U-Boot – gebaut und erprobt in Kiel – zu Wasser gelassen wurde. Es hatte die Form eines Seehunds und steht heute im Militärmuseum in Dresden.

Zeit seines Lebens arbeitete Bauer weiter an der Verbesserung diesem und nachfolgenden U-Booten.

Der Zwetschgendatschi

Weiter geht es mit etwas Kulinarischem: dem Zwetschgendatschi. Wenn die Zwetschgen Saison haben, sind die Augsburger nicht mehr zu halten. Da wird Datschi gebacken und gegessen wann immer es geht.

Aber warum hat der Kuchen so einen hohen Status in Augsburg? Wurde er etwa hier erfunden?

Sagen wir es mal so, die Chancen stehen nicht schlecht. Es gibt ein starkes Indiz dafür, dass der Datschi in Augsburg erfunden wurde. Das „Augsburgischen Kochbuch“ von 1830 enthält das älteste nachweisbare Rezept für einen Zwetschgendatschi. Und das klang damals so:

„Hiezu ist gleichfalls der bereits wiederholt beschriebene Hefenteig* erforderlich. Ist dieser zweymal gegangen, und gut Daumen dick ausgewargelt […] worauf die Zwetschken in Viertel oder Hälfte geschnitten, ausgesteint, recht dicht aneinander gelegt, aber ja nicht in den Teig eingedrückt werden. Die Zwetschken werden mit gewiegten Citronenschalen, gewaschenen geklaubten Weinbeeren, nebst Zucker und Zimmt, oder nur mit Zucker und Zimmt und Nägeln bestreut, der Kuchen schön rösch gebacken […] Wer es liebt, kann vor dem Backen gewiegte Mandeln darauf streuen.“ (Quelle: stadtarchiv.augsburg.de)

Nächstes Mal einfach dieses Rezept verwenden und schlemmen wie 1830. Bald sind die ersten Früchte wieder reif und eine neue Zwetschgendatschi-Saison startet.

Motorrad und Dieselmotor

Der Dieselmotor hat mittlerweile einen schlechten Ruf. Damals revolutionierte er allerdings die Schiff- und Eisenbahnfahrt sowie die Industrie.

Die ersten Dieselmotoren, entwickelt von Rudolf Diesel, wurden tatsächlich in einer Augsburger Maschinenfabrik gefertigt.

Technisch hatten die alten Schwaben echt was auf dem Kasten. Alois Wolfmüller aus Landsberg am Lech war Mitbegründer der ersten Motor-Fahrradfabrik Hildebrand & Wolfmüller, in der das erste käufliche Motorrad zusammengeschraubt wurde. 1895, ein Jahr nach Gründung der Fabrik wurde die Produktion allerdings wieder eingestellt. Die Motorräder waren zu teuer und technisch nicht ausgereift genug.

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