Eine nachhaltige Alternative - die Menstruationstasse

Von vielen missachtet, von den meisten aber einfach nie ausprobiert: Die Alternative zu Tampons und Binden.

Eine nachhaltige Alternative - die Menstruationstasse

In einer Zeit, in der Plastiktüten der Vergangenheit angehören sollten, in der auf nachhaltige Mode geachtet wird und Upcycling der neueste Schrei ist, sollte auch die enorme Müllproduktion durch Hygieneartikel von Frauen ein Thema sein. Alle 4 Wochen verbrauchen wir Frauen unzählige Tampons und Binden. Die einen werfen das in den Hausmüll manch andere vertrauen auf ihre Klospülung. Dass das weder für die Kläranlage noch für die Umwelt besonders gut ist, ist glaube ich kein Geheimnis. Viele Jahre gab es keine Alternative und die Tamponrevolution im letzten Jahrhundert bedeutete vielleicht eine neugewonnene Freiheit für alle Frauen, der Umwelt half diese Neuerung jedoch noch nicht. Bereits 1937 erfunden, jedoch erst seit wenigen Jahren in aller Munde: die Menstruationstasse. Eine Silikonkappe zum Einsetzen, die bis zu 30 Milliliter Fassungsvermögen hat. Mit regelmäßigem Auskochen sowie täglichem Ausspülen könnt ihr dieses Hilfsmittel hygienisch und sauber bis zu 10 Jahre lang benutzen. Vor allem von vielen Frauen, die sich schon beim Benutzen von Tampons als revolutionär sehen aber eher verpönt und schlichtweg einfach nicht beachtet. Warum ihr diese Wundertasse zusätzlich zum Nachhaltigkeitsaspekt, nicht unterschätzen solltet, erfahrt ihr hier:

Ihr spart Geld

Überlegt mal wie viel ihr für Einwegprodukte wie Tampons und Binden so ausgebt. Eine Packung o.b.s kann gut und gerne mal 5 Euro kosten und hält vielleicht höchstens zwei Zyklen lang. Eine herkömmliche Menstruationstasse, die übrigens aus Naturkautschuk, Silikon oder dem medizinisch zugelassenen Kunststoff TPE besteht kann dagegen bis zu 10 Jahre verwendet werden und kostet euch 15-20 Euro. Ihr tut also nicht nur der Umwelt sondern auch eurem Geldbeutel etwas Gutes.

Gesundheitliche & Hygienische Vorteile

Ihr habt bestimmt schon vom Toxischen Schocksyndrom gehört, dass das Benutzen von Tampons zu einem Risiko werden lässt oder? Bei Menstruationstassen ist dieser Schock bisher noch nicht nachweislich bewiesen worden, weshalb zumindest keine größere Gefahr besteht, als bei der Alternative. In Sachen Hygiene soll die Menstruationstasse bei richtiger Anwendung aber vor Tampons liegen. Es wird sogar vermutet, dass sich weniger Infektionen bilden können, da die Scheidenflora weniger verändert wird als durch ein aufsaugendes Stück Watte. Besonders für Allergikerinnen oder Frauen, die zu Pilzen etc. neigen also eine Überlegung wert.

Persönliche Erfahrung

Ich muss zugeben, dass ich am Anfang etwas skeptisch war, die richtige Technik beim Einführen und das umständliche Reinigen waren mir zu Beginn nicht ganz so geheuer und ich habe eine gewisse Abnabelungsphase von den liebgewonnenen o.b.s wirklich gebraucht. Dass sich ein Umstieg aber definitiv lohnt, habe ich nicht nur den oben genannten Fakten zu verdanken, sondern auch meinen persönlichen Erfahrungen. Mit dem Tragen einer Menstruationstasse ist das nervige „Wechseln“ fast kein Thema mehr. Alle 8-10 Stunden - in dieser Zeit schafft man es auf jeden Fall rechtzeitig nach Hause und wenn nicht: Kurz ausgeleert und gründlich ausgewaschen, zumindest für mich kein Problem. Auf öffentlichen Toiletten sieht es da allerdings schon anders aus. Hier am besten eine zweite Tasse bereithalten oder eine Flasche Wasser zum Ausspülen. Geht aber auch. Wer darauf verzichten möchte kann aber ja auch einfach kombinieren und zum Beispiel nur am Wochenende auf die Menstruationstasse umsteigen, auch diese Veränderung wird euch schon Geld und vor allem Müll ersparen. Der für mich größte Vorteil ergibt sich beim Schwimmen. Muss man bei Tampons nach jedem Wassergang aufs Klo rennen, weil sich Bakterien und die gesamten Partikel des Schwimmbads in meinem Tampon befinden, kann ich mit der Menstruationstasse entspannt sein und darauf vertrauen, dass alles bleibt wo es hin soll. Das funktioniert natürlich nur, wenn ihr die für euch richtige Größe gewählt habt. S für eher zierliche Frauen, M für die Durchschnittsfrau, oder L für Frauen, die bereits ein Kind bekommen haben - so die Faustregel. Abweichungen gibt es natürlich immer, aber es kennt wohl niemand seinen Körper so gut wie ihr selbst, deshalb am besten einfach ausprobieren.

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