Frauen arbeiten bis zum 10. März umsonst: Der Equal Pay Day

Der Equal Pay Day ist der Tag im Jahr, bis zu dem Frauen rein rechnerisch umsonst arbeiten, während Männer ab Beginn des Jahres bezahlt werden. Damit kennzeichnet er symbolisch den Verdienstunterschied zwischen den Geschlechtern.

Frauen arbeiten bis zum 10. März umsonst: Der Equal Pay Day

Eigentlich ist es eine positive Nachricht, die die „Business and Professional Woman (BPW) Germany“ kürzlich herausgab: Der Equal Pay Day rückt vom 14. März auf den 10. März vor! Aber was bedeutet das?

Wie errechnet sich der Equal Pay Day?

Beim Equal Pay Day geht es um Lohngerechtigkeit zwischen Frauen und Männern. Die Initiatorinnen des Aktionstags gehören zur BPW und errechnen das Datum auf Grundlage der Verdienststrukturerhebung des Statistischen Bundesamtes, die die Unterschiede in den Gehältern von Männern und Frauen untersucht. Dabei wird die Gender Pay Gap ermittelt, mit der auf das Datum des Equal Pay Days geschlossen werden kann. Das Datum sagt schließlich aus, bis zu welchem Tag Frauen – unter der Voraussetzung, sie bekämen den gleichen Stundenlohn –, umsonst arbeiten müssen, während Männer ab dem 1. Januar bezahlt werden.

Kleine Verbesserungen auf einem langen Weg

Anlass zur Freude gibt die Verschiebung des Equal Pay Days vom 16. März 2021 auf den 14. März 2021. Grund dafür ist eine Aktualisierung vonseiten des Statistischen Bundesamtes, derzufolge die Gender Pay Gap schon 2019 bei 19 Prozent lag – Frauen haben also im Schnitt 19 Prozent weniger verdient als Männer. Das ist ein Prozent weniger als im Jahr zuvor. Umgerechnet in Tage entspricht dieses eine Prozent den vier Tagen, die der Equal Pay Day nun nach vorne verlegt wurde. „Das Datum des Equal Pay Day signalisiert, wie fair Frauen und Männer in Deutschland bezahlt werden“, sagt Uta Zech, Präsidentin des BPW Germany. „Je früher das Datum im Jahr liegt, desto gerechter geht es in unserer Arbeitswelt zu“. Weiter weist sie ausdrücklich darauf hin, dass noch ein weiter Weg bis zur Lohngerechtigkeit vor uns läge.

Deutschland liegt unter dem EU-Durchschnitt

Dass noch viel Verbesserungspotenzial besteht, macht auch die Position Deutschlands im Vergleich mit anderen Ländern der EU deutlich. Hier befindet sich die Bundesrepublik deutlich hinter dem europäischen Durchschnitt, der bei 15 Prozent liegt.

2018 verdienten Männer durchschnittlich 4,27 Euro brutto mehr in der Stunde als Frauen.

Laut Statistischem Bundesamt sind die großen Verdienstunterschiede zu 71 Prozent strukturell bedingt. Sie sind also beispielsweise darauf zurückzuführen, dass Frauen häufiger schlecht bezahlten Berufe ausüben und seltener Führungspositionen besetzen.

Hintergründe zum Equal Pay Day

Seitdem der Tag für gleiche Bezahlung 2008 erstmals auf die Initiative des Business and Professional Women Germany e.V. durchgeführt wurde, wird er vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend gefördert. Ziel ist es, auf die Ungerechtigkeit der ungleichen Bezahlung aufgrund des Geschlechts aufmerksam zu machen. Jedes Jahr finden zahlreiche Veranstaltungen in etwa 20 Ländern anlässlich des Equal Pay Days statt, die das Thema in die Öffentlichkeit tragen.

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