„Die Lage ist ernst“ – So möchte die Stadt Augsburg Energie einsparen

Die Stadt Augsburg reagiert auf die eklatant steigenden Energiepreise und setzt erste Maßnahmen zur Energieeinsparung um. Zudem richtet die Oberbürgermeisterin einen Appell an die Stadtbevölkerung.

„Die Lage ist ernst“ – So möchte die Stadt Augsburg Energie einsparen

„Die Lage ist ernst“, sagt Oberbürgermeisterin Eva Weber angesichts der weiter stark steigenden Heizkosten und Strompreise, die sich möglicherweise noch weiter erhöhen werden. Die Stadtverwaltung hat darauf reagiert und mehrere kurz- und langfristige Potenziale zur Energieeinsparung identifiziert.

Die Stadt rechnet für das aktuelle Jahr mit Kosten für Strom, Erdgas, Fernwärme und sonstige Energiedienstleistungen in Höhe von rund 28,3 Millionen Euro, was einer Steigerung von knapp 80 Prozent entspricht. Aus diesem Grund wurde unter der Leitung des Wirtschaftsreferenten Wolfgang Hübschle ein Krisenstab zur Energieversorgungslage eingerichtet.

Fassadenbeleuchtung wird abgeschaltet

Zu den kurzfristigen Maßnahmen zählt unter anderem die Abschaltung der Fassadenbeleuchtung an historischen Gebäuden wie dem Rathaus, dem Dom, St. Ulrich oder der Freilichtbühne. Auch die Brunnen werden, bis auf die drei Monumentalbrunnen des UNESCO-Welterbes, komplett abgestellt. Zudem wurde in den Freibädern die Wassertemperatur leicht gesenkt.

Ebenso ist geplant, die Straßenbeleuchtung zu dimmen. Das wird momentan auch in anderen Städten diskutiert. Komplett dunkel wird es aus Gründen der Verkehrssicherheit und der sozialen Kontrolle jedoch nicht. Eine weitere Maßnahme ist das Abschalten von Verkehrsampeln. Stadt und Polizei klären derzeit ab, an welchen Stellen sich dies umsetzen lässt.

Lichterzauber wird zeitlich verkürzt

Der Botanische Garten reagiert auf die beschlossenen Maßnahmen und reduziert die Dauer der Beleuchtung beim aktuell stattfindenden „Lichterzauber“. Ab Samstag, den 16. Juni, ist der Garten nur noch bis 22.30 Uhr beleuchtet und geöffnet.

Weitere mittelfristige Maßnahmen

Für den Herbst und Winter plant die Stadt darüber hinaus, die Raumtemperaturen in den städtischen Gebäuden, mit Ausnahme der Altenhilfe, zu senken. Zudem entfallen die Warmbadetage in den Augsburger Hallenbädern. Die Wasser- und Duschtemperaturen werden, wie in den Freibädern, um ein bis zwei Grad reduziert.

Die Stadt prüft außerdem weitere Einsparmöglichkeiten und möchte mit Photovoltaik-Anlagen in die eigene Stromerzeugung einsteigen. Doch neben den städtischen Einrichtungen soll auch in den Privathaushalten Energie gespart werden. „Nicht nur die Stadtverwaltung, sondern jede Augsburgerin und jeder Augsburger und jedes Unternehmen kann im eigenen Umfeld und im eigenen Bereich etwas zum Energiesparen beitragen“, betont Oberbürgermeisterin Eva Weber.

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