Wenn Eltern Social Media entdecken

Ein Profilbild mit Adventskranz oder der Tulpe im Garten – wer könnte das nur sein?

Wenn Eltern Social Media entdecken

Wir haben viel von ihnen gelernt, das Laufen, das Essen, später den Umgang mit Fremden oder Skills für das Bewerbungsgespräch, doch eines will sich wohl wirklich keiner von seinen Eltern abschauen: Das Verhalten auf Social Media Kanälen.

Unglaublich schnell Nachrichten versenden und fast in Echtzeit eine Antwort darauf erhalten – das Phänomen Whatsapp schreiben wohl die meisten Eltern nicht mehr den „jungen Leuten“ zu. Dass auch alle Tanten mittlerweile dem Chatten über‘s Handy mächtig sind, bekommst Du spätestens beim nächsten Fest mit, bei dem unzählige unlustige Videos von tanzenden Hasen oder Weihnachtsmännern in den Chatverläufen aufploppen. Zu dieser Zeit sind meine Einstellungen auf jeden Fall immer so eingestellt, dass Videos nicht automatisch runtergeladen werden… Hat sich Deine Mama ein bisschen mehr mit den Einstellungen von Whatsapp auseinandergesetzt, kannst Du natürlich auch Zeuge des wahnsinnigen Einfallsreichtums von ihr und ihren Freundinnen werden.

Auch ein Nicht-Profi erkennt bei der Wahl der Profilbilder nämlich eindeutige Muster: Haustierbilder, Blumen, eigene Kinder oder ganz an die Jahreszeit angepasst, besondere Blumen oder natürlich der legendäre Adventskranz an dem, oh Wunder jede Woche eine Kerze mehr brennt. Das Pro-Level, nämlich Status-Meldungen auf Whatsapp hochzuladen, erreichen (gottseidank) nur Wenige. Hier kannst Du jeden einzelnen Urlaubsabschnitt mitverfolgen (Hallo Diebe!?) und nebenbei noch ein paar äußerst schlauen Lebensweisheiten in Form von kitschigen Zitaten aufgreifen.

„Hinfallen, Aufstehen, Krone richten“

„Hinfallen, Aufstehen, Krone richten“ – die Kreativität sprudelt nur so aus diesen berüchtigten Statuszitaten. Eins muss man unseren Eltern aber auf jeden Fall lassen: das Zeigefinger-Hack-System, lässt fast keine Rechtschreibfehler zu, auch wenn das natürlich seine Zeit braucht. Wäre da nicht die blöde Auto-Korrektur, die einfach immer macht was sie will und wie lassen sich nochmal gewollt Sprachnachrichten absenden? Gar nicht!

Ganz fortschrittliche Mütter und Väter haben es heutzutage sogar schon auf Facebook geschafft. Auch, wenn wir ihnen noch so oft sagen, dass keiner sich mehr gegenseitig zuwinkt und Gästebucheinträge heutzutage auch absolut out sind, freust Du Dich doch immer wieder wenn Dir jemand über 50 zuwinkt oder etwa nicht? Aber dann wenigstens über das Horoskop, dass Deine Nachbarin täglich teilt, oder über den Spruch der Woche oder wenigstens über ihren aktuellen Punktestand bei Candy Crush? Ganz hoch im Kurs steht bei dieser Generation wohl auch die Funktion das Profilbild mit einem Filter monatlich passend einzurahmen. Mama’s Lieblingsmotive wie Blumen und Schmetterlinge oder die Deutschlandflagge zur WM enttarnen somit typische Eltern-Profile sofort.

„Wer ist das denn da in dem Video?“

Die Welt von Instagram ist dagegen für viele Eltern immer noch ein Mysterium meiner Erfahrung nach. Fragen wie: „Wer ist das denn da in dem Video? Kenn ich die auch?“, lassen mich auch verstehen warum. Doch mal sehen, vielleicht wird ja bald auch ein Mütter-Boom auf Instagram ausbrechen, ich freu mich drauf!

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