Abschied vom „Gelben Schein“: Elektronisch krankschreiben lassen

Es gibt Neuerungen in unserem Gesundheitssystem: Am 1. Januar löst die elektronische Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung (eAU) den Gelben Schein ab. Was ihr dazu wissen müsst.

Abschied vom „Gelben Schein“: Elektronisch krankschreiben lassen

Die Nase läuft, die Glieder schmerzen – eine Krankmeldung muss her. Noch geht das wie gewohnt analog, doch bald soll alles digitalisiert werden.

Die Ausgangssituation

Derzeit besteht die Krankschreibung aus dem Original sowie drei Durchschlägen für Krankenkasse, Patient:in, Arzt/Ärztin und Arbeitgebenden. Der Arbeitnehmende ist selbst dafür verantwortlich, dass die Krankschreibung schnellstmöglich bei seinem/r Vorgesetzten sowie der Krankenkasse ankommt. Bei den etwa 77 Millionen Krankmeldungen in Deutschland pro Jahr entsteht dabei jedoch sehr viel Papiermüll, der durch die zukünftige Digitalisierung umgangen werden kann. Neben dem positiven Umweltaspekt ermöglicht die neue Form der Krankmeldung außerdem mehr Transparenz sowie eine lückenlose Dokumentation der Arbeitsunfähigkeit bei der Krankenkasse.

Entlastung der Arbeitnehmenden und Arbeitgebenden

Dank der eAU müssen sich Arbeitnehmende in Zukunft nicht mehr selbst darum kümmern, die Krankschreibung an Arbeitgebende und Krankenkasse zu übermitteln. Stattdessen wird der Arzt/die Ärztin sie auf elektronischem Wege an die Krankenkasse weitergeben, wo die Arbeitgebenden sie anschließend online abrufen können. Neben der Zeit- und Kostenersparnis baut diese Neuerung auch die ungemeine Bürokratie ab und wirkt etwaigen Pannen entgegen, wie beispielsweise dem Verlust einer Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung (AU) auf dem Postweg. Außerdem laufen die Patient:innen nicht Gefahr, Fristen zu verpassen und dadurch ihren berechtigten Anspruch auf das Krankengeld zu verlieren. Da die Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung durch die Digitalisierung deutlich schneller bei der Krankenkasse vorliegt, kann auch die Auszahlung in Zukunft schneller erfolgen.

Wie also in Zukunft krankmelden?

Seid ihr krank, müsst ihr euch also weiterhin wie bekannt bei eurem/r Arbeitgeber/in entschuldigen. Dies kann telefonisch, per E-Mail oder über WhatsApp erfolgen. Entscheidend ist nur, dass die Nachricht den Arbeitgebenden erreicht. Eine AU braucht ihr in der Regel ab dem vierten Tag. Die Arbeitgebenden können diese jedoch auch schon früher verlangen. Nach dem Arztbesuch liegt es nun in der Hand der Praxis, die Krankmeldung der Krankenkasse zu übermitteln. Hierbei sind neben dem Namen die folgenden Daten enthalten:

  • Beginn der Arbeitsunfähigkeit

  • Datum, an dem die Arbeitsunfähigkeit vom Arzt festgestellt wurde

  • Erst- oder Folgemeldung

  • Hinweise auf einen Arbeitsunfall oder eine Berufserkrankung?

Danach ist die Krankenkasse gefragt, die dem Arbeitgebenden auf Anfrage Zugriff auf die eAU des Angestellten ermöglicht. Diese Anfrage ist allerdings nur berechtigt, wenn der Arbeitnehmende sich zuvor auch bei seinem/r Vorgesetzten krankgemeldet hat.

Vorsicht: eAU gilt nicht für alle

Die eAU deckt nicht alle Arbeitsverhältnisse und jeden Versicherungsstatus ab. So gilt diese Art der Krankschreibung nicht für Privatpatient:innen sowie Minijobber in Privathaushalten. Behandlungen im Ausland oder von Privatärzt:innen werden ebenfalls nicht erfasst.

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