Einkaufen nur mit negativem Testergebnis: Das sind die Folgen

Der Augsburger Einzelhandel muss seit Montag, den 12. April neue Regeln befolgen: Click & Meet ist nur noch für KundInnen mit negativem Coronatest möglich. Wie reagiert der Augsburger Einzelhandel darauf?

Einkaufen nur mit negativem Testergebnis: Das sind die Folgen

Und wieder heißt es für die Augsburger Einzelhändler: Neue Regeln, neue Abläufe und neue Schwierigkeiten. Aufgrund des anhaltenenden hohen Inzidenzwerts gilt seit Montag: Click & Meet nur noch mit tagesaktuellem negativen Corona-Test. Wir haben bei einigen Augsburger Geschäften nachgefragt, wie sie mit der Umsetzung zurechtkommen.

Die Parfümerie Haberstock in der Annastraße war immer eines der ersten Geschäfte, die neue Möglichkeiten des Shoppings sofort anbot. „Das Click & Meet mit Corona-Test läuft sehr schleppend an“, erzählt Katharina, Mitarbeiterin bei Haberstock. Die Leute würden jetzt lieber wieder zum Click & Collect zurückkehren und nur zum Abholen vorbeikommen. Die Testpflicht bedeute für manche zu viel Aufwand. Besonders die ältere Kundschaft greife da lieber auf das Liefer- und Abholangebot der Parfümerie zurück. Zuvor sei Click & Meet sehr gut angenommen worden. „Die Leute haben die Möglichkeit gerne genutzt, um neue Düfte auszuprobieren“. Das relativ spontane Shopping, das mit Click & Meet noch möglich war, falle jetzt leider weg.

„Besser als nichts“.

Auch beim Möbel- und Deko-Geschäft „Linea“ sind die Regeländerungen bereits deutlich spürbar. „Die Leute sind völlig überfordert“, meint Geschäftsinhaberin Marion Hansult. „Viele wissen nicht, was jetzt eigentlich gilt“. Doch sie mache sich keine Sorgen: „Das letzte Mal bei Call & Collect und Call & Meet, war es genauso. Aber nach einer Zeit wussten wieder alle, was Sache ist und es wurde wieder besser. Das erwarte sie auch mit den neuen Regeln. „Ich bin dem Ganzen immer noch positiv gegenüber gestimmt. „Für kleine Einzelhändler wie uns ist es okay. Es ist zwar aufwändig, aber alles machbar“, meint sie. Sie sei zuversichtlich, dass sich die KundInnen auch an die Testpflicht vor dem Einkaufen gewöhnen.

„Es ist mehr als Enttäuschung und mehr als Verzweiflung.“

Milana Reitmayer vom Ideenreich erzählt uns, wie schwierig es ihr falle, KundInnen, die bei ihr einkaufen möchten, wegzuschicken. „Zwar dürfen wir aufmachen, aber gleichzeitig werden den Kunden so große Hürden in den Weg gestellt, die keiner Lust hat, zu überwinden. Die neue Ware müsse sie trotzdem bezahlen. „Es entsteht eine riesengroße Lücke in unserem System. Wir haben gar nicht die Möglichkeit, die Ware so abzuverkaufen, wie es eigentlich nötig wäre“. Milana sei froh, dass sie außerdem ihren Onlineshop habe und treue StammkundInnen, die sie unterstützten. Für alle, die ohne negativen Corona-Test vorbeikommen wollen, hat sie Schnelltests bestellt, die KundInnen vor Ort selbst machen können.

Wir AugsburgerInnen sind gefragt

Die Situation der Augsburger Einzelhändler hat sich durch die neue Testpflicht deutlich verschlechtert. Mehr denn je brauchen sie jetzt unsere Unterstützung. Macht Tests und nutzt euer negatives Testergebnis. Augsburg hat (noch) viel zu bieten: von kleinen Buchläden über liebevoll bestückte Deko- und Modeläden bis hin zu alteingesessenen Einzelhändlern. Zusammen können wir dafür sorgen, dass sie uns auch noch nach Corona erhalten bleiben.

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