Die Sache mit der Eifersucht.

Ihr kennt es bestimmt: Ein kleines Stechen tief in uns drin. Bei anderen ist es weiter ausgeprägt. Was sind die Ursachen für Eifersucht und wie geht man damit um?

Die Sache mit der Eifersucht.

Eifersucht ist tödlich. Zum einen tödlich für Beziehungen und in extremen Ausnahmefällen tödlich in Beziehungen. Und sie ist genau dann tödlich, wenn einer in der Partnerschaft nicht weiß, wie man mit der Eifersucht umgehen soll, woher sie kommt und wie man sie in Griff bekommt.

Menschen, die etwas eifersüchtig sind, haben keinen Grund zur Sorge: Ein Quäntchen Eifersucht soll ja bekanntlich die Beziehung etwas spannender und unterhaltsamer machen. Man fühlt sich dann begehrter und geliebter, wenn der andere ein wenig Eifersucht zeigt.

Problematisch wird es nur, wenn einer den Partner mit seiner Eifersucht zu sehr einengt und ihm die Freiheit nimmt. Kennt ihr das? In Extremfällen kann die Eifersucht krankhaft werden. Dann spricht man davon, dass jemand pathologisch eifersüchtig ist.

Man kann sich die Eifersucht folgendermaßen vorstellen: Wenn man ein Glas Wasser vor sich stehen hat und Tintentropfen hinzugibt, dann färbt sich das Wasser blau. Eifersüchtige Menschen haben dann eine Brille an, die alles was der Partner macht, blau färbt. Egal was es ist, ob ein Abend mit einem Arbeitskollegen, ein Besuch auf einem Weihnachtsmarkt, oder wenn der Partner WhatsApp vielleicht zu schnell schließt, wenn der andere gerade mal auf den Chat schau - alles ist blau. Dabei muss man sagen, dass der andere rein gar nichts dafür kann, es passiert alles im Kopf des Eifersüchtigen. Denn was auch immer er macht, es wird gegen ihn verwendet.

Doch wie entsteht Eifersucht?

Psychologen würden sagen, dass jeder Mensch ein „Thema“ hat. Das können ganz verschiedene Themen sein, doch bei einigen Menschen ist es die Eifersucht. Diese Eifersucht kommt meistens aus der Kindheit. Wenn nämlich schon seit Anfang an „etwas nicht so ganz richtig lief“. Zum einen können im Elternhaus schon die ersten Grundsteine gelegt werden. Verlustängste entstehen durch Verlassen oder wenn die Eltern oft nicht Zuhause sein konnten, beispielsweise aus beruflichen Gründen. Ein anderer Grund kann sein, dass ein Partner immer denkt, er sei nicht liebeswert oder gut genug für den anderen, was durch Abwertungen Zustande kommt. Genauso ist es mit dem Vergleich. Max Frisch sagte einmal „Eifersucht ist die Angst vor dem Vergleich.“ Diese Angst kommt zum Beispiel, wenn es in früheren Beziehungen zu Seitensprüngen kam und man dem Partner nur sehr schwer vertrauen kann.

Denn vielleicht kommt euch das bekannt vor: Wenn das Selbstwertgefühl zu gering ist und man sich selbst nicht lieben kann, dann vergleicht man sich natürlich mit jedem, der in den eigenen Augen mehr zu bieten hat als man selbst. Durch dieses fehlende oder geringe Selbstgefühl, kommen zugleich auch die schon erwähnten Verlustängste dazu. Dann man hat ständig Angst, dass der Partner etwas besseres findet. Durch diese Ängste kann es passieren, dass man den Partner zu sehr einengt und ihm keinen Freiraum mehr lässt. Und genau das ist tödlich. Denn wenn jemand nicht mehr das machen kann worauf er Lust hat, sich ständig rechtfertigen muss, warum er etwas tut, dann wird dieser den anderen irgendwann verlassen. Er wird „fliehen“.

Was kann man dagegen tun?

Wenn man selbst der Ansicht ist, dass die Eifersucht Überhand nimmt oder bereits schon viel zu lange zu stark ist, dann sollte man sich jemanden holen, mit dem darüber reden und sich anvertrauen kann. Das kann, muss aber nicht zwangsläufig ein Psychologe sein, sondern auch jemand, der neutral an diesem Gespräch teilnehmen kann. Zum Psychologen sollte man allerdings gehen, wenn es krankhafte Ausmaße annimmt, denn dann kann einem und der Beziehung geholfen werden. Zum anderen, sollte man versuchen hinzuhören was der andere sagt. Da es ja so ist, dass alles im Kopf der eifersüchtigen Person geschieht und wir davon ausgehen, dass der Partner keinerlei Ambitionen dazu hat, den anderen zu betrügen, muss man auch versuchen diese imaginäre „blaue Brille“ abzunehmen und hinzuhören. Hinhören heißt, bewusst zuhören was der Partner sagt und wie er es sagt. Denn wenn man wirklich zuhört, wie der Partner etwas sagt, dann weiß man, dass er nicht lügt. Dass er es ernst meint. Und wie ihr bestimmt auch wisst: Es gibt kaum etwas Schlimmeres in Beziehungen als nicht ernst genommen zu werden und unterstellt zu bekommen, dass man lügt.

Stellt euch einmal vor, es gibt Wölfe in eurem Kopf und ihr füttert immer nur den Wolf „Angst“ und „Eifersucht“ mit euren negativen Gedankengängen und lasst den anderen Wolf „Vertrauen“ und „Freiheit“ verhungern. Es sollte doch genauso laufen: Den Wolf „Angst“ sollte man verhungern lassen - allerdings nicht töten, denn Angst ist immer noch ein Überlebensinstinkt. Am besten wäre es also, den Wolf „Vertrauen“ und „Freiheit“ immer dicker werden zu lassen.

Realistisch denken

Wie ihr bestimmt wisst gibt es verschiedene Kulturen. Beispielsweise die Kultur in einem Land, in einem Bundesland, in einer Stadt, einer Gruppe und die der zwischenmenschlichen Beziehungen. Wenn man jetzt über Kulturen nachdenkt, dann kann man sich fragen, in wie vielen Kulturen es kein No-Go ist, sich zu betrügen. Wir kommen zu dem Schluss, dass es Ausnahmen sind, in denen Seitensprünge geduldet werden. Meistens wird in Beziehungen von vorne rein klargemacht, dass der andere mit Konsequenzen rechnen muss wenn er fremdgeht. So weiß jede Seite was die andere erwartet und kennt die Vorstellungen von Beziehungen des Partners. Prozentual gesehen, ist die Zahl der Menschen welche fremdgehen, nicht so hoch, wie die, die treu sind. Und darüber sollte man sich immer wieder bewusst werden: Nur weil man das „Thema“ aus der Vergangenheit mitgenommen hat, heißt das nicht, dass betrügen der Norm entspricht und es jeder macht.

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