Earth Overshoot Day: Erstes Land lebt schon jetzt über seine Verhältnisse

Das kleine Land Katar auf der arabischen Halbinsel hat den Earth Overshoot Day am 10. Februar 2022 schon erreicht. Was das bedeutet und wo Deutschland steht, erfahrt ihr jetzt.

Earth Overshoot Day: Erstes Land lebt schon jetzt über seine Verhältnisse

Wir als Weltgemeinschaft verbrauchen zu viele Ressourcen - soweit so klar. Wie sehr wir jedes Jahr über unsere Verhältnisse leben, das drückt der Earth Overshoot Day aus, der vom Global Footprint Network jedes Jahr errechnet wird. Nun hat Katar, als erstes Land seinen persönlichen Earth Overshoot Day bereits erreicht.

Es gibt Länder, die mehr nachwachsende Ressourcen verbrauchen als andere. Das hängt besonders damit zusammen, wie viele Menschen dort leben und wie stark das dortige Wirtschaftswachstum ist. Aber fangen wir von vorne an:

Woher kommt der Earth Overshoot Day?

Earth Overshoot Day marks the date when humanity’s demand for ecological resources and services in a given year exceeds what Earth can regenerate in that year“ - Earthovershootday.org

Die Idee zum Earth Overshoot Day, und damit die Idee, die Erdüberlastung anschaulich darzustellen, kam in den 1980er Jahren von Andrew Simms, einem Mitglied der britischen New Economics Foundation. Seither berechnet das Global Footprint Network den Tag, an dem die Weltgemeinschaft mehr natürliche Ressourcen der Erde verbraucht, als in dem Jahr nachwachsen können. Im Jahr 1987 wurde der erste Earth Overshoot Day errechnet. Dieser fiel auf den 19. Dezember. Im Laufe der Jahre rückte der Tag immer weiter vor. Vergangenes Jahr war es bereits am 29. Juli so weit.

Katar ist Spitzenreiter im Ressourcenverbrauch

Neben dem Ressourcenverbrauch der ganzen Welt in Relation zu den verfügbaren Ressourcen, wird auch für einzelne Länder der sogenannte Country Overshoot Day berechnet. Für Katar ergibt sich das Datum des 10. Februar. Heißt, wenn die gesamte Weltbevölkerung so leben würde, wie in Katar, heißt so viele Ressourcen verbrauchen würde, wäre der Earth Overshoot Day bereits im Februar erreicht. Das heißt auch, dass der gesamte weitere Ressourcenverbrauch über unsere Verhältnisse geht und salopp gesagt, „auf Kredit“. Abbezahlen werden diesen die nächsten Generationen. Ebenfalls noch im Februar wird Luxemburg seinen Country Overshoot Day erreichen.

Wo steht Deutschland?

Laut den Berechnungen wird Deutschland ab dem 4. Mai über seine Verhältnisse leben. Dicht gefolgt von Japan, der Schweiz, Frankreich und Portugal.

Natürlich gibt es auch Länder, die gar keinen Overshoot Day haben. Das sind diejenigen, deren ökologischer Fußabdruck pro Person kleiner ist als die globale Kapazität an natürlichen Ressourcen pro Kopf. Darunter fallen zum Beispiel die Länder Afghanistan, Burkina Faso, der Kongo, Pakistan oder der Jemen.

Wie lösen wir das Problem?

Das Zukunftsinstitut schreibt, dass der Earth Overshoot Day immer mehr von dem Ressourcenverbrauch aufstrebender Industrienationen beeinflusst wird. Heißt, von Ländern, die ihren wirtschaftlichen Rückstand aufholen. Der Ressourcenverbrauch pro Kopf in China habe sich seit der wirtschaftlichen Öffnung des Landes verdoppelt, so das Institut. „Daraus resultiert eine ökologisch riskante Wachstumsdynamik: Große Potenziale für wirtschaftliche Entwicklung sowie starkes Bevölkerungswachstum lassen den Ressourcenverbrauch in den ärmsten Weltregionen deutlich ansteigen“, lautet die Einschätzung des Zukunftsinstituts. Eine zentrale Herausforderung der Zukunft bestehe deshalb darin, diesen Zusammenhang aufzulösen.

Heißt, es braucht Lösungen, die nachhaltiges Wirtschaftswachstum ermöglichen. Hierzu gibt es bereits unzählige Ideen, die nur noch richtig umgesetzt werden müssen. Angefangen von einer umfassenden Begrünung von Städten, um sie im Sommer kühler zu halten, über Windparks bis hin zu nachhaltiger Architektur und Strukturen gegen Lebensmittelverschwendung.

Ressourcen einsparen in Augsburg

Auch ihr könnt mit einfachen Mitteln helfen, den Earth Overshoot Day nach hinten zu verschieben. Dafür müsst ihr euch einfach folgende Fragen stellen:

  • Muss es etwas Neues sein?

    • Gebrauchtes wiederverwenden, Second-Hand shoppen, Dinge reparieren oder Upcyceln

  • Kann ich das alles essen?

    • Besonders frische Lebensmittel landen schnell mal im Müll, weil man sie einfach nicht geschafft hat, zu essen. Kauft besser weniger und dafür häufiger ein.

  • Brauche ich einen Einweg-Becher?

    • In fast allen Bäckereien, Cafés und Co. könnt ihr statt den Einweg-Pappbechern euer Getränk auch im Recup-Becher bekommen. Der sieht nicht nur hübsch aus, sondern spart auch Ressourcen ein. Ihr könnt ihn beim nächsten Café einfach wieder abgeben.

  • Brauche ich Erdbeeren im Winter?

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