Dreizehn in der Kresselsmühle eröffnet wieder

Sechs Monate lang verschließt das Dreizehn seine Türen. Am 17. Juni macht die Szene-Gastronomie ihre Pforten wieder auf.

Dreizehn in der Kresselsmühle eröffnet wieder

„An manchen Tagen ist es mir schwergefallen, zu akzeptieren, dass sich alles ändert“, sagt Steffi. Ein Umbau sei keine unkomplizierte Sache. Ein Dämpfer nach dem anderen habe es den Inhaberinnen vom „Dreizehn“, Tini und Steffi, schwer gemacht, ihre gute Laune zu behalten. „Wir freuen uns, wenn es endlich losgeht, denn dann haben wir es endlich geschafft“, sagt Tini. Am 17. Juni ist es dann auch soweit. Das Dreizehn lädt mit seinen liebevollen, wechselnden Gerichten und Dauerbrennern wie dem „Cashewbär“ oder dem „0-Batzta“ [Null-Batzta] zum veganen Gaumenschmaus ein. Doch es liegt ein langer Weg hinter den beiden.

„2014 hat es uns offensichtlich gegeben“, erinnern sich die beiden zurück. Der Gedanke dazu existiere allerdings schon länger. Die beiden starken Frauen haben sich im Studium kennengelernt und sich unabhängig voneinander entschieden, vegan zu leben. Das vegane Angebot in der Augsburger Gastronomie hält sich zu diesem Zeitpunkt in Grenzen. Ihre Besuche in Berlin kommen ihnen vor wie im Food-Schlaraffenland. Warum nicht auch in Augsburg? Doch Steffi hatte zwei kleine Kinder und die beiden hatten als junge Studentinnen noch keinerlei Gastronomie-Erfahrung. Zu riskant, lautet die erste Einschätzung.

„Die Idee hat uns nicht losgelassen“ – Tini.

Allerdings treibt das mangelnde Angebot an veganer Gastronomie in Augsburg Steffi und Tini an. „Die Idee hat uns nicht losgelassen“, sagt Tini. So machen sie sich auf die Suche nach einer Location. Sie sind schon fast soweit, aufzugeben, da kommt der entscheidende Hinweis einer Freundin. Das Space 2 be wird frei und so ziehen sie 2014 kurzerhand ein.

Das erste Dreizehn ist ein langer, dunkler, hitziger Raum. Der Haken: Im Winter machen sie viel Geschäft, im Sommer wenig. Das führt dazu, dass sie Teile des Teams immer wieder nach dem Winter entlassen und nach dem Sommer wieder neu anstellen müssen. „Das fällt mir schon schwer, gerade, wenn man die Leute mag“, sagt Steffi. Eine neue Location muss her.

2015 bewirbt sich das Dreizehn zum ersten Mal für die Kresselsmühle. Doch damals scheint Augsburg noch nicht bereit zu sein, da Veganismus eher als Nischenprodukt gesehen wird. So zieht zunächst einmal die „Kulturküche“ in die Kresselsmühle. Doch zwei Jahre später wird die Gastronomie erneut ausgeschrieben und diesmal klappt es. Das Dreizehn bewirtet seit 2017 die Kresselsmühle und etabliert sich als Lieblingsort der Augsburger.

2018 dann die Ankündigung eines Umbaus. Denn die Kresselsmühle ist ein städtisches Gebäude mit einer langen Tradition. Doch in den letzten Jahren stehen viele Räume leer und werden nicht genutzt. Das soll sich nun ändern. Großer Knackpunkt: Als städtisches Gebäude muss der Zugang barrierefrei sein. Ein Aufzug muss eingebaut werden. Was ursprünglich zwei Wochen dauern sollte, weitet sich auf sechs Monate aus.

Der Umbau wird zur Belastungsprobe für die Gastronominnen – finanziell und psychisch. Sechs Monate lang kein Einkommen, dafür aber hohe Ausgaben. Durch die Umbauarbeiten können sie ihre Küche vergrößern, dafür muss jedoch eine neue Kücheneinrichtung her. Besonders bitter für die Inhaberinnen: Sie mussten dem kompletten Personal kündigen. 18 Angestellte, die sie persönlich sehr schätzen, haben sich neu orientieren müssen, sechs von ihnen kommen wieder zurück. „Für die Gäste ändert sich wenig, für das Personal so einiges“, sagt Steffi.

„Wir werden eröffnen, aber in welchem Chaos ist unklar“ – Tini und Steffi.

„Wir werden eröffnen, aber in welchem Chaos ist unklar“, scherzen die beiden Inhaberinnen. „Trotz allem sind wir sehr positiv gestimmt. Wir freuen uns auf unsere Gäste, auf verbesserte Arbeitsbedingungen und, dass das Haus zum Leben erweckt wird.“ So richtig Leben zieht dann spätestens mit der Eröffnung des Bildungs-, Begegnungs- und Beratungshauses am 8. Juli in das Gebäude ein, in dem sich karitative Einrichtungen wie Tür an Tür ansiedeln.

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