DJ, Producer & Coach – Einmal 9 mit Roy Perez

Roy ist nicht nur begeisterter Musiker, DJ und Producer. Bei seiner Schule Drumnote gibt er sein Wissen an die Nachwuchskünstler weiter.

DJ, Producer & Coach – Einmal 9 mit Roy Perez

Roy Perez kommt von Tel Aviv nach Augsburg. Der begeisterte Musiker beginnt seine Karriere mit 5 Jahren als Drummer. Heute beherrscht er unzählige Instrumente, ist ein Profi für Musikproduktionen und tourt als DJ durch die ganze Welt. Die Leidenschaft für elektronische Musik führt ihn nach Deutschland. In Augsburg möchte er sein Wissen an den musikalischen Nachwuchs weitergeben.

1. Wie bist Du zur Musik gekommen?

Ich spiele Schlagzeug seit ich 5 Jahre alt bin. In den 80ern habe ich mit dem Soundtüfteln begonnen. Während meiner Schulzeit habe ich das dortige Radio geleitet und konnte so meine ersten DJ-Erfahrungen sammeln. Als Drummer war ich zunächst vor allem im Rockbereich tätig, interessierte mich aber auch für Techno und Hip-Hop. Es hat mich damals gestört, dass ich immer von anderen Bandmitgliedern abhängig war. Komplett nach Gehör und Gefühl habe ich so unterschiedliche Instrumente kennengelernt. Später bin ich bei einem Freund auf Musiksoftware gestoßen und lernte die Vorteile von Computern kennen. Nachdem ich mehrere Jahre als Musiklehrer gearbeitet hatte, wusste ich, dass ich in Zukunft stärker in diese Richtung gehen möchte.

2. Wie kann man ohne Vorwissen am einfachsten einen eigenen Song produzieren?

Wer Musik machen möchte, hat heute endlose Möglichkeiten. Im Prinzip brauchst Du nicht mehr als ein Smartphone. Es gibt für jedes Betriebssystem unterschiedliche Apps, die alles mitbringen, um sehr einfach eigene Songs zu produzieren. Auch für diesen Bereich bieten wir bei Drumnote eigene Workshops an. Der Vorteil ist, dass Du nichts extra kaufen musst. Ein Smartphone hat fast jeder und die Apps kosten nicht viel. Wer mehr möchte findet auch für PCs günstige Software. Man kann heute also sehr schnell in die Musikproduktion einsteigen. Das Wichtigste ist, dass Dir das Musikmachen Freude bereitet.

3. Was willst Du in Augsburg bewirken?

Ich möchte die Musikszene hier unterstützen. Ich weiß, dass es hier viele gute Bands aus unterschiedlichen Genres gibt. Ich würde mir wünschen, dass sich eine richtige Szene entwickelt. Bei mir bekommen viele neue Musiker die Möglichkeit alles Notwendige zu lernen. Ich hoffe, dass ich dazu beitragen kann, dass in Augsburg so bald noch mehr musiziert wird.

4. Was bietest Du Interessierten?

Ich habe als Kind bis zu 8 Stunden am Tag Schlagzeug geübt. Heute ist es viel leichter möglich Musik zu machen. Der Computer kann für Dich den ganzen Song erstellen. Du musst nur wissen, wie Du die Software richtig bedienst. Bei Drumnote zeige ich Interessierten, wie das geht. Vieles lässt sich nur in der Praxis lernen. Jeder Song und jeder Musiker ist anders. Es gibt keine Patentrezepte. Ich mische jeden Song anders. Bei Drumnote sehen wir jeden Schüler als Individuum. Du lernst die Technik kennen, erfährst wie Du damit Musik machst und wie Du sie am Ende auf ein hohes qualitatives Level bekommst. Unsere Schüler haben den Vorteil, dass sie viele Rabatte der bekannten Soft- und Hardware-Hersteller bekommen. Wir haben außerdem enge Kontakte zu vielen Labels und können so die Karrieren vorantreiben. Das Wichtigste ist, dass sich die Künstler selbst finden und wissen, was ihr Ziel ist. Wir helfen bei diesem Prozess. Wir helfen denjenigen, die am Anfang stehen, aber auch mit gestandenen Musikern entwickeln wir einen Plan, wie sie noch weiterkommen. Wir wollen die Welt verbessern, indem wir mit Hilfe neuer Technologien den Zugang zur Musik möglichst vielen Menschen ermöglichen.

5. Was sind die neuesten Innovationen im Bereich der Musikproduktion und des DJing?

Es gibt inzwischen viele Plugins, die versuchen uns mit künstlicher Intelligenz zu unterstützen. Zum Beispiel gibt es Smart-EQs, die das Material analysieren und dann automatisch Einstellungen vornehmen. Ich finde es wichtig, dass wir das ganze als Unterstützung sehen und nicht den Computer für uns denken lassen. Mich begeistern neue Technologien. Manche Menschen haben Angst davor. Ich sehe es positiv und möchte die Vorteile nutzen. Der Computer kann Dir die kreative Leistung nicht abnehmen. Er kann Dir, aber bei vielen Prozessen helfen. Das sollten wir dankend annehmen.

6. Oft wird behauptet, dass viele Pop-Sänger nicht mehr singen können müssen, sondern Software wie Antares Autotune oder Melodyne die Arbeit übernehmen. Inwiefern stimmt das?

Viele bekannte Musiker sind heutzutage nur eine Figur. Sie produzieren die Musik nicht und schreiben auch häufig nicht mehr selbst die Texte. Sie sehen cool aus und funktionieren als Marke. Ich finde es persönlich aus diesem Grund viel interessanter, wer die Macher hinter guten Songs sind. Wer hat es zum Beispiel produziert und wer war der Toningenieur? Software wie Autotune ist heute Industriestandard. Die großen Labels bestehen darauf, dass Vocals durch dieses Plugin laufen. Es muss alles hochglanzpoliert sein.

7. Was macht für Dich heutzutage einen Hit aus?

Gehen wir mal davon aus, dass mit Hit ein kommerziell erfolgreicher Song gemeint ist. Es gibt häufig das Phänomen, dass Musiker von einem Song überzeugt sind und trotzdem kommt es bei den Massen nicht an. Ich finde heutzutage ist es sehr wichtig, wie ein Lied präsentiert wird. Ein Hit lebt von einem guten Video und einer durchdachten Vermarktung. Dabei sind 10.000 Euro Marketingbudget das Minimum. Ansonsten muss der Song eine interessante, aber einfache Melodie haben, das Lied sollte zumindest ein wenig Seele besitzen und irgendetwas haben, was im Kopf bleibt. Das kann zum Beispiel ein Wort oder eine Melodie sein. Das Wichtigste ist der Gesamt-Vibe eines Songs. Es geht dabei nicht nur um die Qualität. Zum Beispiel „Satisfaction“ von den „Rolling Stones“ zerrt sehr unangenehm, aber ist ein echter Hit. Als DJ höre ich jede Woche ca. 2000 Lieder und so konnte ich wertvolle Erfahrungen sammeln. Ich weiß nach 2 Sekunden, ob die Leute auf einen Song tanzen würden.

8. Was bedeutet Musik für Dein Leben?

Für mich hat Musik eine unglaubliche Wirkung. Es gibt mir Energie und lässt mich am Morgen aufstehen. Sie ist für mich wie Religion. Sie hat eine physische und spirituelle Wirkung auf die Menschen. Die Musik, die Du hörst und die Art, wie Du sie hörst, sagt sehr viel über Deine Person. Musik teilt Leute in Gruppen, je nachdem, welchem Genre sie angehören. Ich persönlich finde, dass wir alle Menschen sind und deswegen lass ich mich von allen Richtungen inspirieren. Wir können von allem etwas lernen. Als DJ sehe ich, was Musik mit Leuten macht. Ich kreiere etwas im Studio und präsentiere es später mit einem kleinen Mischpult vor einer Menschenmasse. Wenn ich dann sehe, was es mit ihnen macht, fühlt sich das wie Magie an. Es gibt kein schöneres Gefühl.

9. Was möchtest Du Nachwuchsmusikern und -DJs mit auf den Weg geben?

Wenn Du erfolgreich sein möchtest, musst Du auf allen Ebenen überzeugen. Die großen Labels interessiert nicht nur Deine Musik. Du musst auch auf den sozialen Medien überzeugen und Deinen Fokus voll auf die Kunst legen. Musik ist der Schlüssel, um sich selbst zu erklären. Mit Musik kannst Du Deine Meinung über die Welt nach draußen schreien. Du kannst Deine Gefühle und deine Gedanken loslassen. Wenn Du die Verbindung zwischen Deiner Seele und Deinem Kopf herstellen kannst und es schaffst, das in Kunst auszudrücken, dann hast Du es geschafft. Alle jungen Künstler sollen diesen Weg finden und ihre Meinung kundtun. Wer das hinkriegt, wird glücklich. Das wünsche ich Jedem.

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