Weltfrauentag 2021: Ihr fühlt euch diskriminiert? Zurecht!

Weltfrauentag und Equal Pay Day: Es gibt keinen besseren Anlass, um sich mit Gleichberechtigung von Frau und Mann zu beschäftigen. Wir haben eure Nachrichten zum Thema aufgenommen und dazu recherchiert.

Weltfrauentag 2021: Ihr fühlt euch diskriminiert? Zurecht!

Wir haben euch gefragt, wann ihr euch als Frau diskriminiert fühlt und haben viel Feedback erhalten. Welche Bereiche ihr uns genannt habt und was das Problem dahinter ist, wollen wir uns jetzt ansehen.

Gehaltsunterschied

Die häufigste Rückmeldung, die wir von euch bekommen haben, dreht sich um die Gehaltsunterschiede zwischen Mann und Frau. Dass Frauen per se schlechter bezahlt werden als Männer ist ein Umstand, der schon viele Jahre bekannt und diskutiert wird. Aber warum besteht diese Ungleichheit im Gehalt überhaupt und wie lässt sich Gegenwirken?

So kommt es zum Gehaltsunterschied

Die Fakten:

  • Frauen verdienen im Bundesdurchschnitt 19 Prozent weniger als Männer, in Bayern sind es 23 Prozent und in Augsburg sogar 29 Prozent

  • Zu diesen immensen Lohnunterschieden kommt es aus verschiedenen Gründen.

  • Frauen arbeiten familien-bedingt öfter in Teilzeit

  • Sie arbeiten häufiger in schlechter bezahlten Berufen (Soziale und Pflegeberufe)

  • Frauen übernehmen mehr familiäre Betreuungspflichten

  • Es gibt weniger Frauen in Führungspositionen

  • Sie haben es oft schwerer Gehaltsforderungen durchzusetzen

Was können wir dagegen tun?

Augsburgs Oberbürgermeisterin Eva Weber findet: „Es braucht Menschen, die die Spielregeln verändern und sich für echte Gleichberechtigung auf allen Ebenen einsetzen und diese leben“.

Unter dem Motto „Game Changer – Mach dich stark für equal pay!“ fordert sie und das Augsburger Equal Pay Day Bündnis anlässlich des Pay Equal Days dazu auf, aktiv zu werden. „Game Changer“ ist eine bundesweite Aktion, bei der sich bereits viele VertreterInnen aus der Politik, Sport und Kultur beteiligen.

Das Augsburger Equal Pay Day Bündnis hat konkrete Forderungen formuliert.

Aber auch hier in Augsburg geht es voran: Das Augsburger Equal Pay Day Bündnis hat konkrete Forderungen aufgestellt. So fordern sie beispielsweise bessere Bezahlung im sozialen Bereich, das Recht von Teilzeit in Vollzeit zu wechseln und vieles mehr.

Kurzum: Wir müssen das Thema groß machen, uns vernetzen und aktiv für bessere Löhne einsetzen, damit sich etwas am Gehalt ändert.

Altersarmut

Mary schreibt uns außerdem: „Kinder = Babypause = weniger Einnahmen und Abgaben = später kleine Rente“.

Tatsächlich sind Frauen deutlich häufiger von Altersarmut betroffen als Männer. Laut Statistischem Bundesamt lag die Armutsgefährdungsquote für Männer ab 65 Jahren im Jahr 2018 bei 12,7 Prozent. Bei Frauen desselben Alters bei 16,4 Prozent.

Die Gleichstellungsstelle der Stadt Augsburg bestätigt: Die Renten von Frauen lägen durchschnittlich 46 Prozent unter denen von Männern. Ein Umstand, der unter anderem dem Lohnunterschied geschuldet ist.

Gebärverdacht

Natascha schreibt uns, dass sie sich diskriminiert fühlt, weil sie als Frau über 30 nicht zu Vorstellungsgesprächen eingeladen wird.

Warum das der Fall ist, kann natürlich nicht pauschal beantwortet werden. Und sicherlich spielen auch hier mehrere Faktoren mit rein: Zum Beispiel der Umstand, dass Frauen mit 30 im gebärfähigen Altern sind. Eine Studie des Wissenschaftszentrums Berlin für Sozialforschung (WZB) von 2020, kam zu dem Ergebnis, dass Mütter rund ein Drittel mehr Bewerbungen schreiben müssen, um eine Einladung zu erhalten als kinderlose Frauen. Eine weitere Studie des Wissenschaftszentrums hat ergeben, dass der Lebenslauf einer Frau von PersonalerInnen um „eine Schulnote“ schlechter bewertet wird, als der gleiche Lebenslauf eines Mannes – sofern es sich um eine männerdominierte Branche handelte.

Fazit

Gleichberechtigung kommt nicht von allein. Sie ist immer noch etwas, für das wir uns aktiv einsetzen und das wir einfordern müssen. Es gibt viele Punkte an denen angesetzt werden kann und es ist klar, dass sich nicht von heute auf morgen alles ändern kann. Wichtig ist aber, dass wir kundtun, dass wir Veränderung wollen und unseren Frust über die Umstände nicht nur in den eigenen Kreisen zum Ausdruck bringen.

Vielleicht habt ihr ja Lust in das Programm des Frauenstreikkomitees Augsburg reinzuschauen.

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