Dieses Projekt lässt die Augsburger Börse wieder auferstehen

Ihr habt noch nie von der Augsburger Börse gehört? Kein Wunder, denn das Gebäude existiert schon seit Jahrzehnten nicht mehr. Ein Projekt der Universität Augsburg lässt sie nun aber wieder erscheinen: Als Hologramm.

Dieses Projekt lässt die Augsburger Börse wieder auferstehen

Der Rathausplatz in Augsburg ist heute ein beliebter Platz, um Freunde zu treffen, Kaffee zu trinken und die Sonne zu genießen. Touristen kommen hier her, um den Perlachturm und das Rathaus zu fotografieren – ja es ist für Urlauber vielleicht sogar der prominenteste Platz in der Stadt. Doch das war nicht immer so. Früher stand zwischen dem Augustusbrunnen und dem Verwaltungsgebäude der Stadt, welches heute auch eine Sparkassenfiliale und die Tourismus-Info beherbergt die Augsburger Börse. Ein riesiges Gebäude im Stil eines venezianischen Palastes, welches in der Höhe mit den Balkonen des Rathauses abschloss. Um den Augustusbrunnen ging ein Kreisverkehr, Cafékultur gab es hier keine.

Die Börse kehrt als Hologramm zurück

Im Zweiten Weltkrieg erlitt das Gebäude starke Schäden und wurde schließlich abgerissen. Die freie Fläche wurde dann in den Rathausplatz integriert, der damit seine heutige Form erhalten hat. Doch jetzt ist die Börse zurück. Ein Forschungsprojekt unter der Leitung von Moritz Schweiger hat mithilfe von alten Fotos und Postkarten ein dreidimensionales Hologramm des Gebäudes erstellt. Dieses wurde wiederum in eine spezielle Augmented Reality-Brille übertragen. Somit können die Studienteilnehmer samt Brille über den Rathausplatz gehen und das Gebäude dort sehen, wo es einst stand.

Wie nehmen wir den öffentlichen Raum wahr?

Ziel der Studie ist es, herauszufinden, wie Augmented Reality die Wahrnehmung des Stadtraums verändert. „Heute ist der Rathausplatz ein Ort, an dem sich viele Menschen treffen, um ihre Freizeit zu verbringen“, erklärt Projektleiter Moritz Schweiger. „Mithilfe des Hologramms wollen wir herausfinden, wie der Platz wirkt, wenn die Börse noch stehen würde. Wäre er zu beengt oder zu schattig, um sich dort für einen Kaffee aufzuhalten? Welche Bedeutung hätte er im Alltag der Augsburger?“ Erarbeitet wurde die Studie dabei als Teil des interdisziplinären Forschungsprojekts Digista, erklärt Schweiger: „Beteiligt waren nicht nur Kommunikationswissenschaftler, sondern auch Informatiker und Kunsthistoriker.“ Wann und ob die Börse als Hologramm auch für die Öffentlichkeit zugänglich sein wird, ist zwar noch nicht bekannt, aber Moritz Schweiger zeigt sich positiv, dass Projekte wie diese dazu beitragen können, die Stadt – egal ob für Bürger oder Touristen – in neuen Dimensionen erlebbar zu machen. Ein Grund also, die Holobrille eines Tages auch „alltagstauglich“ auf den Rathausplatz zu bringen.

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