Digital Day 2019 – Augsburg im Wandel

Was Pferde und Elefanten mit Innovationen zu tun haben.

Digital Day 2019 – Augsburg im Wandel

Es brennt im Stall und wir öffnen das Tor der Pferdebox. Was macht das Pferd? A: Drinbleiben. B: Herauslaufen. C: Marshmallows rösten. Die richtige Antwort ist A. Das Pferd bleibt in seiner Box und verbrennt. Warum? Weil er es für den sichersten Ort hält. Der Wandel macht vielen von uns Angst. Denn sie bringt Unsicherheiten mit sich. Doch eines ist klar, sagt Lutz Herkenrath, Schauspieler und Coach, in seiner motivierenden Rede: „Es wird nie wieder so sein, wie es mal war“. Und gerade deswegen sind Innovationen in Augsburg unausweichlich.

In Augsburg ist die Digitalisierung in vielen Unternehmen aus dem Mittelstand noch nicht angekommen. „Das hat nicht immer budgetäre Gründe oder liegt daran, dass die Unternehmer keine Visionen hätten. Es ist vielmehr die Vielzahl der – nicht immer praktikablen – Möglichkeiten, welche die Unternehmer zurückschrecken lassen“, erklärt Andres Santiago einer der Veranstalter und Geschäftsführer vom vmm Wirtschaftsverlag. Mit dem ersten Digital Day 2019 präsentieren Praktiker dem Mittelstand in Bayerisch-Schwaben digitale Lösungen.

Matthias Reder, stellvertretender Leiter Unternehmenskommunikation der Stadtwerke Augsburg, stellt beispielsweise das innovative crossmediale Kommunikationskonzept der Stadtwerke vor. Sie nutzen den technischen Fortschritt und behalten gleichzeitig das Altbewährte bei. Besonders wichtig dabei ist ihm die „Glaubwürdigkeit“. Der Kanal muss zum Medium passen.

„Wer Innovationen sucht, muss nicht nach Berlin gehen“ – Mirko Ross.

„Wer Innovationen sucht, muss nicht nach Berlin gehen“, sagt CEO digital worx und IoT-Experte Mirko Ross aus Stuttgart. Schließlich ist Deutschland dezentral aufgebaut und ein Großteil der Wertschöpfung liegt in Baden-Württemberg und Bayern. „Wir können selbstbewusst sein“, sagt Daniel Kempf, Geschäftsführer pd ventures & pd next, und verweist insbesondere auf die aufblühende Startup-Kultur.

Digital Startup Award geht an qbilon

In einer Startup Lounge pitchen sechs Gründer aus Bayerisch-Schwaben. Trotz Pannen und kurzfristiger Organisation gewinnen die promovierten Informatiker Thomas Drießen, Julian Kienberger, Melanie Langermeier und Simon Lohmüller den Digital Startup Award. Sie wollen die IT-Landschaft der Unternehmen kosteneffizienter gestalten.

Das Gebiet wird als hochriskant eingestuft. Ohne das EXIT Gründerstipendium des Wirtschaftsministeriums hätten die jungen Akademiker das risikoreiche Themenfeld nicht bearbeitet. „Es hätte jeder von uns mindestens eine halbe Million beisteuern müssen“, sagt Julian. Sie sind erst die zweiten Gründer aus Augsburg, die das Stipendium erhalten, die anderen stammen überwiegend aus Berlin.

IT-Ausfall kostet in einem Unternehmen mit 1.000-10.000 Mitarbeitern bis zu 5.500 Euro pro Minute Ausfall. „Wir können mit unserer Lösung den Fehler auf Minuten reduzieren“, sagt Thomas. Damit arbeiten Sie an Fehlern aus der Vergangenheit. Sie machen die IT auch sicher für die Zukunft, indem sie die Ausfallsicherheit ausbauen. Mit Pilotprojekten in Mittelstandsunternehmen entwickeln sie das Produkt stetig marktnah weiter.

Über Elefanten und Erfolg

Damit trifft qbilon den Geist der Zeit. Denn in Augsburg wird alles digitaler und technologisierter. Das sieht auch Ray Seibold, Gründer von Boxbote und Innoit, so und motiviert die Gründerszene stetig daran, an ausgeklügelten Ideen zu arbeiten: „Kopf schlägt Kapital – auch digital. Wer das herz seiner Mitarbeiter und Kunden erobert, muss die budgetüberladene Konkurrenz nicht fürchten“.

Wenn der Elefant und der Reiter in die gleiche Richtung schauen

Wenn dann auch noch Herz und Kopf in die gleiche Richtung schauen, steht dem Erfolg nichts mehr im Wege. Eine Metapher aus Lutz Herkenraths inspirierender Rede: Ganze 96 Prozent unserer Entscheidungen treffen wir aufgrund unserer Emotionen heraus. Der Elefant steht hier sinnbildlich für unsere Emotionen. Seine beiden Ziele: Schmerzen vermeiden, Freuden vergrößern. Doch, was ist, wenn der Reiter (Verstand) und der Elefant sich nicht einig sind? Wie lange können wir mit unserem Verstand versuchen, den Elefanten in eine andere Richtung zu lenken? Nicht sehr lange. Doch schauen beide in die richtige Richtung, vereinen wir Kraft und Motor und reiten mit voller Power dem Erfolg entgegen.

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