Radeln, um wahrgenommen zu werden: Critical Mass

Jeden letzten Freitag im Monat heißt es für viele Augsburger: Ab auf's Rad. Was es mit dem Fahrradpulk auf der Straße auf sich hat, verraten wir euch.

Radeln, um wahrgenommen zu werden: Critical Mass

Bestimmt habt ihr die Radler von Critical Mass schon mal durch Augsburg flitzen sehen und vielleicht habt ihr euch ja gefragt, was das Ganze soll. Wir verraten es euch.

Was ist eine Critical Mass?

Critical Mass ist eine kreative Form des Straßenprotests. Bei einer Critical Mass versammeln sich Radfahrer mit ihren Rädern und fahren als Gruppe. Ziel ist es, darauf aufmerksam zu machen, dass Fahrräder ebenso Teil des Straßenverkehrs sind, wie motorisierte Fahrzeuge.

„Critical Mass“, also „kritische Masse“ bezieht sich auf die Anzahl an Radfahrern, die als ein Fahrzeug gelten. Ja richtig, laut Straßenverkehrsordnung gelten 16 oder mehr Radfahrer, die zusammen unterwegs sind, als Verband. Der Verband wird damit zu einem großen Fahrzeug, dass auch den entsprechenden Raum für sich einnehmen darf.

Das heißt konkret: Ein Verband muss nicht den Radweg benutzten, sondern darf auf der Straße fahren. Die einzelnen Radfahrer müssen nicht rechts hintereinanderfahren, sondern dürfen den Platz eines großen Fahrzeugs einnehmen. Fahrräder des Verbands dürfen sogar über eine rote Ampel fahren, wenn der „Kopf“ des Verbands über grün gefahren ist. Voraussetzung ist dabei immer, dass die Gruppe zusammenbleibt und keine größeren Lücken entstehen. Diese Regel nutzt Critical Mass für ihre Aktion.

Regeln für eine Critical Mass

Das Ziel von Critical Mass ist es nicht, den übrigen Verkehr zu stören oder gar zu blockieren. Vielmehr soll im verkehrskonformen Rahmen auf die Rechte und Bedürfnisse von Radfahrern hingewiesen werden. Daher ist es allen Teilnehmern wichtig, die allgemeinen Verkehrsregeln zu jedem Zeitpunkt einzuhalten.

Critical Mass Augsburg

Eine Critical Mass wird nicht offiziell von einer Person oder einer Personengruppe organisiert. Schließlich handelt es sich auch nicht um einen genehmigungspflichtige Demonstration, sondern lediglich um eine Gruppe von Radfahrern, die gemeinsam fahren.

In Augsburg findet regelmäßig am letzten Freitag des Monats eine Critical Mass statt. Das heißt, morgen ist es wieder so weit.

Augsburg ist schon seit 2012 auf dem Weg Fahrradstadt zu werden. Aber noch ist noch viel zu tun.

Fahrräder werden im Straßenverkehr oft verdrängt und als Verkehrshindernisse wahrgenommen. Wenn keine ausgewiesenen Radwege vorhanden sind, sind sie weder auf der Straße, noch auf dem Gehweg willkommen. Die Stadt ist dabei, Radwege auszubauen und neu zu kennzeichnen, damit das Radfahren in Augsburg attraktiver und sicherer wird. Allerdings ist man von einer Fahrradstadt noch weit entfernt.

Aktionen, wie die Critical Mass oder auch die Augsburger Radlnacht zeigen, wie viele Augsburger Radfahren und wie dringlich der Ausbau eines zusammenhängenden Radwegenetzes ist.

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