Corona-Update aus dem Augsburger Rathaus – Mit klaren Worten

Heute, am Dienstag, den 9. November, gab Augsburgs Oberbürgermeisterin Eva Weber, die neuen Regelungen für Augsburg bekannt. Sie forderte abermals eindrücklich dazu auf, sich impfen zu lassen.

Corona-Update aus dem Augsburger Rathaus – Mit klaren Worten

Seit Dienstag, dem 9. November, zeigt die Corona-Ampel auch in der Stadt Augsburg Rot. Welche Maßnahmen das Bayerische Kabinett für die Stufe Rot beschlossen hat, wissen wir bereits. Nun stellte Oberbürgermeisterin Eva Weber die Situation in Augsburg auf einer Pressekonferenz dar.

Mehr Kontrollen

Zu den bekannten Regelungen, welche die Stufe Rot mit sich bringt, ergänzte Eva Weber, dass Jugendliche ab zwölf Jahren weiterhin zu ihren sportlichen und musikalischen Aktivitäten gehen können. Hier reiche der Test, den die SchülerInnen in der Schule machen, aus. Das solle sich allerdings ab nächstem Jahr ändern, so Weber. Bis dahin haben die Jugendlichen ab zwölf Jahren Zeit, sich impfen zu lassen, um Einschränkungen im Hobby-Bereich zu vermeiden.

Zudem konnte Weber bereits ankündigen, dass der Freistaat plane, verstärkt Kontrollen bei Veranstaltungen und im Gastrobereich durchzuführen. So solle sichergestellt werden, dass die neuen Regelungen auch durchgesetzt werden.

Werden Corona-Tests wieder kostenfrei?

Eine Frage, die besonders in sozialen Medien bislang stark diskutiert wird: Sollten Schnelltests und PCR-Tests in den Testzentren wieder kostenfrei werden? OB Eva Weber verwies in dieser Angelegenheit auf den Freistaat. Dieser müsse entscheiden, ob Kosten für Testungen wieder übernommen werden können.

Testmöglichkeiten auch an Weihnachten

Weber wies darauf hin, dass einige der Augsburger Testzentren auch an den Weihnachtsfeiertagen sowie an Silvester geöffnet haben werden.

Am Testzentrum an der Messe Augsburg werden ausschließlich Tests für Personen angeboten, die Berechtigung auf einen kostenfreien Test haben. Wenn ihr euch kostenpflichtig testen lassen wollt, könnt ihr dies in den anderen Testzentren tun, beispielsweise in Haunstetten, am Plärrer oder in der Maximilianstraße. Sämtliche Adresse sowie die Öffnungszeiten der Testzentren findet ihr auf der Website der Stadt Augsburg.

Booster-Impfung in Augsburg

Auch die Booster-, beziehungsweise Auffrischungs-Impfung sprach Weber an. Sie empfehle insbesondere den BewohnerInnen der Alten- und Pflegeheime schnellstmöglich eine Booster-Impfung zu machen. Generell stehe die Auffrischungs-Impfung jedem zur Verfügung.

Voraussetzungen für die Booster-Impfung:

  • Mindestens 18 Jahre alt.

  • Zweitimpfung mindestens sechs Monate her.

Wenn ihr euch die Booster-Impfung holen wollt, könnt ihr ohne Termin im Impfzentrum vorbeischauen. Es gibt keine Priorisierung, es gilt „first come, first serve“. Aber auch HausärztInnen bieten Drittimpfungen an. Für die Auffrischung des Impfschutzes wird immer ein mRNA-Impfstoff verwendet, in Augsburg ist es Biontech.

Angebot des Impfzentrums wird erweitert

„Wir werden die Impfkapazitäten im Impfzentrum hochfahren“, sagt OB Eva Weber. Allein am vergangenen Samstag wurden 989 Impfungen vergeben. Der Bedarf sei offenbar da. Um diesem nachzukommen, werde das Impfzentrum außerdem seine Öffnungszeiten ausweiten, so Weber.

OB Eva Weber appelliert an alle AugsburgerInnen, die der Impfung skeptisch gegenüberstehen ihre Haltung zu überdenken und sich dem Thema noch einmal offen anzunehmen. „Ich habe mir von MedizinerInnen sagen lassen, dass es keinen Impfstoff gibt, der so gut untersucht ist, wie der gegen das Coronavirus“, sagt Weber. „Ich weiß, dass einige es Leid sind von der Politik gesagt zu bekommen, was sie tun sollen und sich dementsprechend aus einer kleinen Trotzreaktion heraus nicht impfen lassen wollen“, so Weber. Sie könne das ein Stück weit nachvollziehen. Dennoch hoffe sie, dass sich noch viele AugsburgerInnen zu einer Impfung entscheiden. „Es ist ein Akt der Solidarität den anderen gegenüber“, so Weber. Nur gemeinsam könne man einen Weg aus der Pandemie finden.

Die Impfung wirkt

Dr. Thomas Wibmer, stellvertretender Leiter des städtischen Gesundheitsamtes, zeigte anhand von Statistiken die Entwicklung der Inzidenzen sowie des R-Werts. Letzterer sei im Vergleich zum vorigen Jahr von damals 2 auf heute 1,2 gesunken. „Trotz der Delta-Variante, haben wir einen langsameren Anstieg der Ansteckungsraten zu verzeichnen“, so Wibmer. Grund dafür seien die Impfungen. Derzeit steige die Infektionsrate bei älteren Menschen aufgrund des nachlassenden Impfschutzes wieder deutlich an. Diese müssten baldmöglichst eine Auffrischungs-Impfung bekommen, sagt er.

Krankenhauspersonal kündigt

Prof. Dr. Axel Heller, Ärztlicher Leiter Krankenhauskoordinierung im Rettungszweckverband, gab einen Einblick in die Situation in den Krankenhäusern. Dort habe man stark mit Personalmangel zu kämpfen, wie Heller erklärt. „Einige frustrierte und überarbeitete Pflegekräfte haben ihren Job an den Nagel gehangen“, berichtet er. Das ziehe Folgen nach sich: Die Zahl der Intensivbettenzahl im Zweckverband für Rettungsdienst und Feuerwehralarmierung (ZRF) sei von 149 Intensivbetten im April 2021 auf 123 Intensivbetten im November 2021 gesunken. Aus diesem Grund müssen dringende Operationen anderer PatientInnen verschoben werden.

Gegenüber noch nicht Geimpften fand er klare Worte. Der allerkleinste Teil der Ungeimpften sei „berechtigt ungeimpft“, so Heller. Das Argument der medizinischen Gründe, greife bei 99 Prozent der Ungeimpften nicht. Er verweist auf die Impfempfehlung des Robert-Koch-Instituts, wonach insbesondere für Menschen mit Immunschwäche, Herzproblemen und dergleichen eine Corona-Impfung empfohlen wird. In Deutschland fehle es an Gemeinsinn und jeder denke nur an sich, so Heller.

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