Geschmacklos und verhöhnend: Eva Weber zu Corona-Spaziergängen

Augsburgs Oberbürgermeisterin hat schon oft kundgetan, wie wenig sie die TeilnehmerInnen der Corona-Spaziergänge, verstehen kann. Vor dem jetzigen Hintergrund des Ukraine-Kriegs, findet Eva Weber deutliche Worte.

Geschmacklos und verhöhnend: Eva Weber zu Corona-Spaziergängen

Seit Ende letzten Jahres gehen einige AugsburgerInnen regelmäßig auf die Straße, um gegen die Corona-Maßnahmen zu demonstrieren. Immer montags und samstags treffen sich die „SpaziergängerInnen“ um ihrer Meinung kundzutun. Der skrupellose Angriffs-Krieg Putins auf die Ukraine hat daran bislang nichts geändert. Weiterhin skandieren einige DemonstrantInnen gegen die „Corona-Diktatur“.

Bei Augsburgs Oberbürgermeisterin Eva Weber löst das Fassungslosigkeit aus. Für Augsburgs Corona-SpaziergängerInnen findet sie klare Worte.

„Geschmacklos“ und „verhöhnend“ nennt Weber das Stattfinden der Corona-Spaziergänge während des Kriegs.

„Mein persönliches Unverständnis über die Inhalte, Weltbilder und Verschwörungstheorien, die auf Corona-Demonstrationen skandiert werden, habe ich in den vergangenen Wochen schon vielfach zum Ausdruck gebracht“, sagt sie. „Durch den Krieg, der gerade in Europa wütet, hat sich meine Haltung allerdings nochmal drastisch verstärkt. Ich bin schockiert und fassungslos, wie Menschen hier in Deutschland auf die Straße gehen können, um gegen eine angebliche Diktatur zu demonstrieren, während wir wenige Kilometer entfernt die grauenhaften Auswirkungen einer tatsächlichen Diktatur erleben. Das ist geschmacklos und verhöhnt die Menschen, die gerade schrecklich unter dem Krieg leiden.“

„Aus Russland erreichen uns Bilder, wie friedliche Demonstrierende verhaftet oder sogar mit Knüppeln niedergeschlagen werden. Diese Bilder zeigen uns, wie gefährlich es ist, in einer Autokratie für die Freiheit und den Frieden zu demonstrieren. Und sie zeigen uns eindrücklich, welch hohen Stellenwert hier in Deutschland die Meinungs- und Versammlungsfreiheit glücklicherweise haben.“

Wer sich die Bilder aus Russland ansehe, könne nicht ernsthaft von einer Diktatur sprechen, sagt Weber. Die Versammlungs- und Meinungsfreiheit sei in Augsburg sowie in ganz Deutschland unumstößlich.

Weber appelliert an das Taktgefühl aller AugsburgerInnen.

Vor dem Hintergrund des aktuellen Krieges sei Respekt wichtig. „Respekt vor all jenen, die in der Ukraine für Frieden, Freiheit und Selbstbestimmung gerade ihr Leben lassen, Respekt vor all jenen, die hier in Augsburg um ihre Angehörigen und Freunde bangen und Respekt vor all jenen, die sich auf der ganzen Welt gegen den Krieg engagieren“, so Weber.

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