Corona-Impf-Mythen: Schluss mit Gerüchten, das sind die Fakten

Nach über einem Jahr steht die Gerüchteküche rund um Corona noch längst nicht still. Halbwahrheiten und glatte Lügen werden vor allem in den sozialen Netzwerken verbreitet. Aktuell besonders zum Thema Impfung. Zeit, mit Irrtümern aufzuräumen!

Corona-Impf-Mythen: Schluss mit Gerüchten, das sind die Fakten

„Die Selbsttest-Stäbchen vom Corona-Test sind krebserregend.“

Besonders in Schulen gab es eine aufgeregte Diskussion über angeblich krebserregende Selbsttest-Stäbchen. Das führte dazu, dass viele Eltern nicht mehr wollten, dass ihre Kinder den Corona-Test machen. Fest steht: Die Stäbchen sind nicht krebserregend. Allerdings wurden manche von ihnen mit einem krebserregenden Stoff entkeimt wurden, wie der Bayerische Rundfunk (BR) schreibt.

Auch bei fünf Anwendungen täglich muss der EO-Restgehalt immer noch unter vier Milligramm liegen. - Prüfnorm für Medizinprodukte

Dieser Stoff heißt Ethylenoxid, kurz EO, und wird standardmäßig zur Sterilisation von medizinischen Produkten verwendet. Problematisch ist das deshalb nicht, weil das EO von den Stäbchen und anderen Gegenständen wieder entfernt wird. Das funktioniert so: Das Stäbchen wird in eine Vakuumkammer gegeben, die Luft wird herausgesaugt und das EO kommt hinein. Anschließend wird das EO wieder entfernt und das Stäbchen wird mit Stickstoff gespült. Wenn dieser Vorgang korrekt ausgeführt wird, ist das Stäbchen ungefährlich. EO-Reste können vorkommen, befinden sich aber weit unter einem Grenzwert, der kontrolliert wird.

„Die Covid-Impfung macht unfruchtbar.“

Im Internet kursiert das Gerücht, dass die Corona-Impfung Frauen unfruchtbar macht. Das ist nicht der Fall: Auch, wenn Schwangere derzeit vorwiegend nicht geimpft werden, bedeutet das nicht, dass Schwierigkeiten bei Schwangeren durch die Impfung erwartet werden. Alle zugelassenen Impfstoffe wurden umfassend geprüft und es konnten keine Auswirkungen auf die Plazenta und die Fruchtbarkeit festgestellt werden. Auch eine Covid-Erkrankung führte bei Schwangeren zu keiner erhöhten Fehlgeburtenrate oder Komplikationen, schreibt das Bundesministerium für Gesundheit.

„Der mRNA-Impfstoff verändert unsere Gene, unsere DNA.“

Dass Anteile des Virus (mRNA) sich in unsere DNA einbaut oder sie verändert, ist ausgeschlossen. RNA hat eine andere chemische Struktur als DNA und kann somit nicht in diese integriert werden.

„Bald wird es einen Impfzwang geben.“

Die Bundesregierung betont, dass die Impfungen freiwillig bleiben werden. Sie spreche lediglich eine Empfehlung aus, heißt es auf der Webseite. Es soll keine Impfpflicht geben.

„Bei der Impfstoffentwicklung geht es nur um Geldmacherei.“

„Jedes forschende Unternehmen will mit einem künftigen Impfstoff auch Geld verdienen, insofern spielen immer privatwirtschaftliche Interessen bei der Impfstoffentwicklung eine Rolle“, schreibt die Bundesregierung auf ihrer Webseite. Die „Global Responsive-Initiative“, die unter anderem von Nichtregierungsorganisationen (NGOs) unterstützt wird, sorgt dafür, dass der Impfstoff gerecht verteilt wird.

„Die hohen Fallzahlen kommen allein dadurch, dass mehr getestet wird.“

Ja, tatsächlich wird mehr getestet als noch vor einem Jahr. Aber wie der Bürgerbeauftragte der Bayerischen Staatsregierung schreibt, wird dadurch lediglich die Dunkelziffer aufgedeckt. Durch vermehrte Tests können Infektionsketten effektiver nachvollzogen und durchbrochen werden. Außerdem: Wenn mehr Tests gleich mehr Infektionsfälle bedeuten würden, müsste die Zahl der Infektionen gleichermaßen steigen, wie die Zahl der Tests. Das ist mit Blick auf die Statistiken des Robert-Koch-Instituts (RKI) jedoch nicht der Fall, wie das ZDF erklärt.

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