Doch kein 2G plus in der Gastro: Bayern geht einen Sonderweg

Den Beschluss von Bund und Länder, bundesweit 2G plus in der Gastronomie einzuführen, setzt Bayern nicht um. Das wurde gestern, am Dienstag, den 11. Januar, in einer Sitzung des bayerischen Kabinetts entschieden.

Doch kein 2G plus in der Gastro: Bayern geht einen Sonderweg

Vergangenen Freitag, den 7. Januar, haben Bund und Länder neue Corona-Maßnahmen beschlossen. Unter anderem soll bundesweit 2G plus in der Gastronomie eingeführt werden. Das bedeutet, dass Geimpfte und Genesene nur noch mit tagesaktuellem Test Zutritt zu Restaurants und Co. haben. Alternativ reicht der Nachweis einer Booster-Impfung, der ab dem Tag der Auffrischungsimpfung gilt. Die bayerische Regierung will die neuen Maßnahmen aber nicht umsetzten. Stattdessen verlängern sie die 2G-Regel, die bisher gegolten hat.

Bayern schert aus

„Wir schließen nicht, wir schauen uns die Dinge an.“ – Aiwanger

Begründung für die Entscheidung des bayerischen Kabinetts: Die Gastronomie sei in Bayern in vielen Bereichen ohnehin sehr stark eingeschränkt, wie Staatskanzleichef Florian Herrmann in München sagte. Es gebe eine flächendeckende Sperrstunde ab 22 Uhr. Zudem seien Bars und Diskotheken im Freistaat schon lang geschlossen. Auch Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger spricht sich für den Sonderweg aus. Er sagte, es sei die richtige Entscheidung, in der Gastronomie nichts zu verändern. Bei einer 2G-plus-Regelung sei nach seinen Worten das schnelle Essen-Gehen in der Mittagspause für viele nicht mehr drin. Er hoffe, dass bald wieder 3G oder gar keine Einschränkung für den Gastronomiebesuch gelten.

Corona-Maßnahmen bis Februar verlängert

Die bisherigen Corona-Maßnahmen werden in Bayern bis zum 9. Februar verlängert. Laut Herrmann gebe es weder Verschärfungen noch Lockerungen. Neu ist die 2G-Ausnahmeregel für ungeimpfte, getestete Jugendliche im Alter von 14 bis 18 Jahren. Sie haben Zutritt zur Gastronomie, dürfen Sport treiben und anderen Freizeitaktivitäten nachgehen, wenn dort für alle teilnehmenden Erwachsene 2G gilt. Kinder unter 14 Jahren sind grundsätzlich von der 2G-Regel ausgenommen.

„Team Leichtsinn“ statt „Team Vorsicht“

Von den Grünen und der SPD kam schon vorab scharfe Kritik zum bayerischen Sonderweg. Katharina Schulze, die Grünen-Fraktionsvorsitzende im Landtag, forderte, dass 2G plus bundesweit in der Gastronomie gelten solle. Sie zeigte wenig Verständnis für die Entscheidung und sagte, Bayerns Ministerpräsident Markus Söder wechsle vom „Team Vorsicht“ zum „Team Leichtsinn“. Sie sprach von einer „Wirtshauskultur“, weswegen 2G reiche und die Restaurants voll sein dürften.

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