Stiko empfiehlt Novavax Impfstoff und vierte Impfung

Die Stiko spricht sich für den Einsatz des Corona-Impfstoffs von Novavax für Erwachsene aus. Die Hoffnung ist, dass das Vakzin auch ImpfskeptikerInnen überzeugen kann.

Stiko empfiehlt Novavax Impfstoff und vierte Impfung

Die Ständige Impfkommission (stiko) empfiehlt Teilen der Bevölkerung, sich ein viertes Mal gegen das Coronavirus impfen zu lassen. Zudem spricht sie sich dafür aus, bei Volljährigen auch den Proteinimpfstoff von Novavax zu verwenden.

Vierte Impfung für bestimmte Gruppen empfohlen

Die Stiko empfiehlt eine zweite Auffrischungsimpfung für besonders stark gefährdete Gruppen sowie Beschäftigte im Gesundheits- und Pflegebereich. Das teilte das unabhängige Expertengremium am Donnerstag, den 3. Februar, in Berlin mit. Die Empfehlung gilt demnach unter anderem für über 70-Jährige, für BewohnerInnen von Altenheimen und Menschen mit Immunschwächekrankheiten. Der zweite Booster soll frühestens drei Monate nach der ersten Auffrischungsimpfung verabreicht werden. "Aktuelle Daten zeigen, dass der Schutz nach der ersten Auffrischimpfung gegen Infektionen mit der momentan zirkulierenden Omikron-Variante innerhalb weniger Monate abnimmt", erklärte die Stiko. Dies sei "insbesondere für Menschen ab 70 Jahren und für Personen mit Immunschwäche bedeutsam, da diese das höchste Risiko für einen schweren Covid-19-Verlauf nach einer Infektion haben."

Novavax von der Stiko empfohlen

Zudem sprach die Stiko eine Empfehlung für den Novavax-Impfstoff für Erwachsene aus. Es werde eine Grundimmnunisierung von Menschen ab 18 Jahren empfohlen - Hierzu seien zwei Impfstoffdosen im Abstand von mindestens drei Wochen zu geben, erklärte die Stiko. Das Novavax-Vakzin ist nicht mit den bisherigen Corona-Impfstoffen kombinierbar.

Ein entsprechender Beschlussentwurf sei zur Abstimmung an Fachkreise und Bundesländer gegangen, daher seien Änderungen noch möglich. Der Novavax-Impfstoff ist der erste proteinbasierte Corona-Impfstoff, der in der Europäischen Union zur Verfügung steht. Teilweise ist auch die Bezeichnung „Totimpfstoff“ verbreitet. Es handelt sich bei dem Novavax-Vakzin aber nicht um einen Totimpfstoff, sondern um einen Protein-Impfstoff. Dessen Wirkprinzip ist schon lange bekannt. Deswegen ist die Hoffnung, dass der Protein-Impfstoff von Novavax möglicherweise Menschen von der Corona-Impfung überzeugen kann, die der mRNA-Technologie bislang kritisch gegenüberstehen.

Novavax kein Totimpfstoff

Ein Totimpfstoff enthält abgetötete Viren beziehungsweise Bestandteile davon. Die meisten Grippeimpfstoffe, viele Impfstoffe gegen Kinderkrankheiten aber auch gegen Tollwut sind Totimpfstoffe. Totimpfstoffe gegen Corona gibt es von Sinovac aus China und von Valneva aus Frankreich.

Impfstoff-Art länger erprobt

Die Impfstoff-Art der Protein-Impfstoffe ist älter als die Technologie von mRNA- und Vektorimpfstoffen und entsprechend auch länger erprobt, beispielsweise bei Grippe-Impfungen. Experten sagen aber, dass die Nebenwirkungen bei Protein-Impfstoffen stärker ausfallen können als beispielsweise bei mRNA-Vakzinen.

Ab dem 21. Februar in Deutschland verfügbar

Der neue Impfstoff soll in Deutschland ab Montag, den 21. Februar verfügbar sein. „Die Zulassungsstudien ergaben keine Sicherheitsbedenken hinsichtlich schwerer unerwünschter Wirkungen nach Impfung", schreibt die Stiko. Es könne zu ähnlich ausgeprägten Impfreaktionen führen wie die anderen zugelassenen Vakzine gegen das Coronavirus. Allerdings sei die Datenlage zu Nuvaxovid noch begrenzt.

Möglichkeit für Beschäftigte im Gesundheitsbereich

Die niedersächsische Landesregierung hofft, mit dem Vakzin auch Menschen zu erreichen, die den bisher eingesetzten Impfstoffen misstrauen. Insbesondere für die noch ungeimpften Beschäftigten im Gesundheitsbereich ist das laut Gesundheitsministerin Daniela Behrens (SPD) eine gute Gelegenheit. Für sie gilt ab dem 15. März eine Impfpflicht. Der neue Impfstoff soll in Niedersachsen bis Ende Februar ausgeliefert werden.

Großes Interesse in Niedersachsen

In manchen Bundesländern konnten sich Menschen für eine Impfung mit Novavax vorab registrieren. Das Interesse war teils groß. In Rheinland-Pfalz haben sich innerhalb der ersten vier Tage 9.139 Menschen für eine Impfung mit dem Novavax-Impfstoff angemeldet. Auch in NRW rechnet man damit, dass die Nachfrage das Angebot übersteigen wird. Das sagte ein Sprecher des NRW-Gesundheitsministeriums am Dienstag. Deshalb will man das Vakzin zuerst im Pflege- und Gesundheitssektor verimpfen.

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