Quarantäne: So funktioniert das Freitesten in Bayern

Immer mehr Menschen müssen wegen einer Corona-Erkrankung oder als Kontaktperson in Quarantäne. Wie funktioniert hierbei das Freitesten - und zählt in Bayern das Testdatum oder der Beginn von Symptomen?

Quarantäne: So funktioniert das Freitesten in Bayern

Bund und Länder haben sich auf neuen Vorschriften für die Corona-Quarantäne geeinigt - und Bayern hat diese inzwischen in Kraft gesetzt. Seit dem 24. Januar gilt in Bayern die aktualisierte Allgemeinverfügung Quarantäne. Sie bestimmt, wer in Isolation muss und wie lange. Im Normalfall dauert die Quarantäne zehn Tage. Aber man darf sich auch früher freitesten. Einen Überblick über Bayerns Quarantäneregeln geben wir euch hier.

Positiver PCR-Test: Verhalten und Freitesten

Ihr müsst euch unverzüglich, nachdem ihr das positive Ergebnis des PCR-Tests bekommen habt, in Isolation begeben. Außerdem müsst ihr auf der Seite der Stadt Augsburg das „Online-Formular für positiv Getestete (PCR-Test)“ ausfüllen. In der Regel dauert die Isolation zehn Tage. Sie beginnt ab Symptombeginn, wenn der Verlauf symptomfrei bleibt, beginnt sie ab Abstrichdatum. Bereits nach sieben Tagen ist eine Freitestung mit einem negativen PCR- oder Antigen-Schnelltest möglich - wenn man als infizierte Person seit mindestens 48 Stunden symptomfrei ist. Dieser Test muss in einer offiziellen Teststelle erfolgen, ein Selbsttest reicht hier nicht aus. Die Isolation endet in diesem Fall automatisch mit der Übermittlung des negativen Testergebnisses an das zuständige Gesundheitsamt. Hierfür füllt ihr das Online-Formular zur Testeinreichung“ aus.

Andernfalls endet die Isolation nach zehn Tagen, sofern ihr dann seit 48 Stunden symptomfrei seid. Dies geschieht in diesem Fall automatisch, sobald diese Voraussetzungen erfüllt sind: Auch hier müsst ihr das Gesundheitsamt durch das Ausfüllen des Onlineformulars informieren. Das gilt jedoch nicht, wenn innerhalb der letzten 72 Stunden ein positives Testergebnis vorlag. "In diesem Fall bestimmt die Kreisverwaltungsbehörde, wann und unter welchen Bedingungen die Isolation im Einzelfall endet", heißt es in der Verordnung.

Für Beschäftigte in "vulnerablen Einrichtungen" wie Kliniken und Altenheimen, die sich selbst mit Corona infiziert haben, ist für das Freitesten nach sieben Tagen ein PCR-Test verpflichtend - oder es müssen fünf Tage lang täglich negative Schnelltests jeweils vor Arbeitsantritt vorgelegt werden.

Aufgrund der hohen Anzahl an täglichen Neuinfektionen kann es aktuell zu Verzögerungen bei der Kontaktaufnahme durch das Gesundheitsamt kommen. Informiert deshalb eure Kontaktpersonen über eure Covid-19-Infektion am besten direkt selbst. Hierfür gibt es auch ein Formular auf der Website der Stadt Augsburg: Das Online Formular für Kontaktpersonen. Das Gesundheitsamt meldet sich dann so schnell wie möglich bei euch und euren Kontaktpersonen.

Positiver Schnelltest - Verhalten und Freitesten

Auch wer einen positiven Schnelltest erhalten hat, muss sich sofort in Isolation begeben. Zudem muss das Gesundheitsamt über die Verdachtsperson informiert werden. Das übernimmt die Teststelle selbst, wenn der Test innerhalb Bayerns erfolgt ist. Aufgrund der aktuellen Lage meldet sich das Gesundheitsamt nur noch schriftlich bei euch. Wenn ihr einen Brief vom Gesundheitsamt erhalten habt, beantwortet den „Online Fragebogen für positiv Getestete (Antigen-Schnelltest/Selbsttest)“. Ihr könnt das Gesundheitsamt auch selbstständig informieren in dem ihr den Fragebogen direkt ausfüllt.

Jetzt solltet ihr einen PCR-Test machen, da das Ergebnis eines Schnelltests eventuell falsch sein kann. Wichtig: Bleibt auf jeden Fall trotzdem mindestens bis zum Vorliegen eines negativen PCR-Tests in Isolation. Bei einem positiven PCR-Test verlängert sich die Isolation. Das Gesundheitsamt informiert euch dann darüber, wann eure Isolation endet. Grundsätzlich geht die Prozedur los, die oben beschrieben ist.

Diese Quarantäne Regeln gelten für Kontaktpersonen

Für alle Personen, die Kontakt zu einem bestätigten Covid-19-Fall hatten, gibt es wichtige Regeln – abhängig von der Intensität des Kontaktes. Nach Bekanntwerden des Kontakts wird empfohlen, so schnell wie möglich einen PCR-Test oder Antigentest durchzuführen. Auch hier gilt: Ihr müsst das Formular für Kontaktpersonen auf der Seite der Stadt Augsburg ausfüllen. Das Gesundheitsamt tritt per E-Mail mit euch in Verbindung. Quarantänebescheide werden nach Einreichung des Onlineformulars ebenfalls schriftlich versendet. Nach Mitteilung des Gesundheitsamts, müsst ihr euch direkt in Quarantäne begeben. Für Kontaktpersonen gilt grundsätzlich dasselbe wie bei Infizierten: Die Quarantäne kann nach sieben Tagen enden, wenn ihr euch mit einem negativen PCR- oder Schnelltest "freitestet" und symptomfrei seid. Ohne Test dauert sie zehn Tage.

SchülerInnen sowie Kita- und Kindergarten-Kinder, die als Kontaktpersonen in Quarantäne müssen, können sich bereits nach fünf Tagen freitesten. Und zwar per PCR- oder Antigen-Schnelltest.

Für Beschäftigte in vulnerablen Einrichtungen gelten die gleichen Regeln, wie wenn sie selbst infiziert sind: Wiederaufnahme des Dienstes frühestens nach sieben Tagen per Freitestung durch PCR-Test. Alternativ sind fünf Tage lang tägliche negative Schnelltests jeweils vor Arbeitsantritt möglich.

Ausnahmen der Quarantäne

Nachdem der Bundesrat die entsprechende Verordnung am 14. Januar gebilligt hatte, gelten seit Samstag, den 15. Januar zudem die Ausnahmen von der Quarantäne. Nicht mehr in Quarantäne müssen in Bayern nun diejenigen Kontaktpersonen,

  • die bereits eine Booster-Impfung haben

  • die frisch doppelt geimpft sind (dies gilt, wenn die zweite Impfung mindestens 15 Tage und höchstens 90 Tage zurückliegt)

  • die frisch genesen sind (dies gilt, wenn die zugrundeliegende Testung mindestens 28 Tage und höchstens 90 Tage zurückliegt)

  • die nach einer Genesung mindestens eine Impfung erhalten haben (ab dem Tag der Impfung)

  • die nach mindestens einer Impfung von Corona genesen sind (wenn der zugrundeliegende positive PCR-Test mindestens 28 Tage zurückliegt)

  • die eine Genesung durch einen "spezifischen positiven Antikörpertest nach den Vorgaben des Paul-Ehrlich-Instituts" belegen können und danach mindestens einmal geimpft wurden (ab dem Tag der Impfung)

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