Ein Zeichen gegen die Verschwendung: Containern

Sie wühlen im Müll, um die Welt zu verbessern. Containern ist Teil einer alternativen Lebensform, die auch in Augsburg angekommen ist.

Ein Zeichen gegen die Verschwendung: Containern

Wer kennt es nicht? Man schaut in den Kühlschrank, entdeckt verdorbene Lebensmittel und schmeißt sie weg. Auf den ersten Blick erscheint das Ganze nicht all zu schlimm. Wahrscheinlich denkt man sich noch: „Das rettet jetzt auch niemanden das Leben.“ Aber in der Masse sieht das schon anders aus: Wusstet ihr, dass allein in Privathaushalten jährlich in Deutschland 6,7 Millionen Tonnen Lebensmittel einfach in dem Müll landen? Das sind wohlgemerkt 81,6 Kilo pro Einwohner.

Hinzu kommen 2,5 Millionen Tonnen weggeworfene Lebensmittel durch Supermärkte. Mit dem Containern versucht eine Gruppe von Leuten ein Zeichen gegen diesen Irrsinn zu setzen und rettet Essen aus den Mülltonnen der Supermärkte. Containern ist demnach mehr als ein Versuch, die Welt zu einem besseren Ort zu machen, sondern gleichzeitig eine Art Lebensgefühl. Auf sozialen Netzwerken kann man mit Gleichgesinnten in Kontakt treten und die Ausbeuten der anderen bestaunen. Ein Blick auf die Seiten lohnt sich, denn das, was an guten Lebensmitteln aus dem Müll gezogen wird, ist erschreckend.

Natürlich kommt da schnell die Frage auf, ob das nicht eher eine eklige Angelegenheit ist. Und natürlich können sich die meisten von uns etwas Besseres vorstellen als in Mülltonnen zu wühlen. Doch die Lebensmittel, die von Supermärkten weggeworden werden, sind oft noch gut erhalten. Gemüse und Obst landen zum Beispiel nicht selten einfach aus ästhetischen Gründen im Müll oder weil das Warenangebot erneuert wird. Oder auch nach Weihnachten oder Ostern, wenn die Schokolade nicht mehr ins Sortiment passt.

Das Problem beim Containern: Es ist verboten, da es als Diebstahl gilt. Doch wenn wir mal ehrlich sind, schadet Containern niemanden. Besonders cool finden wir übrigens, dass es in der Uni Augsburg gegenüber der alten Cafete den sogenannte „Fairtailer“ gibt. Hier kann man Lebensmittel spenden, die man nicht mehr will und eure Kommilitonen können sie dann einfach abholen.

Also beim nächsten Einkauf vielleicht zweimal überlegen, ob man wirklich alles braucht. Und wenn ihr keine Lust mehr auf euer Essen habt, fragt doch erstmal Freunde oder Nachbarn. Denn unsere Nahrung ist nun wirklich nicht für die Tonne!

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