Mario Barth war in Augsburg und mir war das völlig egal

Mario Barth war vor kurzem in Augsburg. Warum mir das völlig egal war, erfahrt ihr in diesem Statement.

Mario Barth war in Augsburg und mir war das völlig egal

Mario Barth schaffte es mit einem gefüllten Berliner Olympia-Stadion in das Guinness-Buch der Rekorde und begeisterte in seiner letzten Tour 800.000 eingefleischte Fans. Die Liste seiner Preise ist lang: Bayerischer Fernsehpreis, Bronze Bravo-Otto, 4 silberne Bravo-Ottos, 9 deutsche Comedy Preise und 11 goldene Schallplatten. Mario Barth ist eindeutig der erfolgreichste deutsche Comedian und wenn er doch nur so viele Jokes wie Preise hätte, wäre alles halb so wild. Bei über 60 Shows machte er mit seinem Programm „Männer sind faul, sagen die Frauen“ auch in Augsburg Stopp. Mir war das nicht nur im Vorfeld ziemlich egal, sondern ich war auch froh, als er wieder weg war.

Was mich so sehr an ihm stört, ist die Tatsache, dass alle Programme seit Jahren immer auf das Gleiche abzielen: Die Frauen- und Männerklischees. Der Grundtenor bleibt dabei derselbe: „Männer sind einfach und unkompliziert, während Frauen mit ihrer Dummheit immer für eine Überraschung sorgen.“ Hier mal 3 Beispiele:

  1. Wenn Frauen aufs Klo müssen, dann müssen sie JETZT. Wenn ein Mann auf die Toilette muss, kann er noch von hier bis nach München fahren und sich dann überlegen: Ach, ein Pils nimmste noch, bevor du pullerst.

  2. Ich habe mich gefragt, warum Frauen das Fenster öffnen, wenn ihnen heiß ist. Einfacher: Macht endlich die Heizung aus.

  3. Frauen denken um 16 Ecken, während wir Männer teilweise noch nicht mal bis 16 zählen können! Wir Männer sind halt einfach viel direkter.

Das Prinzip ist also immer dasselbe. Es wird eine Alltagssituation herausgepickt, in der die Frau dem Mann angeblich eindeutig unterlegen ist. Wenn man sich also mal vor Augen führt, wie oberflächlich dieser Humor ist, fällt es mir wirklich schwer die Witze auch nur mit einem Schmunzler zu würdigen.

Klar. Über Humor lässt sich streiten und wer Mario Barth nicht mag, muss es sich ja nicht ansehen. Trotzdem bin ich einfach kein Fan davon, wenn Witze auf Kosten unterschiedlicher Gruppierungen gemacht werden. Ich bin kein Freund von Schubladen und ich bin der Meinung, dass wir auch 2018 noch sehr viele Baustellen haben, bis wir wirklich von einer erfolgreichen Emanzipation sprechen können. Wir stehen in Augsburg für ein buntes Miteinander und Mario Barth steht mit seinem sexistischen Schubladendenken für das Gegenteil. Wenn es nach mir ginge, könnte er bei seiner nächsten Tour also ruhig einen großen Bogen um unsere Fuggerstadt machen.

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