„Es darf nicht mehr lange dauern“ – Cluböffnung in Augsburg

In ganz Deutschland wird die Forderung der ClubbetreiberInnen nach einer baldigen Öffnung lauter. Auch vonseiten der Club- und Kulturkommission Augsburg.

„Es darf nicht mehr lange dauern“ – Cluböffnung in Augsburg

Nur für eine kurze Zeit im Sommer 2021 durften die Augsburger Club- und BarbetreiberInnen öffnen. Dann stiegen die Inzidenzen wieder deutlich an und sie mussten erneut schließen. Angesichts der neusten Entwicklungen der Corona-Pandemie, rückt eine Eröffnung allerdings wieder in greifbarere Nähe.

DEHOGA fordert Öffnung aller noch geschlossener Betriebe

Der bayerische Hotel- und Gaststättenverband Bayern (DEHOGA) forderte bereits die Öffnung aller noch geschlossener Betriebe. „Grund für die Zwangsschließungen war immer eine drohende Überlastung des Gesundheitssystems zu verhindern“, sagt DEHOGA Bayern-Präsidentin Angela Inselkammer. „Wenn nunmehr die Gefahr nicht mehr besteht, sind weiterhin verordnete Betriebsschließung nicht mehr verhältnismäßig.“ Ein sicherer Clubbetrieb sei mit strengen Zugangsbeschränkungen wieder möglich. Zudem sei das auch aus infektiologischer Sicht sinnvoll, da Treffen so nicht weiterhin ins Private und damit unkontrollierbare, verlagert werden.

Wie sieht man das Ganze in Augsburg? Dazu haben wir mit Sebastian Karner gesprochen. Er ist Inhaber des Weißen Lamms sowie des Clubs „Kantine“ und außerdem Vorsitzender der Club- und Kulturkommission Augsburg e.V.

Hallo Augsburg: Seht ihr es als Augsburger Club- und Barbetreiber derzeit noch gerechtfertigt, weiterhin keine Öffnungserlaubnis zu haben?

Sebastian Karner: Zumindest sehe ich es so, dass es nicht mehr lange dauern kann und darf. Wir als ClubbetreiberInnen, unser Personal die KünstlerInnen und nicht zuletzt unsere Gäste haben jetzt monatelang zurückgesteckt. Wir haben die Maßnahmen im Großen und Ganzen mitgetragen und sehen uns da solidarisch, weil es galt eine Überlastung des Gesundheitssystems zu vermeiden. Da dies nun anscheinend nicht mehr das Problem darstellt, wollen wir eine Öffnungsperspektive von der Politik. Mit einem planbaren Datum und entsprechender Vorlaufzeit, die dafür notwendig ist.

Hallo Augsburg: Kann man in Augsburg von einem Kneipensterben durch Corona sprechen?

Sebastian Karner: Es haben schon einige zugemacht. Ich glaube dennoch, „Kneipensterben“, ist ein zu großes Wort. Ich mache mir aber auch Sorgen, dass nicht alle den Neustart schaffen werden. Soll heißen: Zur Eröffnung fließt erstmal sehr viel Liquidität ab und die Coronaauflagen machen den Betrieb relativ teuer. Ob es sich das dann auf Dauer für alle lohnt, ist die große Frage. Grundsätzlich sind das schon noch erhebliche Herausforderungen, die auf meine Branche zukommen.

Hallo Augsburg: Wie haben es die Augsburger Clubs und Bars bisher geschafft, sich über Wasser zu halten?

Sebastian Karner: Es gibt vom Staat die Überbrückungshilfen und vom Land Bayern das Spielstättenprogramm (nur für kulturelle Spielstätten) und diverse andere Programme, die uns geholfen haben, über die Zeit zu kommen und die uns helfen werden, den Neustart zu stemmen. Wir sind da aber mehr oder weniger nur ein Hub der das Geld an, unter anderem, Versicherungen, Banken, Vermieter und Leasing Gesellschaften verteilt. Es wurden nur – aber immerhin – die Fixkosten bezahlt. Wir als BetreiberInnen haben quasi keine Unterstützung erhalten. Die Firmenkonten als leere Hüllen überleben und diese Hüllen gilt es nun zum Neustart mit neuem Leben zu füllen.

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