Feuerwehr löscht Kreideschriftzug von catcallsofaugsburg

Einige Augsburger PassantInnen beschwerten sich über den Kreideschriftzug von den Aktivistinnen des Instagramaccounts „catcallsofaugsburg“. Daraufhin rückten die Polizei und die Feuerwehr an, um diesen zu entfernen.

Feuerwehr löscht Kreideschriftzug von catcallsofaugsburg

Gestern, am 7. Dezember, gab es einen Polizei- und Feuerwehreinsatz wegen eines Kreideschriftzugs am Rathausplatz in Augsburg. Verantwortlich waren die Aktivistinnen, die den Instagramaccount „catcallsofaugsburg“ führen. Sie schreiben seit geraumer Zeit nieder, wie vor allem Mädchen auf offener Straße sexuell belästigt wurden. Davon unberührte PassantInnen forderten, diesen zu entfernen.

Klimacamper sollten Kreideschriftzug entfernen

Eine der Aktivistinnen schrieb am Nachmittag dieses Tages mit Kreide auf die Straße, was einem Mädchen widerfahren ist. Laut Statement von catcallsofaugsburg wurde sie am Rathausplatz sexuell belästigt und rassistisch beleidigt. Später hätte sich die Polizei erkundigt, wer für den Kreideschriftzug verantwortlich sei. Die AktivistInnen des Klimacamps in Augsburg seien auch befragt und dann aufgefordert worden, die Kreide zu entfernen.

Da sie nicht die Verantwortlichen waren, sollen sie sich geweigert haben. Daraufhin habe die Polizei Hilfe von der Feuerwehr gefordert, hieß es von catcallsofaugsburg. Ein großes Löschfahrzeug und drei Streifenwägen rückten an und spritzen Löschwasser über den Schriftzug. Mindestens fünf Einsatzkräfte der Feuerwehr und vier PolizistInnen seien im Einsatz gewesen.

Sie wollen sich nicht den Mund verbieten lassen

Die AktivistInnen aus Augsburg wollen das nicht einfach so hinnehmen. „Es ist absurd, dass das Sichtbarmachen einer Belästigung mit Straßenkreide von der Polizei stärker verfolgt wird als die Belästigungen selbst“, erklären sie auf dem Instagramaccount. Nicht-Betroffene Personen würden sich über einen Catcall beschweren und sich davon belästigt fühlen, obwohl es Frauen gebe, die so etwas tagtäglich erleben müssten.

„Wir kreiden solange an, wie sexuelle Belästigung existiert.“

Dazu schrieben sie, dass die Unverhältnismäßigkeit der Mittel, die hierfür angewendet wurden, zu belächeln sei. „Offensichtlich fehlt es weiten Teilen der Gesellschaft und der Polizei an Sensibilität und Aufklärung zum Thema sexuelle Belästigung sowie Rassismus.“ Nun rufen sie ihre Follower dazu auf, sie bei diesem Vorfall zu unterstützen. Sie wollen sich nicht entmutigen und den Mund verbieten lassen. „Jetzt erst recht“, stand in ihrem Statement.

Über catcallsofaugsburg

Wie auch in anderen Städten Deutschlands, gibt es für Augsburg einen eigenen Instagramaccount, der auf sexuelle Belästigung aufmerksam machen soll. Die AktivistInnen fordern, dass Catcalling deutschlandweit strafbar gemacht werden soll, wie es beispielsweise auch in Frankreich und Belgien der Fall ist. Darunter fällt hinterherpfeifen, sexuell-bezogene Sprüche und andere Gesten, die offensichtlich zweideutig sind.

Um sich Gehör zu verschaffen, wurde eine Petition gestartet, bei der schon rund 67.000 unterschrieben haben. Dazu schreiben die Accountbesitzer an den jeweiligen Orten des Geschehens mit Kreide nieder, was einer Person tatsächlich passiert ist.

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