Cannabis-Legalisierung: Das sagt Frankie vom Hanfladen in Augsburg

Am Mittwoch, den 24. November, wurde der Koalitionsvertrag vorgestellt. Unter anderem soll der Verkauf und Konsum von Cannabis mit THC-Gehalt legal werden. Wir haben mit Frankie vom Hanfladen in Augsburg gesprochen.

Cannabis-Legalisierung: Das sagt Frankie vom Hanfladen in Augsburg

Die Parteien SPD, Bündnis 90/Die Grünen und FDP haben vergangenen Mittwoch, den 24. November, ihren Koalitionsvertrag vorgestellt. Dieser beinhaltet die lang diskutierte Cannabis-Legalisierung. Im Vertrag steht: „Wir führen die kontrollierte Abgabe von Cannabis an Erwachsene zu Genusszwecken in lizenzierten Geschäften ein.“ So solle die Qualität kontrolliert und die Weitergabe von verunreinigten Substanzen verhindert werden. Außerdem soll so der Jugendschutz gewährleistet werden. Doch es handelt sich dabei um ein Gesetz „auf Probe“. Sollten die gesellschaftlichen Auswirkungen nach vier Jahren eher negativ als positiv sein, kann es gegebenenfalls wieder zum Verbot kommen.

Was wurde bisher verkauft?

Bisher darf Cannabis nur ohne den berauschenden Wirkstoff Tetrahydrocannabinol (THC) verkauft werden. Das Cannabis, das bisher in den deutschen Hanfläden und Apotheken angeboten wird, beinhaltet reines Cannabidiol (CBD). Der Wirkstoff verspricht Potenzial in der medizinischen Anwendung. Er soll unter anderem Schmerzen lindern und beruhigend wirken. Das weiß auch der Gründer von „Hanf – der etwas andere Bioladen“, Wenzel Cerveny. Nachdem das Geschäft mit CBD in anderen Städten so gut lief, eröffnete er insgesamt drei Filialen in Augsburg. Wir haben mit Frankie, einem Mitarbeiter von der Filiale in der Steingasse, über die kommende Cannabis-Legalisierung gesprochen und nach seinem Standpunkt gefragt.

Wird bald Cannabis mit THC im Hanfladen verkauft?

„Es steht noch alles in den Sternen.“

„In der neuen Koalition sind alle für die Legalisierung und es spricht nichts mehr dagegen“, sagt Frankie zuversichtlich. Dennoch stehe alles noch in den Sternen. Denn wie das Ganze letztendlich umgesetzt wird, ist noch unklar. „Die Regierung weiß es selbst noch nicht“, meint er. Gerade sehe es danach aus, als würden sie sich an anderen Ländern orientieren, die bereits entsprechende Modelle umgesetzt haben. Was Frankie aber bezweifelt, ist, dass Cannabis in Apotheken verkauft wird. „Das kann ich mir nicht vorstellen. Eher in Läden, wie diesen hier.“

Momentan sei es nicht schwierig, an eine Lizenz zu kommen, um Cannabis ohne THC zu verkaufen, sagt er. „Sollte dann aber Cannabis mit THC verkauft werden, werden die Auflagen wahrscheinlich verschärft.“ Sowohl für LadenbetreiberInnen als auch für KundInnen. Ebenso ist noch unklar, wie die „kontrollierte Abgabe“, wie es im Koalitionsvertrag steht, durchgeführt werden soll. Frankie erwartet, dass die Abgabemenge pro KundIn reguliert werden wird. Entscheidend sei dann das Gewicht der Hanfblüten und nicht der THC-Gehalt. „In Amerika werden die KundInnen eingetragen“, erzählt Frankie. „Da gibt es verschiedene Läden und jeder entscheidet durch eine Anmeldung, wo er sein Cannabis in Zukunft kaufen möchte.“

Der Hanfladen in Augsburg kann sich auf die kommende Legalisierung momentan leider noch nicht vorbereiten, weil noch keine genaueren Angaben gemacht wurden. „Es wird aber sicherlich so kommen, dass wir die Auflagen erfüllen, um Cannabis mit THC anbieten zu dürfen“, meint Frankie. „Wir werden wahrscheinlich einer der ersten sein, die verkaufen.“ Er sei froh, dass den Leuten bald die Möglichkeit offensteht.

Was ist mit dem Eigenanbau?

„Ich kann verstehen, dass sie es vorerst weiterhin verbieten wollen, Cannabis zuhause anzubauen“, sagt Frankie. Die Regierung möchte eine kontrollierte Abgabe einführen. Das sei aber nicht möglich, wenn jeder sein eigenes Cannabis anbaut. „Sie wollen die Übersicht behalten.“ Er glaubt aber, dass der Eigenanbau in ferner Zukunft erlaubt sein wird. Bis dahin bleibt abzuwarten, wie sich die Legalisierung auf die Gesellschaft auswirkt.

Mehr Infos zur Legalisierung findet ihr in folgendem Artikel:

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