Studie in Augsburg: Burn-out und Depression bei Medizin-Studierenden

Das Ärzte-Dasein ist mit viel Stress verbunden, der vermehrt zu Burn-out und Depression führen kann. Symptome zeichnen sich auch schon bei Medizinstudierenden ab. Eine Studie an der medizinischen Fakultät Augsburg soll Präventionsmaßnahmen ergeben.

Studie in Augsburg: Burn-out und Depression bei Medizin-Studierenden

Von Depressionen und Burn-out unter ÄrztInnen haben wir alle schon einmal gehört. Auch Studien belegen, dass diese Berufsgruppe ein erhöhtes Risiko dafür hat. Doch die Probleme entstehen nicht erst im Beruf, meint Professor Dr. Thomas Rotthoff von der Medizinischen Fakultät der Universität Augsburg.

Symptome bereits während dem Studium

Tatsächlich haben die angehenden ÄrztInnen oftmals bereits während des Studiums mit Symptomen von Burn-out und Depression zu kämpfen, weiß Professor Dr. Thomas Rotthoff. Dies sei besorgnisserregend, insbesondere deshalb, weil mit dem ärztlichen Beruf eine hohe Verantwortung einherginge.

700.000 Euro Förderung für Studie

Um herauszufinden, wie diesem Problem entgegengewirkt werden kann, ist nun eine umfassende Studie geplant, die unter der Leitung Rotthoffs durchgeführt wird. 700.000 Euro stellte die VolkswagenStiftung dafür zur Verfügung.

Die insgesamt auf vier Jahre angelegte Studie arbeitet unter anderem mit Fragebögen, aber auch mit regelmäßigen Befragungen über Smartphones, die an Studierende ausgegeben werden. Ulrike Nett, Juniorprofessorin für Empirische Bildungsforschung an der Philosophisch-Sozialwissenschaftlichen Fakultät der Universität Augsburg, beteiligt sich ebenfalls an der Studie und erklärt: „Die Studierenden erhalten immer wieder im Verlauf ihres Studiums für einen Zeitraum von zehn Tagen Smartphones und werden mehrmals am Tag mit Kurzfragebögen zu ihrem aktuellen Wohlbefinden, Belastungen und Tätigkeiten befragt.“ Diese sollen vor allem während besonders belastenden Zeiträumen während des Studiums zum Einsatz kommen, beispielsweise vor Prüfungsphasen und, wenn die Studierenden das erste Mal an Körperspendern arbeiten.

Was hält die Medizin-Studierende psychisch gesund?

Das ist die Frage, die die großangelegte Studie herausfinden möchte. Doch Ideen zur Verringerung der Stressbelastung gibt es schon jetzt: „Ganz praktisch wollen wir zum Beispiel ein studentisches Peer-Coaching einrichten, bei dem die Studierenden sich gegenseitig bei Problemen unterstützen und auf ihre Gesundheit und ihr Wohlbefinden achten“, erklärt Rotthoff.

Bis September 2025 sollen Daten erhoben werden – und das nicht nur in Augsburg. Danach soll der Modellstudiengang Medizin an der Universität Augsburg auf Grundlage der Ergebnisse weiterentwickelt und verbessert werden. Gleichzeitig soll ein Maßnahmenkatalog erarbeitet werden, der auch auf andere Medizinstudiengänge in Deutschland übertragbar ist.

Logo