5 Buchtipps für kalte Wintertage

Die Tage werden kürzer und allmählich auch echt kalt und ungemütlich. Also wieder höchste Zeit, sich mit einer Tasse Tee und einem guten Buch auf dem Sofa zu entspannen! Wir haben fünf spannende Romane für euch zusammen gesucht.

5 Buchtipps für kalte Wintertage

Für euch gibt es auch nichts schöneres, als wenn es draußen stürmt und schneit, eure Freizeit mit einem guten Buch zu verbringen? Doch dann stellt sich wieder die übliche Frage: Was lese ich heute? Klassiker, Newcomer oder Bestseller? Fünf Vorschläge, die spannend, dramatisch und tiefgründig sind, haben wir gefunden - also genug Stoff, um die kalte Jahreszeit gut zu überstehen.

1. Keigo Higashino - Verdächtige Geliebte

Klingt kitschig - ist es aber nicht. Keigo Higashino führt uns mit seinem Kriminalroman nach Japan. Was uns hier gut gefällt: Man fiebert nicht mit der Polizei, sondern mit den Tätern mit, denn der Mord, um den sich das Buch dreht, geschah nicht etwa aus Gier oder Eifersucht, sondern aus Selbstschutz - war aber keine Notwehr. Yasuko erdrosselt ihren gewalttätigen Exmann mit einem Kabel, nachdem dieser im Begriff war, die gemeinsame Tochter anzugreifen. Yasukos Nachbar aber, der den Mord mitbekommt, bietet seine Hilfe an, das Verbrechen clever zu vertuschen. Keigo Higashino spinnt eine spannende und ausgeklügelte Geschichte um Yasuko und ihren Helfer, der uns Leser nicht nur einmal hinters Licht führt.

2. Jeffrey Eugenides - Die Selbstmordschwestern

„An dem Tag, als die letzte Lisbon-Tochter Selbstmord beging - Mary diesmal, mit Schlaftabletten wie Therese -, wussten die Sanitäter schon genau, wo die Schublade mit den Messern war, wo der Gasherd und wo im Keller der Balken, an dem man das Seil festbinden konnte.“ - damit beginnt Jeffrey Eugenides Roman Die Selbstmordschwestern. Die Nachbarsjungen der Lisbons versuchen im Wir-Erzähler das Rätsel um die fünf schönen Töchter aus dem Nachbarshaus zu lüften und herauszufinden, was sie in den Selbstmord trieb. Die Selbstmordschwestern ist ein Roman, der an die Grenzen geht - uns hat es gefallen, dass diese Grenzen hin und wieder auch überschritten werden. Selbstverständlich ist das kein seichter Text zum Einschlafen, aber auf jeden Fall Literatur, die in die Knochen fließt.

3. Irene Dische - Großmama packt aus

Wenn Großmama beginnt ihre Lebensgeschichte auszupacken - und die hat es in sich. Der Roman von Irene Dische handelt von ihr selbst, ihrer Mutter Renate und ihrer Großmutter Elisabeth, und eben diese Großmutter packt aus. In den 20er Jahren heiratete sie in Leobschütz im heutigen Polen einen jüdischen Arzt. Gerade noch rechtzeitig flüchten die beiden mit ihrer Tochter Renate aus Deutschland und entgehen der Deportation und der Ermordung durch die Nationalsozialisten. Doch ein neues Leben in den USA aufzubauen erweist sich als relativ schwierig, zumal Renates Ehe sich unglücklich entwickelt. Das Buch bietet also einen herrlichen Überblick über zwei Welten die aufeinander stoßen und ineinander zusammenfließen, ohne langweilige Passagen und klischeehafte Beschreibungen. Uns überzeugt Irene Disches Großmutter durch ihre unbestechliche Ehrlichkeit und den klaren Blick auf ihre Familiengeschichte.

4. Michela Murgia - Accabadora

Sardinien in der ersten Hälfte des vergangenen Jahrhunderts: Hier wirkt Bonaria Urrai - eine Accabadora. Accabadoren sind Frauen, die Sterbenden, helfen, den Weg dorthin zu beschreiten. Außerdem adoptiert Bonaria ein kleines Mädchen - Maria - und zieht sie als fill’e anima, Tochter der Seele, auf. Wie Maria zwischen ihrer leiblichen und Adoptivfamilie aufwächst und damit umzugehen lernt, dass ihre Adoptivmutter zwischen Leben und Tod arbeitet, erklärt Accabadora auf eine erfrischend geheimnisvolle Weise, die schlussendlich auch nicht alle Fragen offen serviert. Michela Murgia zeichnet mit Accabadora eine Liebeserklärung an ihre eigene Kindheit auf Sardinien und die traditionelle Lebensweise auf der italienischen Insel.

5. Nagib Machfus - Die Midaq-Gasse

Recht abgeschlossen von dem Rest des pulsierenden Kairos liegt, mitten in der Altstadt, die Midaq-Gasse. Ihre Bewohner leben dort in einem perfekt aufeinander abgestimmten Mikrokosmos, doch der massive britische Einfluss, der ab dem beginnenden 20. Jahrhundert auch in Kairo spürbar wird, wirkt sich auch auf das Leben der Gassenbewohner aus. Nagib Machfus zeigt in diesem Ausschnitt ägyptischer Geschichte, wer die Gewinner und Verlierer einer sich rasant bewegenden Zeit sind. Den Nobelpreis für Literatur 1988 hat er unserer Meinung nach ganz zurecht gewonnen, denn das Erzählen über den Wandel der ägyptischen Gesellschaft ist in der Weltliteratur in dieser Form einzigartig.


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