Die Antibaby-Pille wurde lange als Zeichen der Emanzipation gesehen. Sie ermöglichte neben dem Kondom nun eine weitere Möglichkeit zur Familienplanung sowie Verhütung. Die Hormone können zudem starke Menstruationsschmerzen oder eine starke Regel lindern. Daher galt sie gerade für junge Frauen als beliebtestes Verhütungsmittel. Nun legt die neue Studie der Oxford Universität erschreckende Ergebnisse offen.
Brustkrebsrisiko bei hormonellen Verhütungsmitteln um bis zu einem Drittel erhöht
Die Pille soll das Brustkrebsrisiko um bis zu 25 Prozent erhöhen. Damit zeigt sich, dass hormonelle Verhütungsmethoden zwar viele Vorteile haben, aber auch Risiken mit sich bringen. Zu den hormonellen Präparaten gehören neben der Pille auch der Verhütungsring und die Hormonspritze. Im Vergleich zu nicht hormonellen Präparaten erhöhen alle hormonellen Präparate das Brustkrebsrisiko um bis zu einem Drittel.
Von der Antibaby-Pille gibt es zwei Varianten: die kombinierte Pille mit zwei Hormonen (Östrogen und Gestagen) und die Gestagen-Pille mit einem Hormon. Aus vergangenen Studien war bereits bekannt, dass die kombinierte Pille das Brustkrebsrisiko erhöht. Das machte diese unbeliebt und viele junge Frauen entschieden sich daher für die Gestagen-Pille. Die neue Studie zeigt nun aber, dass auch bei der Gestagen-Pille das Krebsrisiko erhöht ist.
In der Studie wurden die Daten von 9.000 Frauen im Alter zwischen 20 und 49 Jahren ausgewertet, die an Brustkrebs erkrankt waren. Zusätzlich wurden die Daten von 18.000 eng verwandten Frauen analysiert, die keinen Brustkrebs hatten. Es stellte sich heraus, dass bei beiden Pillen – der kombinierten Pille und dem Gestagen-Präparat – das Brustkrebs-Risiko höher ist.
Keine Angst vor der Pille
Das macht im ersten Moment natürlich Angst und wirft viele Fragen auf. Sollte die Pille lieber abgesetzt und nach einer anderen Verhütungsmethode gesucht werden? Expert:innen geben Entwarnung. Das Brustkrebsrisiko ist bei jungen Frauen sehr gering und liegt bei insgesamt 0,4 Prozent. Das heißt: Von 1.000 Frauen im Alter von 25 Jahren erkranken durchschnittlich vier an Brustkrebs. Außerdem sollten bei jedem Medikament Kosten und Nutzen abgewogen werden: Die Pille erhöht zwar das Brustkrebsrisiko leicht, dafür senkt sie aber das Risiko für Eierstock-, Darm und Gebärmutterhalskrebs. Vielen jungen Frauen gibt sie zudem Lebensqualität zurück, weil die Pille auch Schmerzen lindern kann.
Vorsorge gegen Brustkrebs
Brustkrebs ist oft tastbar, weswegen junge Frauen regelmäßig zur Brustkrebsvorsorge gehen und sich vom Gynäkologen oder der Gynäkologin untersuchen lassen sollten. Allerdings kann man das Abtasten auch selbst erlernen. Informationen dazu könnt ihr euch beim nächsten Termin einholen oder auch online finden, zum Beispiel auf der Seite der deutschen Krebsgesellschaft. Auch die Website der Krankenkasse Barmer hat eine Schritt-für-Schritt- Anleitung. Achtung: Eine Selbstuntersuchung ersetzt nicht die Untersuchung durch medizinisches Fachpersonal, sondern ergänzt lediglich die Vorsorgetermine. Ein Großteil der Frauen findet nämlich zufällig im Alltag einen Knoten in der Brust, der sich im Nachhinein als Krebs entpuppen kann. Ab einem Alter von 50 bis 69 Jahren übernehmen die Krankenkassen alle zwei Jahre das Mammographie-Screening – eine weitere Methode, um Brustkrebs rechtzeitig zu erkennen und zu bekämpfen.