Moderna oder Biontech: Welcher Booster ist besser?

Viele Menschen müssen sich in nächster Zeit boostern lassen, um den Impfschutz aufrecht zu erhalten. Die Frage ist nun, welcher Impfstoff für die Auffrischung am besten ist. Wir haben für euch nachgeforscht.

Moderna oder Biontech: Welcher Booster ist besser?

Der Inzidenzwert in Deutschland ist in diesem Herbst so hoch wie noch nie. Um das Infektionsgeschehen wieder in den Griff zu bekommen, sind die Menschen mehr denn je dazu aufgerufen, sich impfen zu lassen. Einerseits sollen die verbleibenden 31,6 Prozent (Stand: 1. Dezember 2021) ihre Erst- oder Zweitimpfung erhalten. Diejenigen, deren zweite Impfung schon längere Zeit zurückliegt, sollen eine sogenannte Booster-Impfung erhalten. Grund dafür ist der nachlassende Impfschutz.

Boostern nach einem halben Jahr

Mittlerweile empfiehlt die Ständige Impfkommission (Stiko) eine Auffrischung für alle ab 18 Jahren. Zuvor hatten sie geprüft, ob sie ihre Empfehlung, die über 70-Jährigen und Risikogruppen zu boostern, auch auf andere Bevölkerungsgruppen ausweiten. Studien in Israel und in den USA haben gezeigt, dass die dritte Impfung den abnehmenden Impfschutz stabilisiert. Falls Geimpfte dann mit Covid-19 infiziert werden, erleiden sie mit niedriger Wahrscheinlichkeit einen schweren Krankheitsverlauf.

Anhand der Antikörper gegen Covid-19 kann der Impfschutz nur bedingt gemessen werden, weswegen lange unsicher war, wann eine Auffrischung sinnvoll ist. Der optimale zeitliche Abstand zur Zweitimpfung ist individuell. Generell soll laut Robert-Koch-Institut (RKI) die Booster-Impfung „im Abstand von 6 Monaten zur letzten Impfstoffdosis der Grundimmunisierung erfolgen“. Wenn die Booster-Impfung zu früh verabreicht wird, tritt der Effekt, den Impfschutz wiederherzustellen, nicht ein.

Biontech für unter 30-Jährige

Die Stiko empfiehlt für die Booster-Impfung grundsätzlich einen mRNA-Impfstoff wie zum Beispiel Moderna und Biontech. Außerdem hat sich gezeigt, dass eine Kreuz-Impfung besonders wirksam ist. Wenn also zuvor ein Vektorimpfstoff wie AstraZeneca oder Johnson & Johnson verabreicht wurde und zur Auffrischung ein mRNA-Impfstoff verwendet wird, kann ein höherer Impfschutz erwartet werden. Wer zuerst einen mRNA-Impfstoff erhalten hat, sollte am besten dabeibleiben.

Unter 30-Jährige sollen laut Stiko Biontech zur Auffrischung verabreicht bekommen. Grund ist das leicht erhöhte Risiko für eine Herzmuskelentzündung bei jungen Männern, die nach der dritten Impfung mit Moderna beobachtet worden sind. Anderen Bevölkerungsgruppen ist generell eine Kreuzimpfung zu empfehlen, wobei es mehrere Kombinationsmöglichkeiten gibt. Eine Gruppe von WissenschaftlerInnen haben diese untersucht und die Ergebnisse der Studie bei „Researchsquare“ präsentiert.

Diese Impfstoffkombination ist am wirksamsten

Die Studie zeigt, dass die Kombination mit AstraZeneca und Moderna die deutlichste Immunantwort aufbaut, sprich, im Endeffekt am besten vor Covid-19 schützt. Auf Platz zwei ist die Kombination von AstraZeneca und Biontech, gefolgt von der Impfung nur mit Moderna. Danach folgt die Impfkombination mit dem mRNA-Impfstoff Biontech. Laut ForscherInnen hat die mehrfache Impfung mit AstraZeneca die schwächste Wirkung und daher nimmt diese Impfkombination den letzten Platz ein.

Die Impfkapazitäten in Deutschland sind ausreichend, um zu boostern und eine Erst- oder Zweitimpfung zu verabreichen. Auch in Augsburg sind mittlerweile Auffrischungen möglich. Jedoch kommt es zu Verzögerungen beim Boostern. Grund sind die durchgeführten Kreuz-Impfungen: PatientInnen müssen ein weiteres Mal aufgeklärt werden, da es sich um einen anderen Impfstoff handelt, wie der Deutsche Hausärzteverband berichtet. Das kostet mehr Zeit, welche im Moment fehlt.

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