Mehr Nebenwirkungen? Was ihr über die Booster-Impfung wissen solltet

Viele Menschen haben sich im Sommer diesen Jahres impfen lassen, was bedeutet, dass bereits im Winter kein vollständiger Impfschutz mehr gegeben sein wird. Die Booster-Impfung soll Abhilfe schaffen.

Mehr Nebenwirkungen? Was ihr über die Booster-Impfung wissen solltet

Über 67 Prozent der Deutschen sind vollständig geimpft, wie das Robert Koch-Institut (RKI) berichtet. Zwei Millionen davon haben bereits eine sogenannte Booster-Impfung bekommen, um den Impfschutz aufrecht zu erhalten. Generell darf sich jeder, der zwölf Jahre alt ist und einen Wohnsitz in Deutschland hat, ein drittes Mal impfen lassen. Besonders empfehlenswert ist die Auffrischung bei älteren Menschen. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn rief dazu auf, dass alle ab zwölf Jahren das Angebot nutzen sollten. So auch Bayerns Ministerpräsident Markus Söder. Doch ist das überhaupt sinnvoll? Hier sind die Fakten.

Warum nochmal impfen lassen?

Bisher empfiehlt die Ständige Impfkommission (Stiko) die Auffrischung nur für über 70-Jährige und Risikogruppen. Aktuell prüfen sie, ob sie ihre Empfehlung auch auf andere Bevölkerungsgruppen ausweiten. Bisher wurden bereits einige Studien zur Booster-Impfung durchgeführt, beispielsweise in Israel und in den USA. Diese zeigen, dass die dritte Spritze den abnehmenden Impfschutz stabilisiert. Das bedeutet konkret, dass bereits Geimpfte durch die Auffrischung wieder immun sind und keinen schweren Verlauf mit Covid-19 erleiden. So würde die vierte Corona-Welle abgeschwächt werden.

Was passiert ohne Auffrischung?

Ohne Auffrischungsimpfung ist der Schutz gegen Covid-19 nur noch teilweise gegeben. Nach sechs Monaten ist bereits kein vollständiger Impfschutz mehr vorhanden, was bedeutet, dass Menschen ohne Booster-Impfung schwer an Corona erkranken und unter Langzeitfolgen leiden könnten. Die Intensivstationen würden sich füllen und Bereiche des öffentlichen Lebens würden durch die Corona-Maßnahmen weiter eingeschränkt werden.

Gibt es Nebenwirkungen?

Wie bei den ersten beiden Impfungen sind auch bei der Booster-Impfung nur die gängigen Nebenwirkungen bekannt, darunter Schmerzen an der Einstichstelle, Müdigkeit, Kopf- und Muskelschmerzen. Viele klagten auch über Erkältungs-Symptome. Die Nebenwirkungen traten meist wenige Tage nach der Impfung auf und waren schnell wieder verschwunden. Die Stiko vergleicht die Impfreaktionen mit der, der zweiten Dosis.

Gibt es Langzeitfolgen?

Viele Menschen verstehen unter Langzeitfolgen, dass bei einer Impfung erst nach einem Jahr Nebenwirkungen auftreten. Das ist aber weder bei den ersten beiden Dosen noch bei der Auffrischungsimpfung der Fall. Auch bei anderen Impfungen ist das nicht möglich. Carsten Watzl von der Deutschen Gesellschaft für Immunologie sagt: „Das gibt es nicht, hat es noch nie gegeben und wird auch bei der Covid-19-Impfung nicht auftreten.“ Es handle sich dabei um ein Missverständnis, das sich bei vielen Menschen hartnäckig hält. Die gesundheitlichen Risiken bei einer Corona-Infektion seien dagegen viel größer.

Welcher Impfstoff sollte verwendet werden?

Für die Booster-Impfung empfiehlt die Stiko grundsätzlich einen mRNA-Impfstoff wie beispielsweise Biontech und Moderna. Auch, wenn davor ein Vektorimpfstoff verabreicht wurde, ist eine Kreuz-Impfung sinnvoll und außerdem besonders wirksam. Wer zuerst einen mRNA-Impfstoff erhalten hat, sollte dabeibleiben. So auch bei dem Impfstoff Johnson und Johnson, da er insgesamt die geringste Schutzwirkung hat.

Wann ist eine Auffrischung sinnvoll?

Der vollständige Impfschutz ist erst nach sechs Monaten nicht mehr gegeben. Daher sollte frühestens ein halbes Jahr nach der zweiten Impfung die Auffrischung erfolgen. Menschen mit schwerer Immundefizienz sollten die Booster-Impfung bereits vier Wochen danach erhalten. Generell ist der optimale zeitliche Abstand individuell. Anhand der Antikörper gegen Covid-19 kann der Impfschutz nur bedingt gemessen werden.

Wo gibt es die Booster-Impfungen?

Die Booster-Impfung soll es nach Empfehlungen der Gesundheitsministerien bundesweit bei HausärztInnen geben. Das wäre die kostengünstigste Option. Dazu lassen sich die Menschen grundsätzlich lieber von ihrem Arzt oder ihrer Ärztin impfen, wie der Weltärztebund berichtet. Jens Spahn fordert allerdings dazu auf, alle deutschen Impfzentren zu reaktivieren, von denen die meisten im Moment nicht in Betrieb sind.

Hier bekommt ihr in Augsburg eine Booster-Impfung:

  • Im Impfzentrum

  • Bei HausärztInnen

  • Bei den Stadtteilimpfungen

  • Durch mobile Teams in Alten- und Pflegeheimen

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