Benny Braun – Einmal 9 an einen Bodybuilder

Der Bodybuilder, Fitnesscoach und Blogger, Benny Braun, erzählt von seinem Training und was hinter der Tätigkeit als Bodybuilder steckt.

Benny Braun – Einmal 9 an einen Bodybuilder

Wenn im Gespräch mit Freunden das Thema Fitnessstudio fällt, gibt es meistens zwei Meinungs-Lager. Die einen finden es affig oder unnötig dort Sport zu machen, fühlen sich beobachtet oder das Ambiente einfach unschön. Die anderen gehen gerne hin, weil sie froh über die häufig günstigen Tarife sind, mögen die Kalkulierbarkeit der Trainingserfolge oder weil sie dort einfach den Kopf abschalten können. Benny Braun ist einer, der sich in der Umgebung der Trainingsgeräte und anderen Fitnessbegeisterten wie zu Hause fühlt. Er ist ein erfolgreicher Bodybuilder, lizensierter Fitnesstrainer, Ernährungsberater, Autor und Blogger.

Wir waren neugierig und haben ihm neun Fragen zu seiner Tätigkeit als Bodybuilder gestellt.

Was begeistert Dich an Deiner Art des Trainings?

Ich finde es faszinierend, was der Körper an Leistung bringen kann und wie gezielt ich ihn Formen kann. Da ich Natural Bodybuilding betreibe, kommt der Einsatz von illegalen Substanzen nicht für mich in Frage. Das ist Ehrensache!

Wie kamst Du zu der Entscheidung professionelles Bodybuilding anzufangen?

Eigentlich startete ich schon mit 15 Jahren mit dem Training, nachdem ich bereits einige Jahre aufgrund einer Wirbelsäulenverkrümmung in Behandlung war. Mit 15 ½ Jahren haben mich meine Eltern deshalb in einem Fitnessstudio angemeldet. Ich fand nach und nach dermaßen Spaß daran, dass ich immer mehr wollte. Es wurde für mich zu meinem Lifestyle. Später habe ich dann Trainer- u. Ernährungsberaterlizenzen erworben, sowie weitere im Bereich TRX mit der Spezialisierung auf Leistungssport. Im Jahr 2011 entschloss ich mich zum ersten Mal bei einer Meisterschaft mitzumachen. Das Ergebnis war der Titel des Deutschen Meisters der German Natural Bodybuilding & Fitness Federation (GNBF) im Mittelgewicht im Jahr 2012. 2015 nahm ich nochmals teil – diesmal handelte es sich um die Internationale Meisterschaft, sowie der German Natural Bodybuilding Pro Division (GNBB). Ich erreichte jeweils den vierten Platz.

Wie schwer war das schwerste Gewicht, das Du jemals anheben konntest?

Das kann ich so pauschal nicht einfach sagen. Es kommt ganz auf die Übung an. Im Bereich Kniebeugen war ich bei circa 220 kg, beim Bankdrücken zum Beispiel bei rund 140 kg.

Wie oft gehst Du momentan trainieren? Bist Du noch „aktiv dabei“ bzw. trainierst Du momentan für einen Wettkampf?

Klare Sache, gar keine Frage. Ich bin mindestens fünf Mal pro Woche morgens im Gym. Besonders den „Pump” und den Erfolg, der daraus resultiert liebe ich. Von aktiven Wettkämpfen habe ich mich aufgrund meiner beiden Töchter und der Familie jedoch verabschiedet. Meine Gesundheit spielt hier eine große Rolle. Ich bin 36 Jahre alt und Papa zweier Töchter, da ist es ganz normal, dass mein Körper anders auf die hohe Belastung reagiert, als noch im Alter von 20 Jahren.

Trainierst Du nur im Fitnessstudio?

Eigentlich ja. Ich habe gerne die Kontrolle beim Sport und kann mich morgens im Gym frei entfalten. Ich kann hier komplett den Kopf abschalten und voll und ganz für mich sein.

Was hältst Du von Steroiden?

Rein gar nichts. Letztendlich muss jeder Athlet selbst wissen, was er seinem Körper und sich selbst zumuten möchte. Für mich, als Natural Bodybuilder, bedeutet es das Größtmögliche auf natürliche Weise zu erreichen. Dabei ist es egal, ob es um das Stemmen von Gewichten oder der Anblick des eigenen Spiegelbildes geht.

Warum tragen Bodybuilder so viel Selbstbräuner?

Haha! Das ist lediglich bei Wettkämpfen so. Durch die Bräune kommen die Muskeln und die Adern (Vaskularität) viel besser zur Geltung. Viele sind im Alltag sogar sehr blass und gehen auch nicht ins Solarium. Solariumgänge sind aber grundsätzlich schon weit verbreitet in der Szene.

Wie ernährst Du dich vor einem Wettkampf?

Das ist für Laien glaube ich ziemlich unverständlich und schwer zu erklären. Gesund ist das dann nicht mehr. Kurzgesagt, der Körper wird langsam von den Kohlenhydraten entleert und am Ende durch massive Zufuhr regelrecht zur Explosion der Muskeln gezwungen. Zeitgleich wird der Wasserkonsum Anfangs stark gesteigert und am Ende hin vollkommen eingestellt. In diesem Zusammenhang spielen dann Salz und Kalium auch noch eine Rolle. Und selbst Monate davor beginnt man, sich durch ein Kaloriendefizit auf die Meisterschaft vorzubereiten.

Wie geht Deine Familie mit dem Bodybuilding um?

Meine Familie akzeptiert es und lobt meine Disziplin. Meine Frau findet die Muskeln eher schon „zu viel“, aber das kann ich natürlich als Bodybuilder mit dem Verlangen nach mehr nicht nachvollziehen. Ansonsten habe ich eigentlich nur positive Rückmeldungen erhalten. Meine beiden Töchter, Melina und Samira, finden es toll ihren Papa im Schwimmbad mit dabei zu haben.

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