Blut spenden in Augsburg - Wie läuft es ab?

Jeder Dritte von uns ist mindestens einmal im Leben auf das Blut anderer angewiesen. Damit ihr wisst wie ihr in Augsburg Blut spenden könnt, haben wir alle Informationen zusammengefasst.

Blut spenden in Augsburg - Wie läuft es ab?

Täglich werden in Bayern rund 2.000 Blutspenden für die Versorgung von Verletzten und Kranken benötigt, wie der Website des Bayrischen Roten Kreuz (BRK) zu entnehmen ist. Ein perfektes medizinisches Versorgungssystem ist bei schweren Verletzungen und lebensbedrohlichen Krankheiten ohne Blut nicht funktionsfähig. Viele Operationen, Transplantationen und die Behandlung von KrebspatientInnen sind nur dank moderner Transfusionsmedizin möglich. Wir haben hier die wichtigsten Informationen zur Blutspende in Augsburg zusammengefasst.

Allgemeine Informationen

Voraussetzungen für die Spende

Blut spenden dürft ihr ab eurem 18. Lebensjahr. Ab dann könnt ihr bis zum Alter von 68 Jahren spenden. Um Blut spenden zu dürfen, müsst ihr außerdem mindestens 50 Kilogramm wiegen. Außerdem muss euer Hämoglobinwert stimmen und ihr müsst andere gesundheitliche Voraussetzungen erfüllen. Diese erfahrt ihr weiter unten beim Ablauf der Blutspende.

Wie oft dürft ihr Blut spenden?

Damit euer Körper genügend Zeit hat, um den Blutverlust wieder auszugleichen, müssen bestimmte Spende-Abstände eingehalten werden. Frauen dürfen innerhalb von zwölf Monaten viermal, Männer sechsmal Vollblut spenden. Vollblut enthält alle physiologisch vorkommenden Blutbestandteile. Zwischen zwei Vollblutspenden sollen normalerweise zwölf Wochen, mindestens aber acht Wochen liegen.

Warum dürfen Männer öfter Blut spenden?

Grund ist, dass die Blutzellen bei Männern vom Körper innerhalb von zwei Wochen erneuert werden. Der Ausgleich des Eisenverlustes dauert rund zwei Monate. Bei Frauen dauert der Prozess wegen der Menstruation etwas länger. Daher dürfen Männer häufiger Blut spenden.

Wie läuft die Blutspende ab?

  1. Anmeldung

    An der Anmeldung werden zunächst eure persönlichen Daten überprüft. Bringt unbedingt euren Personalausweis mit. Wenn ihr schon öfter Blut spenden wart, solltet ihr auch euren Blutspendeausweis mitbringen. Geht ihr das erste Mal zum Blut spenden und seid sogenannte Erstspender, werden eure Daten erfasst und der Blutspendeausweis wird euch im Anschluss zugeschickt. Das Rote Kreuz muss jede Spende genau dokumentieren

  2. Fragebogen

    Jetzt müsst ihr einen Fragebogen mit Informationen rund um eure Gesundheit ausfüllen. Macht dies am besten ganz in Ruhe nach der Anmeldung.

  3. Feststellung Gesundheitsdaten

    Nun werden noch ein paar Gesundheitsdaten von euch erfasst. Zum einen eure Körpertemperatur (meistens im Ohr) und zum anderen euer Hämoglobinwert (Blutfarbstoffgehalt). Hierfür reicht ein kleines Tröpfchen Blut aus eurer Fingerkuppe. Bei einem zu niedrigen Wert besitzt ihr nicht genug Eisenreserven, um die roten Blutkörperchen wieder aufzubauen. Um euch vor gesundheitlichen Folgen zu schützen, könnt ihr dann leider nicht an der Blutspende teilnehmen. Die Blutgruppe wird nachträglich bestimmt und dann in eurem Blutspendeausweis festgehalten.

  4. Ärztliches Gespräch

    Jetzt kommt ihr zu einem ärztlichen Gespräch. Die ÄrztInnen messen euren Blutdruck und Puls. Danach besprechen sie mit euch zusammen euren Fragebogen. Auf Grundlage all dieser Daten kann die Ärztin oder der Arzt entscheiden, ob ihr an diesem Tag Blut spenden dürft oder nicht.

  5. Blutentnahme

    Entscheidet das medizinische Fachpersonal, dass ihr fit genug seid, um zu spenden, werdet ihr zu den Liegen geführt. Hierbei könnt ihr entscheiden, ob die Entnahme am rechten oder linken Arm stattfinden soll. Erfahrene Krankenschwestern und PflegerInnen führen die Spende durch. Es dauert meistens nicht länger als zehn Minuten. Euch werden insgesamt 500 Milliliter Blut entnommen.

  6. Vertraulicher Selbstausschluss

    Hier habt ihr noch einmal die Möglichkeit ganz anonym in Papierform mitzuteilen, dass eure Spende nicht verwendet werden soll. In manchen Situationen trauen sich SpenderInnen nicht, ein bestimmtes Infektionsrisiko zuzugeben. Vielleicht sind Fremde oder Angehörige dabei, die mithören. Der vertrauliche Selbstausschluss bietet euch die Möglichkeit den kompletten Verlauf mitzumachen und danach zu entscheiden, dass die Verwendung eures Blutes nicht möglich ist, ohne dass jemand davon erfährt. Hierfür erhaltet ihr nach der Spende erneut einen Zettel mit der Information, unter welchen Umständen ein erhöhtes Risiko für Infektionskrankheiten vorliegt. Ihr müsst anonym bestätigen, dass euer Blut mit gutem Gewissen verwendet werden kann. Hier ist natürlich euer Verantwortungsbewusstsein gefragt. Nur so kann der hohe Anspruch für die Sicherheit der empfangenden Person gewährleistet werden.

  7. Imbiss und Dankeschön

    Nach der Blutentnahme solltet ihr noch circa zehn Minuten auf der Liege bleiben, um euren Kreislauf zu schonen. Solltet ihr euch nicht wohl fühlen, ist sofort medizinisches Personal zur Stelle, das ihr jederzeit rufen könnt. Danach könnt ihr euch kostenloses Essen und ein kleines Dankeschön mitnehmen.

Insgesamt dauert der Verlauf circa eine Stunde. In dieser Zeit habt ihr mit eurer Spende schon etwa drei Menschen geholfen.

Wo kann ich in Augsburg Blut spenden?

Ihr könnt beim BRK Vollblut spenden. Hier gibt es in Augsburg derzeit einmal im Monat einen Termin in der Stadtmitte und einmal im Monat in Lechhausen. Wann genau diese Termine stattfinden, erfahrt ihr auf der Website des BRK. Um auch in der Corona Pandemie sicher spenden zu können, solltet ihr euch vorher online für den Termin anmelden.

Adressen

Augsburg-Lechhausen

Pfarrheim St. Pankratius, Brunnenstr. 1, 86165

Von 16 bis 20 Uhr

Nächster Termin: 25.01.22

Augsburg Stadtmitte

Kath. Pfarrheim Haus Augustinus, Georgenstrasse 14 a, 86152

Von 16 bis 20 Uhr

Nächster Termin: 03.02.22

Was passiert nach der Spende mit meinem Blut?

Euer Blut wird in seine verschiedenen Komponenten aufgetrennt. Aus einer Blutspende entstehen verschiedene Blutpräparate, die für die speziellen Anforderungen in der Transfusionsmedizin hergestellt werden: rote Blutkörperchen, Blutplättchen und Blutplasma. Die weißen Blutkörperchen werden entfernt.

Dadurch können diese Präparate für mehrere PatientInnen und dem Bedarf entsprechend sehr zielgerichtet eingesetzt werden. Euer gespendetes Blut wird innerhalb von 24 Stunden im Produktionszentrum in Wiesentheid in die verschiedenen Komponenten aufgetrennt und weiterverarbeitet. Außerdem wird jede Blutspende im Labor auf bestimmte Krankheitserreger untersucht. Die Blutspende wird zum Beispiel auf eine Infektion mit HIV, Syphillis oder Hepatitis getestet. Das gibt sowohl Sicherheit für alle SpenderInnen als auch für die EmpfängerInnen. Nur gesundes Blut wird weiterverwendet.

Jetzt wisst ihr genau wie die Blutspende abläuft und wo ihr dafür hin müsst. Wenn ihr noch Bedenken oder Fragen habt, könnt ihr auch bei der kostenlos Spenderhotline des Deutschen Roten Kreuzes anrufen und euch persönlich beraten lassen.

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