Warum man nicht auf ein besseres Leben warten sollte

Noch die 2 Klausuren und die Hausarbeit, dann mache ich wieder mehr Sport. Wenn ich erstmal mit dem Studium fertig bin, dann fängt das Leben an. Wenn erstmal Wochenende ist, dann…

Warum man nicht auf ein besseres Leben warten sollte

Jeder hat sich wahrscheinlich schon einmal bei einem so, oder so ähnlichen Gedanken erwischt.

Der Spruch: People wait all week for Friday, all year for summer, all life for happiness, erscheint mir hier als sehr passend. Es scheint immer etwas zu geben, das man noch erledigen muss oder das noch ansteht, bevor man sein Leben wieder Leben kann. Nur kommt nach dieser einen Sache wieder etwas, und dann wieder. Entweder sind diese Sachen von der Gesellschaft vorgegeben, so wie eine richtige Ausbildung und ein geregelter Job, oder man steckt sich selbst ständig neue Ziele, die man erreichen möchte. Wir leben in einer Gesellschaft, in der man so aufgewachsen ist, dass man ständig seine Leistung unter Beweis stellen muss. „Wenn du dein Zimmer aufgeräumt hast, dann darfst du raus zum Spielen.“ Ganz nach dem Motto: Erst die Arbeit, dann das Vergnügen.

Über das Schulsystem und die Leistungsgesellschaft lässt sich streiten. Aber worum es mir geht, ist, dass wir scheinbar die ganze Zeit auf ein besseres Leben hoffen und darauf warten, dass es endlich anfängt. Nur fängt es nie wirklich an, oder wenn es soweit ist, ist der größte Spaß schon vorbei.

Das sollten wir uns bewusst machen, damit wir tagtäglich unser Leben genießen können. Denn im Moment zu leben scheint sich, dank der Schnelllebigkeit aller Dinge, immer schwerer zu gestalten. Aber das Leben ist JETZT und nicht irgendwann in der Zukunft. Dabei vergessen wir auch ganz schnell, dass unser Leben vergänglich ist und jeden Moment vorbei sein könnte.

Also sollte man doch versuchen sein Leben möglichst jeden Tag erfüllend zu leben und nicht nur auf das Wochenende oder den Urlaub zu warten. Dass das im Schul-, Studienalltag oder in einem nicht erfüllenden Job, leichter gesagt, als getan ist, kann ich aus eigener Erfahrung bestätigen.

Aber gerade deshalb ist es notwendig, Momente im Tag einzuplanen, auf die man sich freuen kann und die einem verdeutlichen, dass jeder Tag besonders ist. Oft ist auch dies leichter gesagt, als getan, aber genauso oft, ist es eine Sache von Prioritäten. Wie oft hat man schon gesagt, dass man keine Zeit für etwas hat (sei es Freunde treffen, Sport machen, oder sonst etwas), da man dringend lernen muss oder zu kaputt dafür ist, dann aber doch prokrastinierend am Handy hing, statt produktiv zu sein oder sich bewusst auszuruhen. Ein schöner Spruch, der mir dazu einfällt: Das einzige Mittel Zeit zu haben, ist sich Zeit zu nehmen.

Statt also darauf zu warten, dass man die Ecke erreicht, hinter der dann das gewünschte Leben wartet, sollte man sich bewusst machen, dass man sein Leben bereits lebt und es zu schade ist, auch nur einen Tag davon mit Warten zu verschwenden.

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