Ein Augschbürger hat Geburtstag: Bertolt Brecht

Er war Dramatiker, Lyriker und Librettist - außerdem war er Augschbürger und würde heute Geburtstag feiern. Wir gratulieren Dir: Bertolt Brecht!

Ein Augschbürger hat Geburtstag: Bertolt Brecht

„Das beste an Augsburg ist der Zug nach München“. Dieser Satz wird Bertolt Brecht oft ungeniert in den Mund gelegt - ob er’s wirklich so gesagt hat, ist jedoch unklar. Tatsächlich hat er in Augsburg zwar relativ wenig Zeit verbracht, dennoch gehört er zu den Augschbürgern schlechthin. Heute würde er seinen 121. Geburtstag feiern - und dazu gratulieren wir.

121 Jahre - ein stolzes Alter. Geboren wurde Bertolt Brecht am 10. Februar 1898 in Augsburg. Damals hieß er tatsächlich noch Bertold Brecht - mit „d“ am Schluss.

Hauptsächlich ist Bertolt Brecht für seine Theaterstücke bekannt geworden: Mutter Courage und ihre Kinder und Herr Puntila und sein Knecht Matti sind nur zwei davon. Besonders bemerkenswert, wenngleich auch nicht einzigartig, ist dabei das Verschmelzen von Epik - also erzählender Literatur - und Dramatik - also klassischer theatralisch aufgeführter Literatur. Der Sinn dahinter ist der Folgende: Das Theaterstück soll weg von Einzelschicksalen und stattdessen größere, globale Problematiken aufzeigen. Diese können gesellschaftlicher, ökonomischer oder auch umwelt-politischer Natur sein.

Aber weg von Theater-Theorie wieder hin zum Geburtstagskind Bert Brecht. bereits mit 15 Jahren begann Brechts Aufstieg zu einem der bedeutendsten deutschsprachigen Dramatiker der Moderne: In der von ihm und einem Schulfreund herausgegebenen Schülerzeitung Die Ernte wurden erste Prosa- und Dramatiktexte veröffentlicht.

1922 schließlich feierte das erste Mal eines seiner Stücke - Trommeln in der Nacht - Uraufführung in München - und kam dabei bei den Rezensenten grandios an. Als jedoch in den 1930er Jahren die National-Sozialisten immer mehr an Macht gewannen, geriet Bertolt Brecht in Bedrängnis, wurden sein Aufführungenregelmäßig gestört, 1935 seine deutsche Staatsbürgerschaft aberkannt und auch seine Bücher, wie die vieler anderer Autoren, die sich nicht in die national-sozialistische Ideologie drängen ließen, verboten und schließlich verbrannt. Brecht entschloss sich noch rechtzeitig zur Flucht und gelangte über einige Umwege schließlich in die Vereinigten Staaten von Amerika, in denen er allerdings nie richtig Fuß fassen konnte.

Wieder in Deutschland angekommen verbrachte er seine letzten Jahre in Ost-Berlin, wo er schließlich 1954 starb.

Augsburg ist jedenfalls Brecht-Stadt. Nich tzuletzt im Brechthaus Auf dem Rain 7 kann man eine herrliche Ausstellung zu dem bekanntesten Augschbürger genießen und sich selbst wieder ein bisschen mehr für Theater begeistern lassen.

Logo