Jetzt kommen die Gleise: So geht es am Augsburg Hauptbahnhof voran

Auf der Baustelle am Augsburger Hauptbahnhof wird ein weiterer Meilenstein erreicht: Unter anderem werden in den kommenden Monate die Gleise im neuen Tunnel verlegt.

Jetzt kommen die Gleise: So geht es am Augsburg Hauptbahnhof voran

Am Augsburger Hauptbahnhof wird schon seit sechs Jahren unermüdlich gebaut. Viele Zugezogene werden den Bahnhof gar nicht ohne Baustelle kennen. Grund dafür ist das große Projekt der Stadtwerke Augsburg (swa), der Deutschen Bahn (DB) und der Stadt Augsburg, den Hauptbahnhof komplett neu zu gestalten. Teil davon ist der Tunnel, in dem Straßenbahnen ankommen sollen.

Jetzt kommen die Gleise

In den vergangenen Tagen haben LKWs die ersten Gleisstücke für die unterirdische Straßenbahnhaltestelle im Tunnel angeliefert. Nach und nach werden 250 Meter Gleise verlegt. Das dauert seine Zeit. Bis Februar 2022 sollen die Gleisarbeiten voraussichtlich abgeschlossen sein, informieren die Stadtwerke Augsburg (swa). Im Anschluss an die Schienen im Tunnel folgen weitere auf dem Vorplatz West an der Rosenaustraße und im östlichen Tunnelbereich Richtung Innenstadt.

Herausforderungen im Tunnel

Der Tunnel ist keine einfache Arbeitsumgebung. Die größte Herausforderung ist der Platzmangel. Daher muss die Anlieferung von Bauteilen, Baustoffen und Baugeräten präzise geplant sein. Die schweren Weichen können im Tunnel tatsächlich nur mit kleinen Mobilkränen und Teleskopstaplern bewegt werden. Auch der Transport von Beton, der im Tunnel benötigt wird, gestaltet sich nicht ganz einfach. Dieser werde durch Schlauchleitungen zur Einbaustelle gepumpt, sagt swa Oberbauleiter Thomas Weinl.

Niedrige Temperaturen erschweren die Arbeit

Neben den Herausforderungen, die der Ort der Baustelle mit sich bringt, kommen die kühlen Wintermonate als erschwerender Faktor hinzu. „Einige Arbeiten wie das Schweißen der Schienen oder auch das Einbetonieren können nicht bei Temperaturen unter fünf Grad erledigt werden“, sagt Thomas Weinl. Wenn es zu kalt wird, werde mit Zelten und Heizgeräten nachgeholfen, sodass die Arbeiten voranschreiten können. Dennoch hält es Bauleiter Weinl für möglich, dass es aufgrund des Wetters zu Verzögerungen kommen kann.

Diese Straßenbahnlinien werden durch den Tunnel fahren

Geplant ist, dass insgesamt drei Straßenbahnlinien in den Tunnel am Hauptbahnhof fahren werden. 2023 werden es zunächst nur die Linien 3 und 4 sein. In einer unterirdischen Wendeschleife werden sie umdrehen und wieder Richtung Innenstadt zurückfahren. Zu diesem Zeitpunkt wird auch der neue Fußgängertunnel, der von Westen in den Hauptbahnhof führt, begehbar sein. Noch einmal drei Jahre später, also 2026, wird die Linie 6 folgen. Ebenso wird bis dahin der Bau der Trasse der geplanten Linie 5 fertiggestellt sein, die zum Uniklinikum fahren soll.

Fakten zum großen Bauprojekt am Hauptbahnhof

  • Seit rund sechs Jahren wird gebaut.

  • Es entsteht ein 405 Meter langer Tunnel.

  • Die Straßenbahnhaltestelle entsteht zwei Etagen unter den Zuggleisen des Hauptbahnhofs.

  • Der Tunnel, samt Haltestelle, ist Teil des Gesamtprojekts „Mobilitätsdrehscheibe“, mit insgesamt sechs Teilprojekten.

  • Der Hauptbahnhof ist mit 230 bis 250 Millionen Euro Baukosten das größte Einzelprojekt.

  • Durch den Bau wird sich die Situation für die Fahrgäste wesentlich verbessern.

  • Das Projekt wird mit dem Höchstsatz von 83 Prozent der förderfähigen Kosten von Bund und Land bezuschusst.

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