Nach über einem Jahrzehnt sind die Planungen abgeschlossen und der Bau kann beginnen: Am Hochablass entsteht eine moderne Fischaufstiegsanlage, die das Wehr erstmals seit 120 Jahren für alle Wasserbewohner passierbar machen soll. Damit leistet das Projekt einen entscheidenden Beitrag zur Wiederherstellung der ökologischen Durchgängigkeit des Lechs und fördert die Artenvielfalt.
Bauablauf und Sicherheitsmaßnahmen
Die ersten Bagger rollen bereits am Lechufer an, um den Bereich für die Fischaufstiegsanlage am Hochablass freizulegen. Rund eineinhalb Jahre sollen die Arbeiten dauern, bevor die Anlage in Betrieb genommen werden kann. Der Fortschritt ist dabei jedoch auch von der Anzahl an Hochwasserereignissen abhängig. In den kommenden Wochen suchen Experten das Gelände zunächst systematisch nach Kampfmitteln aus dem Zweiten Weltkrieg ab, bevor tiefe Löcher in den Boden gebohrt und anschließend sogenannte Spundwände eingebracht werden können. Dabei handelt es sich um stabile Stützwände aus Stahl, die die Baugrube absichern und somit ein sicheres Fundament bilden.
Funktionsweise der Fischtreppe
Am Ende sollen schließlich alle Fische und Kleinlebewesen die fast acht Meter hohe Barriere des Hochablasses am Lech überwinden können. Dafür müssen sie insgesamt über 70 Becken mit einem geringen Höhenunterschied wie über eine Treppe auf- oder absteigen. Jedes der einzelnen Becken hat dabei eine Größe von vier auf zwei Metern, damit jeder Fisch genug Platz findet, um sicher durch das Bauwerk zu schwimmen.
Lange Planungsphase und UNESCO-Weltkulturerbe
Die Planungen des Projekts haben bereits parallel zum Bau des 2013 in Betrieb genommenen Wasserkraftwerks am Hochablass begonnen. Verschiedene Auflagen der Genehmigungsbehörden, der Fischereifachberatung, technische Herausforderungen und neue Erkenntnisse zum Bau solcher Anlagen führten zur mehrmaligen Überarbeitung der Pläne. Damit hat sich das Vorhaben lange verzögert – doch nun steht das Konzept, das auch im Einklang mit dem Wassermanagementsystem Augsburg steht, welches Teil des UNESCO-Weltkulturerbes ist.
Rücksicht auf Anwohner und Erholungssuchende
Dabei sollen die Einschränkungen für Fußgänger möglichst gering bleiben. So wird der Lechsteg über den Hochablass durchgängig geöffnet bleiben. Auch die Anwohner sollen durch den Baulärm nur minimal belastet werden, weshalb die Arbeiten zu den normalen Tageszeiten erfolgen. Ganz zu vermeiden ist eine Lärmbelastung jedoch nicht, etwa beim Einrammen der Spundwände.