Was es im Bahnpark zu entdecken gibt

Ein historisches und technisches Highlight in Augsburg: Der Bahnpark im Hochfeld

Was es im Bahnpark zu entdecken gibt

Für alle Fans von Lukas und Jim Knopf und insbesondere von Molly und Emma, genau das Richtige: der Bahnpark in Augsburg. Hier werden auf historischem Bahngelände Züge aus ganz Europa ausgestellt und von März bis November kann hier sonntags nach Anmeldung alles mit professioneller Führung besichtigt werden. Wir waren für euch dabei.

Im Rundhaus Europa geht`s los. Hier sind verschiedenste Eisenbahnen, Loks und Wagons ausgestellt. Die Schienenfahrzeuge kommen aus ganz Europa und sind teilweise Leihgaben, aber auch Geschenke für den Augsburger Bahnpark. Frankreich, Schweden oder Holland - im Bahnpark Augsburg findet jede Lok mit Geschichte eine neue Heimat.

Die Botschafter Lokomotive Frankreichs, besticht vor allem durch ihr schönes Aussehen. „Von Frauenhand gemacht“ munkelt man und erklärt so die Schönheit der Lokomotive, die früher ihren Weg von Paris nach Istanbul fand.

Lustige Anekdoten und interessante geschichtliche Eckdaten sind das, was einen Besuch im Bahnpark ausmacht. Diese Lok zum Beispiel, welche eine Leihgabe aus Luxemburg ist, zog früher Züge der Stahl- und Kohlezüge und wird liebevoll „Bügeleisen“ genannt.

Der „gläserne Zug“, der unfallbedingt leider nicht mehr fahren konnte, wartet im Schuppen des Bahnparks auf seine Restaurierung. Besucher fasziniert neben der schönen Vorstellung komplett verglast durch die Landschaft Europas zu fahren, dass der Lokführer damals nur eine Reihe vor den Passagieren saß.

Auch sehr sehenswert und interessant: Der historische Bahnpostwagen aus dem Jahr 1926. Hier wurden früher säckeweise Briefe sortiert und am jeweiligen Bahnhof ausgegeben. In diesem Bahnwagen könnten also schon die Liebesbriefe eurer Groß-oder Urgroßeltern transportiert worden sein.

Ein weiteres Highlight ist der große Trans Europa Express. Hier können Besucher durch den ganzen Zug laufen und sich auf Sitzen längst vergangener Zeiten niederlassen. Auch die Bordküche und das Führerhäuschen sind einen Blick wert.

Ein historisches Unikat in Augsburg

Angefangen hat alles 1850 in Form einer Bahnwerkstätte für die Strecke zwischen Augsburg und Kaufbeuren. 1906 waren dann die größten Teile des damaligen Augsburger Bahnbetriebswerks der Deutschen Bahn AG fertiggstellt. Vier Jahre später waren auch die Werkstätten, die Ringlokschuppen, die Drehscheibe und einige Nebenbauten bereit um Züge zu empfangen. Den 2. Weltkrieg überstand der Bahnpark vergleichsweise gut. Im Gegensatz zum strategischen Hauptziel, dem Augsburger Hauptbahnhof, blieb der Bahnpark relativ unbeschadet und so konnten Bahnen und Loks bis 1990 auch weiterhin in der Firnhaberstraße aufgearbeitet und repariert werden.

Die Häuser entlang der Firnhaberstraße sind übrigens für Arbeiter im damaligen Bahnpark entstanden und waren somit der Grundstein für unser jetziges Hochfeld. Viele Gebäude innerhalb des Bahnparks sind stark baufähig, machen aber den Charme dies Orts aus und erzeugen fast ein „Lost Places“ Feeling.

1996 wurde ein Großteil des historischen Bahnparks dann unter Denkmalschutz gestellt. Vor allem die Oberleitungsspinne, die Drehscheibe und die Lokschuppen erzählen von längst vergangenen Zeiten und sind auf jeden Fall einen Nachmittag im Bahnpark wert.

Geschraubt und repariert wird heute immer noch manchmal in der Werkstatthalle. Hier tüfteln Interessierte mit dem Geld von Stiftern an der Instandsetzung der alten Züge und Loks.

Bahnfahrten

Für alle, die schon immer mal in einer nostalgischen Bahn mitfahren wollten, gibt es auch tolle Ausfahrten der Fuchstalbahn. Zwischen Landsberg und Schongau könnt ihr an Sonntagen im Oktober eine Zeitreise in die 1960er Jahre erleben. Infos dazu gibt`s auf der Webseite oder auf Facebook.

Wir wünschen euch viel Spaß beim Zugfahren, anschauen oder einfach mit dem neugewonnenen Wissen über diesen tollen historischen Fleck in Augsburg!

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