Wird die Bäckergasse zur Einkaufsmeile?

Die Bäckergasse scheint in den letzten Zügen der Entfaltung zu stecken. Wird die sonst so ruhige Gasse zum neuen Einkaufshotspot?

Wird die Bäckergasse zur Einkaufsmeile?

Schon eine ganze Weile können wir beobachten, wie sich die Bäckergasse aus ihrem Kokon befreit und zu neuem Leben erwacht. Wo vorher eine Straße war, die Radfahrer mit prähistorischem Kopfsteinpflaster wahnsinnig machte, ist jetzt die Bäckergasse „2.0” entstanden. Doch wie wirkt sich die Modernisierung auf die ansässigen Geschäfte aus? Wir haben nachgefragt.

„Allgemein finde ich, dass wir einen großen Unterschied von Vorher zu Nachher sehen können. Die Bäckergasse hat jetzt einfach einen viel angenehmeren Flair”, sagt Christa Wolf, eine Ladeninhaberin. Es seien mehr Spaziergänger und auch touristische Gruppen unterwegs, die sich am gepflegten Äußeren der Gasse erfreuen. Bäume, Sitzbänke und ein grenzenloser Übergang von Gehweg zur Straße verströmen Sicherheit und Ruhe. Äußerlich eine Aufwertung, doch bei den Auswirkungen auf den Einzelhandel scheiden sich die Geister.

Die neue Verkehrssituation

Die Bäckergasse ist nun ein verkehrsberuhigter Bereich. Durch neu angeordnete Parkplätze werden Autofahrer gebremst und von der zu schnellen Durchfahrt abgehalten. Das kommt nicht bei allen gut an. Die Eigentümerinnen der „Zirbel Reinigung” und die Nageldesignerin des „Nagel Neu” Studios kritisieren, dass ihre Kunden nun mehr gehemmt sind, den Weg in die Bäckergasse auf sich zu nehmen. So parke auch niemand mehr kurz vor der Tür, um etwas schnell zur Reinigung abzugeben, weil die Parkausweiskontrollen zugenommen haben.

Iris Wolf, die den Teeladen Wolf betreibt, kommt selbst mit öffentlichen Verkehrsmitteln zur Arbeit, um die Parkplatzknappheit zu entlasten. Die Keramik- und Schmuckkünstlerin Katja Löffler schlägt das Parkhaus der nahegelegenen City Galerie als Kompensationsmöglichkeit für die Parkplatzknappheit vor. Sie begrüßt das Abnehmen des Verkehrsaufkommens in der Innenstadt und fügt hinzu, dass es an der Zeit sei, umzudenken. „Der Verkehr muss raus aus der Innenstadt, deshalb ist es gut, dass wir durch die Verringerung des Parkplatzangebotes dazu angehalten sind, mehr mit den Öffentlichen oder mit dem Rad zu fahren.”

Umbau und Neueröffnung zur richtigen Zeit

Der Umbau der Bäckerei Knoll und der Metzgerei Ottillinger hängt eng mit der Erneuerung der Bäckergasse zusammen. Hier geht es um ein Modernisierungskonzept, das das Image der beiden kulinarischen Händler aufwerten soll. Im Gegenzug wirkt sich das modernisierte Ladenlokal positiv auf die Atmosphäre der Bäckergasse aus.

Matthias Sworowski, ein Reiseberater des Reisebüros „Oscar Reisen“, hofft darauf, dass sich die positive Ausstrahlung des Bäckerei-Metzgerei-Komplexes auf die allgemeine Passantenfrequenz in der Gasse auswirken wird. Die Bäckergasse soll eine entschleunigte Lösung für das Einkaufen von Lebensmitteln und alltäglichen Gebrauchsgegenständen sein. Dabei sollen besonders Menschen mit hohen qualitativen Ansprüchen angesprochen werden.

Ein geplantes Fest in der Bäckergasse im September soll den Start in eine neue Ära symbolisieren. Was wünschst Du Dir für die Zukunft der Bäckergasse?

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