Erneute Tarifanpassungen des AVV: Was kommt auf uns zu?

Ab 01.01.2019 werden die neuen Tarifanpassungen des AVV eingeführt. Diese bedeuten eine Preissteigerung von ganzen 3,9%. Wie kann man trotzdem weiterhin günstig die Öffis benutzen?

Erneute Tarifanpassungen des AVV: Was kommt auf uns zu?

Das neue Jahr rückt immer näher und mit ihm unzählige Veränderungen und Neuigkeiten. Eine der meist diskutiertesten Veränderungen, die auf uns Augsburger bereits am 01.01.2019 zukommt, ist die erneute Tarifanpassung des AVV. Dabei werden die Tarife um ganze 3,9% erhöht, was sie zu der höchsten Preissteigerung im Augsburger Nahverkehr seit 7 Jahren macht. Daher ist es nicht verwunderlich, dass viele Augsburger Unverständnis zeigen und ernsthaft überlegen, künftig wieder auf das Auto umzusteigen. Doch was ist der Grund für diese deutliche Preissteigerung? Und was bedeutet das im Klartext für uns? Wir waren mit dem AVV im Gespräch und haben einmal nachgefragt.

Was ist der Grund für diese deutliche Preiserhöhung um 3,9%?

„Im AVV arbeiten wir kontinuierlich daran, den Nahverkehr unserer Region attraktiver zu machen: Moderne niederflurige Fahrzeuge mit kostenfreiem WLAN, moderne Fahrgastinformationssysteme, verbesserte Taktung. Hierfür stellen unsere Aufgabenträger jährlich hohe Summen zur Verfügung. Doch die allgemeinen Kostensteigerungen z.B. für Energie machen auch vor dem Öffentlichen Nahverkehr nicht Halt und müssen leider auch in gewissem Maße auf die Nutzer umgelegt werden. Der Grund für die zum 01.01.2019 bekannt gegebene Preiserhöhung sind im Wesentlichen die stark gestiegenen Kosten für Sprit/Strom aber auch die gestiegenen Personalkosten. Gerade die Tarifpartner im Bus- und Bahnverkehr konnten ja erfreulicherweise sehr erfolgreiche Tarifabschlüsse erzielen. Dies führt aber auch zu steigenden Kosten bei den Verkehrsunternehmen, die diese dann wiederum vom AVV einfordern. Die Kostensteigerungen und damit nötige Preiserhöhung im AVV wird in einem standardisierten, indexbasierten Verfahren ermittelt.“

Von vielen Seiten wurde bereits deutliche Kritik geäußert: Gibt es Pläne, wie der AVV es schaffen will, dass die Augsburger trotz der höheren Preise noch zahlreich mit Bus und Bahn fahren und nicht auf das Auto umsteigen?

„Sie haben recht – natürlich stößt eine Tariferhöhung selten auf Lob sondern eben auf Kritik. Die Kritik wird jedoch fast immer an dem Preis für einen Einzelfahrschein/Zone festgemacht, dass es aber im AVV weitaus günstigere Alternativen gibt, wird kaum erwähnt. Denn mit der zum 01.01.2018 umgesetzten Tarifreform haben wir den ÖPNV für viele Nutzer deutlich günstiger gemacht. Ziel der Tarifreform war es, die Abonnements zu stärken, daher haben wir die Abo-Preise auch größtenteils deutlich gesenkt! Und gerade Selten-Nutzer profitieren von der - auf Abonnenten ausgerichteten - hohen Taktfrequenz. Bürger, die den ÖPNV unserer Region nur so selten nutzen, dass sich eine Streifenkarte in einem Jahr nicht rechnet (entspricht 2 Hin- und Rückfahrten/Jahr), leisten diese mit einem etwas höheren Preis für einen Einzelfahrschein einen kleinen Beitrag, den ÖPNV in der gerade im Stadtgebiet angebotenen hohen Qualität aufrecht zu erhalten.

Doch auch für Gelegenheitsfahrer bietet der AVV durchaus attraktive und kostengünstige Tickets:

  • Mit der mit der Tarifreform eingeführten E-Streifenkarte kostet eine Preisstufe – ab 01.01.2019 - nicht die immer zitierten 1,50 Euro sondern nur 1,20 Euro/Zone – und auch die vielkritisierte Fahrt im Innenraum kostet dann nicht 3,00 Euro sondern eben 2,40 Euro/Fahrt.

  • Das Tagesticket kann gegen einen Aufpreis von 2,20 Euro an Werktagen ab 9.00 Uhr und an Wochenenden ganztags zum Gruppenticket für bis zu 5 Personen gemacht werden und für beliebig viele Fahrten im Geltungsbereich genutzt werden. 4 Kinder fahren zu den genannten Zeiten immer noch zusätzlich kostenlos mit! Auch hier kommt man schnell auf einen deutlich günstigeren Preis – Nützt eine Familie z.B. das Tagesticket Innenraum kostet dies für 2 Erwachsene und bis zu 4 Kinder 9 Euro – den ganzen Tag für beliebig viele Fahrten.

  • Auch wurde mit den Mobil-Abos gerade im Umland eine oft deutliche Preissenkung durchgesetzt – Ab dem 01.01.2019 können die Bürger für 95 Euro im Monat das gesamte AVV-Gebiet rund um die Uhr befahren – das bedeutet: für 3,17 Euro pro Tag im gesamten AVV-Tarifgebiet (Zonen 10 – 70) mobil sein! Noch günstiger wird es, wenn die Fahrgäste an Werktagen vor 9 Uhr auf die Nutzung des ÖPNV verzichten: 50 Euro/Monat für den AVV-Gesamtraum.“

Gibt es auch positive Veränderungen, die im Zuge der Tarifanpassungen eingeführt werden?

„Positiv ist sicher, dass wir die Preise für das Mobil Abo 9 Uhr stabil halten konnten und auch der Einzelfahrschein Kind nicht angehoben wird. Auch der Preisaufschlag auf das Mobil-Abo Premium (und den damit verbundenen großzügigen Mitnahmemöglichkeiten) konnte beibehalten werden. Der Abstimmungsprozess für die vom Augsburger Stadtrat eingebrachten Änderungswünsche in den Gremien dauert jedoch noch an.“

Auch wenn die kommende Preiserhöhung für viele Nutzer des öffentlichen Nahverkehrs wie ein Schlag ins Gesicht scheint, gibt es also durchaus weiterhin einige Möglichkeiten, Geld zu sparen. Sicher ist jedoch, dass sich viele Augsburger künftig umstellen und eventuell auf alternative Angebote ausweichen müssen, damit sich der ÖPNV auch weiterhin preislich lohnt. Ob die Tarifreform jedoch auch bedeuten wird, dass der AVV Kunden verliert, wird sich bald zeigen.

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