Aus dem Augsburger Wertach-Kiesbett: Silberschatz geborgen

Augsburg steckt voller Schätze, wortwörtlich. Seit Monaten graben ArchäologInnen in der Wertach bei Oberhausen nach einem echten Silberschatz. Nun haben sie rund 5.600 Münzen aus der Römerzeit geborgen.

Aus dem Augsburger Wertach-Kiesbett: Silberschatz geborgen

Die Augsburger Stadtarchäologie hat den größten römischen Silberschatz entdeckt, der jemals in Bayern gefunden wurde. Das steht nun fest, nachdem vor knapp einem Jahr die erste Silbermünze aus der Wertach bei Augsburg-Oberhausen geborgen wurde. Heute, am Mittwoch, den 20. Oktober, wurde der antike Schatz erstmals vor Publikum präsentiert.

Münzen aus dem ersten und zweiten Jahrhundert

„Der Schatz wurde außerhalb der Stadt Augusta Vindelicum vergraben.“ – Gairhos

Den Schatz zu bergen, war ein langwieriger Prozess: Die Silbermünzen, die ungefähr im frühen dritten Jahrhundert vergraben wurden, haben sich durch ein Hochwasser im Kiesbett des Flusses verteilt. Mittels eines Metalldetektors wurden nach und nach alle herausgefischt. Die erste Münze fanden die ArchäologInnen tatsächlich schon vor einem Jahr. Niemand wusste zu diesem Zeitpunkt, dass es sich dabei um einen solch großen Schatz handeln würde. Insgesamt sind es rund 5.600 Silbermünzen, die zusammen knapp 15 Kilogramm wiegen. „Normalerweise werden um die 100 Silbermünzen gefunden, aber keine 1.000“, sagt Sebastian Gairhos, Leiter der Stadtarchäologie Augsburg.

Zum Vergleich: Ein einfacher Soldat hat in der Römerzeit zwischen 375 und 500 Silbermünzen pro Jahr verdient. „Der Schatz hat demnach den Wert von etwa elf bis 15 Jahresgehältern“, erzählt Gairhos. Leider sei er heute aber kein Geld wert. Er erklärt: „Der Wert richtet sich nach dem Erhaltungszustand und der Prägung der damaligen Zeit.“ Da der Silberschatz aus der Zeit zwischen dem ersten und zweiten Jahrhundert stammt, habe er in jedem Fall einen historischen Wert. Der Erhaltungszustand sei zwar überraschend gut, aber nicht gut genug, um damit zu handeln. „Die Silbermünzen sind theoretisch nur so viel wert wie Metall“, meint Gairhos.

Größe Pläne für Augsburg

Bisher wurden die Münzen noch nicht gesäubert. „Sie befinden sich im Moment noch im Fundzustand“, sagt der Leiter der Stadtarchäologie. Nach der heutigen Präsentation gehen sie an die Universität Tübingen, die den Ursprung und historische Hintergründe genau untersucht. Eventuell kann danach auch Auskunft über die Besitzenden und deren Motiv geklärt werden, warum sie die Münzen einst vergruben. Die Auswertung erfolgt im Rahmen einer Dissertation bei Professor Stefan Krmnicek. „Danach wird der Schatz vollständig gereinigt“, erzählt Gairhos.

Bei der Präsentation waren auch die Oberbürgermeisterin, Eva Weber, und Kulturreferent Jürgen K. Enninger anwesend. Beide zeigten sich sichtlich begeistert. „Augsburgs reiche Geschichte ist jetzt noch reicher geworden“, meint Weber. Enninger erzählt, dass er eine Neuausrichtung des Römerlagers im Zeughaus plant. „Zum Jahreswechsel werden wir Teile des Silberschatzes und andere Funde im Römerlager des Zeughauses präsentieren“, sagt er. Dazu werde es eine virtuelle Erlebnistour geben, bei der die Augsburger Römerzeit interaktiv erlebt werden könne.

Römer hatten Stützpunkt in Oberhausen

Nach bisherigen Erkenntnissen ließen die Römer in den Jahren zwischen acht und fünf vor Christus ein Militärlager im heutigen Stadtteil Oberhausen errichten. Die vergangenen Funde bestätigten, dass Augsburg der älteste römische Stützpunkt in Bayern ist. Darunter waren Waffen, Werkzeuge, Geräte, Schmuck, Geschirr, Transportgefäße, Münzen und vieles mehr. Die Schätze wurden allesamt in Augsburg-Oberhausen entdeckt und geborgen. Sie lagen im Flussbett der Wertach, weswegen tausende Kubikmeter Kies durchsucht wurden.

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