Stay at home oder hast Du den Schuss nicht gehört?

Die Zahl der Corona-Infizierten steigt stetig an. Offenbar gibt es immernoch genug Menschen, die den Ernst der Lage nicht begriffen haben.

Stay at home oder hast Du den Schuss nicht gehört?

Die Ausgangssperre naht und die Angst vor der sozialen Isolation wächst. Trotz der weitreichenden Maßnahmen, die das öffentliche Leben bereits massiv einschränken, wächst die Zahl der infizierten Corona-Patienten jeden Tag. Die Dringlichkeit jetzt zusammenzuhalten und gemeinsam an einem Strang zu ziehen, haben Einige offenbar trotzdem noch immer nicht erkannt.

Ich gebe zu, dass ich die Entwicklungen des Corona-Virus anfangs nicht wirklich einordnen konnte. Emotional ging es bei mir immer hin und her zwischen: "Die Medien wollen nur Klicks generieren" und "Der Staat verheimlicht uns etwas". Inzwischen wissen wir was Sache ist: die Pandemie ist Realität und für einige Menschen lebensbedrohlich. Es macht mich ehrlich gesagt wütend, dass einige das Thema nach wie vor künstlich herunterspielen. Natürlich werden die Meisten von uns heil aus der Geschichte herausgehen und das steht auch gar nicht zur Debatte. Letztlich geht es um die Menschen, die im schlimmsten Fall bald an Maschinen hängen oder mit ihrem Leben bezahlen müssen. Es geht in der Regel nicht um Selbstschutz, sondern um Mitgefühl und Solidarität denen gegenüber, die in die Risikogruppe fallen. Denn Eines wissen wir inzwischen: wenn es uns nicht gelingt, die Ausbreitung des Corona-Virus einzudämmen, werden die Kapazitäten unserer Krankenhäuser nicht ausreichen, um allen Menschen die nötige Versorgung zu bieten.

Bitte seid solidarisch und seht geschlossene Schulen oder das Homeoffice nicht als Urlaubszeit. Ich bin erstaunt wie viele Menschen in der Stadt unterwegs sind und offenbar gerade die vorgezogenen Sommerferien feiern. Das einzige, wozu aufgerufen wird, ist dass jeder zuhause bleiben soll. Ist es so schwer einfach mal zu entspannen, Netflix zu gucken oder ein gutes Buch zu lesen? Seit Jahren sehnen wir uns nach Entschleunigung und sobald wir aktiv dazu aufgerufen werden, scheint diese zu einer unlösbaren Aufgabe zu mutieren. Das ist nicht solidarisch. Das ist egoistisch. Es macht mich wütend zu sehen, wie Menschen ganze Supermärkte leeren und andere ohne Einkauf nach Hause gehen. Es besteht faktisch kein Bedarf für Hamsterkäufe. Die Lebensmittelversorgung ist sichergestellt. Wenn aber einige Wenige alles horden, dann können selbst die Lieferanten nicht dafür sorgen, dass jeder Magen gefüllt wird. Das ist nicht solidarisch. Das ist egoistisch.

Der Appell an den gesunden Menschenverstand scheint nicht zu genügen. Ohne Ausgangssperre scheint es nicht zu funktionieren. Damit es auch die letzten Sonnenanbeter auf dem Rathausplatz verstehen. Wenn wir uns jetzt nicht zusammenreißen und solidarisch zuhause bleiben, dann wird die Luft wirklich knapp. In diesem Fall meine ich das nicht mal metaphorisch.

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