Party mit den „Totengräbern“

Gerhard „General“ Seckler verbindet mit seinem Fan-Kultur-Projekt „Augsburg Calling“ Fußballfans über Mannschaften und Grenzen hinweg.

Party mit den „Totengräbern“

Wir treffen Gerhard „General“ Seckler in seiner „Zentrale“ mitten in Augsburg: 3. Stock in der Maximilianstraße.

„Das ist ideal: Wenn ich eine FCA-Fahne zum Fenster raushänge, ist sie unübersehbar!“

„Das ist ideal: Wenn ich eine FCA-Fahne zum Fenster raushänge, ist sie unübersehbar“, sagt er. Sein Fan-Kultur-Projekt „Augsburg Calling“ habe zwei Wurzeln und einen Auslöser, erzählt er: Für seine fußballbegeisterte Familie, die den FSV Inningen mit begründet hat, war es schon in den 60er und 70er Jahren selbstverständlich, die Fans gegnerischer Mannschaften freundlich zu empfangen, zusammen zu essen und Musik zu machen. Die zweite Wurzel ist die Liebe des Gitarristen verschiedener Punkrockbands zur Musik: „Musik war für mich schon immer ein verbindendes Element, das über Grenzen hinweg Frieden stiftet.“

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Den Anstoß gab dann eine konkrete Begebenheit vor 10 Jahren, nach einem Auswärtsspiel von Augsburg in Unterhaching, das die Augsburger 1:0 gewonnen hatten:

„Sie waren am Boden zerstört. Plötzlich begann ein Augsburger Fan, sie zu verhöhnen, und alle fielen ein. Da dachte ich: Dagegen muss ich was tun.“

„Wir standen am S-Bahnhof, 150 Augsburger auf der einen, drei Unterhaching-Fans auf der anderen Seite, zwei kleine Mädchen, vielleicht 14, 15, mit ihrem Vater. Sie waren am Boden zerstört. Plötzlich begann ein Augsburger Fan, sie zu verhöhnen, und alle fielen ein. Da dachte ich: Dagegen muss ich was tun.“ Die Idee für Augsburg Calling war geboren: „Wir bringen Augsburg-Fans und die Anhänger der gegnerischer Mannschaften mit Musikkonzerten, Parties, Stadtführungen usw. zusammen.“

Für ihn das Selbstverständlichste der Welt: „Es gehört sich einfach, dass man seine Gäste freundlich empfängt.“

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Viele Geschichten kann der General von seinem Vorzeigeprojekt, das unter anderem vom Projekt PFIFF des DFB gefördert wurde und der Regio Augsburg Tourismus GmbH getragen wird, erzählen. Eine ist besonders berührend: Die von der Freundschaft zu einem Fanclub von Partisan Belgrad, die sich die „Totengräber“ nennen. „So einen Namen hat man nicht von ungefähr“, sagt Gerhard schmunzelnd. Doch er und seine Kumpels sind heute mit den Serben richtig gut befreundet, waren schon in Belgrad und gingen mit den „Totengräbern“ feiern. Wenn so aus Gegnern Freunde werden, hat Augsburg Calling sein Ziel erreicht.

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