Startup-Szene und coole Subkultur – Augsburg wird jünger

Schon vor Jahren wurde Augsburg als Boom- oder Schwarmstadt bezeichnet, die junge Menschen anlockt. Ein Blick in die Statistiken zeigt: Seit 2013 ist das Durchschnittsalter gesunken. Was sind die Ursachen?

Startup-Szene und coole Subkultur – Augsburg wird jünger

„In Europa kennt uns keine Sau“ – so hieß es damals noch, als der FCA 2015 den Sprung in die Europa League geschafft hatte. Im Ausland mag unser Fuggerstädtchen zwar noch keinen Bekanntheitsgrad wie andere deutsche Großstädte inne haben, innerhalb der deutschen Grenzen jedoch hat sich Augsburg durchaus einen Namen gemacht und entfaltet in den letzten Jahren geradezu eine Sogwirkung. Viele Menschen wollen in unsere Lieblingsstadt am Lech ziehen und wer schon länger hier gelebt hat, will auch gar nicht mehr weg. Das hält unsere Stadt jung – im wahrsten Sinne des Wortes.

Zukunftsstandort Augsburg?

Aber was macht Augsburg eigentlich für junge Menschen so attraktiv? Immerhin wohnen knapp 300.000 Menschen hier. Da wäre beispielsweise die hochgelobte und stetig expandierende Startup Szene. Früher verließen viele Hochschulabsolventen nach dem Studium die Stadt auf der Suche nach spannenden und herausfordernden Jobs. Doch heute entstehen immer mehr innovative Firmen mit wegweisenden Projekten, die den ehrgeizigen und kreativen Köpfen nun auch in Augsburg lukrative Arbeitsplätze bieten.

Benedikt Sauter, Geschäftsführer und Mitgründer der ERP-Software Firma Xentral sagt: „Wir brauchen viele Leute mit Wirtschaftsbackground und mit der Uni und der FH haben wir zwei sehr gute Quellen für kompetente Bewerber.“ Generell bemüht sich die Stadt, zukunftsfähig zu werden und legt ein erstaunliches Momentum an den Tag. Beste Beispiele sind die kommende Uni-Klinik und das potentielle neue Kulturzentrum beim Gaswerk.

Mittlerweile bietet Augsburg auch den richtigen Lifestyle für die jüngeren Generationen, sodass sie gar nicht mehr so neidvoll nach hippen Städten wie Berlin, Hamburg oder Frankfurt blicken müssen. Überall ploppen kleine, feine Läden aus dem Boden, die oftmals dem vegan-, nachhaltig- und ökologisch-geprägten Zeitgeist der städtischen Bevölkerung entsprechen. Mit Modular, Sommernächten und Kulturorten wie Neruda, Grandhotel Cosmopolis oder City Club dürfte jede Großstadtsehnsucht bedient werden. Für jeden Typ gibt es die passende Nische und es finden sich immer Gleichgesinnte. Sollte der Sinn dann mal nach Abstand stehen, besitzt Augsburg genau die richtige Größe, um sich verlieren zu können, aber auch immer mal wieder über den Weg laufen zu können.

Ältere Bevölkerung wird mehr, aber das Durchschnittsalter sinkt

Und was sagen die Fakten? Während der Rest von Deutschland im Durchschnitt immer älter wird, sinkt der Altersdurchschnitt in Augsburg in den letzten Jahren; um ein halbes Jahr seit 2013, um genau zu sein. Das klingt wenig, macht aber viel aus. Schließlich steigt parallel in Augsburg die Zahl der Menschen über 65 Jahren kontinuierlich an. Bis 2030 sollen die Hochbetagten über 85 Jahren noch einmal um fast die Hälfte zunehmen – auf rund 11.500. Woher kommt dieser ausgleichende Verjüngungstrend?

Experten machen vorrangig zwei Ursachen verantwortlich. Zum Einen ist wieder eine steigende Geburtenrate zu erkennen, 3.000 Babys sollen pro Jahr das Licht der Welt in Augsburg erblicken. Zum Anderen sind in den letzten Jahren verstärkt viele Menschen nach Augsburg gezogen, die statistisch gesehen typischerweise unter 40 Jahre alt sind, in einem Haushalt ohne Kinder leben und Single sind. Das liegt wiederum hauptsächlich an der Universität und der Fachhochschule, die mittlerweile rund 26.000 Studenten aufweisen. Hinzu kommen die München-Pendler, die sich in Augsburg niederlassen und täglich in die Landeshauptstadt fahren, um ihren Beruf auszuüben.

Auch wenn Probleme wie der Wohnungsmangel in Zukunft den Wachstumsfaktoren wohl einen Dämpfer verpassen werden, ist der aktuelle Trend trotzdem ein gutes Zeichen, dass Augsburg auch für die jüngeren Generationen ein rundum zufriedenstellendes Zuhause bieten kann.

Logo