Augsburger Zoo: Elefantendame Targa verstorben

Ein großer Verlust für den Augsburger Zoo: Im Alter von 67 Jahren verstarb die Elefantenoma Targa in der Nacht auf Montag.

Augsburger Zoo: Elefantendame Targa verstorben

Die Trauer ist groß. Trotz Elefantin Targas ungewöhnlich hohen Alters kam ihr Tod für die Pfleger:innen überraschend. Nach 35 Jahren im Augsburger Zoo heißt es nun Abschied nehmen von der außergewöhnlichen und liebenswerten Elefantendame.

Eine Ikone des Augsburger Zoos

Mit ihren großen Ohren fächert sie sich selbst Wind zu, der Rüssel spielt mit einem langen Stecken auf der Wiese und der Schwanz vertreibt wedelnd die Fliegen von ihrem Rücken. Die Besucher:innen blicken bewundernd zu dem großen Tier auf. Targa war mit ihren 67 Jahren eine der ältesten Elefanten weltweit, doch nun ist sie überraschend in der Nacht auf Montag gestorben. „Targa war eine Ikone des Augsburger Zoos und wird uns allen fehlen“, sagt Kurator Thomas Lipp zu dem plötzlichen Tod. Die hochbegabte Elefantin wurde am Morgen des 10. Oktobers von Tierpfleger:innen leblos in ihrem Freigehege aufgefunden. Den Spuren nach ist sie wohl über Nacht friedlich und allein, aber für immer, eingeschlafen. Um die tonnenschwere Elefantendame schließlich abtransportieren zu können, wurde erst die Berufsfeuerwehr kontaktiert und der Tierkörper schließlich mit Hilfe eines Krans aus dem Gehege geborgen. Die Pathologie der Veterinärmedizinischen Universität München soll nun ihre tatsächliche Todesursache prüfen.

Targas Leben

Targa wurde 1955 in Indien geboren. Damals war es noch üblich, Elefantenkinder in freier Wildbahn von ihrer Familie zu trennen und anschließend auf brutale Weise zu dressieren, um sie dann oftmals an zoologische Gärten weiterzuverkaufen. Bereits mit sechs Jahren kam Targa so nach Deutschland. Erst lebte sie in Hamburg, dann in Osnabrück, bis sie schließlich im Jahr 1987 nach Augsburg kam. Im Gegensatz zu den anderen beiden Elefanten, die zurzeit im Augsburger Zoo leben, wurde Targa vor ihrer Ankunft noch nach der „alten Schule“ gezähmt. Dadurch war ihr Verhältnis zu den Menschen ein anderes als das ihrer Artgenossen. Während diese mit „geschütztem Kontakt“ gehalten werden, was bedeutet, dass Pfleger nicht zeitgleich mit den Elefanten das Gehege betreten, ließ Targa den Kontakt mit Menschen zu, sodass man sie sogar streicheln konnte. Dass das möglich war, hat allerdings einen brutalen Hintergrund. Es ist unklar, was Targa in ihrem Leben alles durchmachen musste, doch durch Dressuren, wie sie damals gängig waren, sollte der Mensch den Platz der Leitkuh übernehmen. Vor Gewalt kannten die Trainer:innen dabei keinen Halt. Um ihre Interessen durchzusetzen, wurden die Tiere oftmals geschlagen und angekettet. Diese Misshandlungen waren für Targa im Augsburger Zoo nur noch eine schreckliche Vergangenheit. Dort wurde sie von den Pfleger:innen umsorgt und fand ihre Elefantenfreundin Burma, mit der sie gemeinsam 34 Jahre ihres Lebens verbrachte, bevor diese jedoch im Juni 2021 aufgrund gesundheitlicher Probleme eingeschläfert werden musste. Der Verlust traf Targa hart und noch Wochen später suchte sie nach ihrer langjährigen Lebensgefährtin. Das letzte Jahr musste sie allein verbringen. Zwar kamen mit der Eröffnung der neuen Elefantenanlage zwei neue Rüsselträger aus Berlin in den Zoo, doch Zeit ihres Lebens klappte eine Zusammenführung der drei nicht mehr. Grund dafür war die Sorge der Pfleger:innen vor heftigen Auseinandersetzungen aufgrund eines möglichen Hierarchiestreits. Targa blieb deshalb im Gehege neben ihren Artgenossinnen.

Der gesundheitliche Zustand der Elefantin

Trotz ihres nahezu legendären Alters kam der Tod der Elefantendame Targa für den Augsburger Zoo unvorhergesehen. Zwar hatte sie, wie das im voranschreitenden Alter nun mal so ist, einige Wehwehchen und auch keine Zähne mehr, doch aß die rüstige Oma ihre Schonkost dennoch mit gutem Appetit. Zuletzt musste sie sich aufgrund wunder Stellen an den Zehennägeln einigen medizinischen Behandlungen unterziehen. Doch trotz der schlechter werdenden Wundheilung im Alter, hatte die Behandlung durch Fußbäder und Salben gut angeschlagen. Nun trauert der Zoo um seine geliebte Elefantendame. „Dabei hat es auch unter den Pflegern Tränen gegeben“, erzählt Kurator Lipp bedauernd.

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