Single Shaming: Keine Beziehung und Kritik vom Umfeld

In keiner Beziehung zu sein, wird in unserer Gesellschaft oft kritisiert. Genau das ist Single Shaming. Was genau hinter dem Begriff steckt, lest ihr hier.

Single Shaming: Keine Beziehung und Kritik vom Umfeld

Als Single hat man es gar nicht so einfach. Immer wieder hört man dieselben Ratschläge und Vorwürfe. Damit seid ihr nicht allein. Die nachfolgenden Sätze haben doch bestimmt alle schon einmal gehört, oder?

  • „Der Richtige wird schon noch kommen.“

  • „Streng dich doch mal besser an, damit du auch einen Typen abkriegst.“

  • „Der Nachbarssohn ist doch ein Netter, der ist doch bestimmt was für dich.“

  • „Du bist einfach zu wählerisch.“

  • „Du bist immer noch Single? Das kann doch gar nicht sein, du bist doch so eine Hübsche.“

  • „Wie schaffst du es überhaupt, allein zu leben?“

Single Shaming: Das steckt dahinter

Diese oder ähnliche Kommentare kennen Singles nur zu gut. Und es gibt einen Begriff dafür: „Single Shaming“. Das heißt aber nicht, dass sich jemand dafür schämt, single zu sein – dafür gibt es keinen Grund – vielmehr bedeutet das, dass andere einen dafür einfach kritisieren. Das kann natürlich vom Gegenüber nett gemeint sein, aber trotzdem bleibt der Kritikpunkt: Ihr seid alleine, ohne PartnerIn. Man sollte meinen, dass in der heutigen Gesellschaft, gerade in der eigenen Lebensgestaltung, alles möglich ist. Doch das Single-Dasein scheint vielen noch suspekt zu sein. Viele sind immer noch der Überzeugung, dass man als Single unvollständig, vielleicht sogar komisch ist.

Für jedes Geschlecht gleich?

Das ist zumindest bei Frauen so. Wollen sie sich auf ihre berufliche Karriere konzentrieren, setzen sie einfach falsche Prioritäten. Ein Mann, der karriereorientiert denkt, gilt als erfolgreich und konsequent. Wie kann das sein? Jede Person, unabhängig vom Geschlecht, kann doch schließlich selbst entscheiden, wo sie den Fokus hinlegt: Auf Karriere oder auf eine Partnerschaft. Laut einer Studie der Online-Partnervermittlung „ElitePartner“ sind Frauen in einer Liebesbeziehung unabhängiger als Männer. Denn ihre emotionalen Bindungen zu FreundInnen und zur Familie sind viel stärker. Dadurch sind sie in der Lage, sich auch ohne PartnerInnen sozial zu integrieren und sich emotional versorgt zu fühlen.

Daher kommt es

Warum ist das dann (noch) nicht in unserer Gesellschaft angekommen? Zum einen ist das historisch immer noch so in uns verankert. Zum anderen transportieren Filme und Serien diese Vorstellung. Alleinstehende Frauen sind verzweifelt und überfordert. Die Singlefrau wird als Problemfall dargestellt. Erst wenn der „Retter“ erscheint, wird alles gut und es folgt ein Happy End. Doch eins steht fest: Wir Singles brauchen für ein glückliches Leben keinen Märchenprinzen.

Logo