2 mal 5 Fragen an: Birgit Kristen

Die Augschbürger sind die Bürger unserer Stadt, die sie noch ein wenig mehr zum Glänzen und Funkeln bringen. Birgit Kristen ist eine Augsburger Musiklehrerin, leitet aber auch ihr eigenes Ensemble und hat sogar schon Filmmusik gespielt.

2 mal 5 Fragen an: Birgit Kristen

„Wenn die Musik die Sprache der Liebe ist, so spielt fort“ - sagte einst William Shakespeare ganz treffend. Der Liebe zur Musik hat sich auch Birgit Kristen verschrieben. Wer in Augsburg ein Faible für klassische Gitarrenmusik hat, oder hin und wieder ins Theater geht, kennt ihr Gesicht bestimmt. Unseren 10 Fragen hat sich eine der besten Gitarristinnen der Stadt jetzt gestellt.

1. Wie gut muss man sein, um von der Musik leben zu können?

Es gibt viele sehr gute Musiker, die nicht davon Leben können, insofern ist es schwierig zu sagen, wie gut man sein muss. Nur vom Konzertieren zu leben, ist für Gitarristen fast unmöglich. Die meisten Musiker verdienen sich ihr Geld durch das Unterrichten. Da muss man sich natürlich auch einen Ruf aufbauen - die meisten meiner Schüler sind durch Mundpropaganda zu mir gekommen.

2. Was ist dein aktuelles Projekt?

Ich liebäugle momentan damit, mein Ensemble und mich für den nächsten Bayerischen Orchesterwettbewerb zu bewerben. Beim letzten Mal haben wir ja nur um 0.7 Bewertungspunkte den ersten Platz verpasst. Dieses Mal ist das Thema Beethoven. Das ist nicht optimal für Gitarre, aber wir haben passende Noten.

3. Hängt Dir die Musik nicht irgendwann zum Hals raus?

Musik hängt mir nur dann zum Hals raus, wenn ich sie hören muss, zum Beispiel in den Umkleidekabinen in Kaufhäusern. Aber das Musikmachen oder die Schüler nerven mich nie. Denn wenn ein Schüler beispielsweise etwas nicht richtig macht, ist es schließlich meine Aufgabe als Lehrerin daran zu helfen, dass es besser wird. Ich glaube, wenn einen die Musik - gerade der Schüler - nervt, ist man im falschen Job.

4. Wenn das Hobby zum Beruf wird - ist das Hobby dann nicht „kaputt“?

Natürlich ist das Hobby kein reines Hobby mehr, wenn es zum Beruf wird - aber kaputt ist es deswegen nicht. Ich wünsche mir allerdings schon, dass ich mehr Zeit hätte, für mich selbst meine Musik zu spielen, da das Üben und Vorbereiten schon recht viel Zeit in Anspruch nimmt.

5. Welches Instrument würdest Du noch lernen wollen?

Ich habe nach dem Studium angefangen, Blockflöte zu lernen ,auch Ukulele habe ich neu gelernt. Beides spiele ich gerade hobbymäßig. Neu lernen würde ich Gambe. Das ist eine Art antikes Cello. Ich liebe ja Barock- und Renaissancemusik - und alte Musik auf einem alten Instrument zu spielen ist natürlich etwas ganz besonderes.

6. Wo ist Dein Lieblingsort in Augsburg?

Mein Lieblingsort ist das Lueginsland, beim Hexenbrunnen. Früher floss da ja sogar noch Wasser, das war natürlich für meine Kinder, als sie noch klein waren, spitze. ich mag diesen Ort heute gern, da ich hier sofort von der Stadt ins grüne gehen kann. Auch die Gärten unterhalb der Stadtmauer wurden ja vom Stadtmauerverein wunderschön hergerichtet, sogar auf der Mauer wachsen Trockenpflanzen. Auch das kleine Häuschen dort gefällt mir so gut. Und die Ruhe ohne die Autos!

7. Wofür würdest Du mitten in der Nacht aufstehen?

Für die „Arie der Königin der Nacht“. Kürzlich war ich in der Zauberflöte von Mozart und ich bibberte schon auf ebendiese Arie hin. Zuhause hörte ich sie mir in der Nacht sogar noch zweimal auf einer Aufnahme an. Dieses herrliche Stück würde ich immer hören - auch mitten in der Nacht.

8. Welche berühmte Person - egal ob tot oder lebendig - würdest Du gerne einmal treffen?

Antonio Vivaldi. Den halte ich nämlich für absolut unterschätzt. Ich meine die „Vier Jahreszeiten“ werden dauernd runtergespielt, meist mehr schlecht als recht, aber seine anderen Werke kennt kaum jemand. Er hat ja etwa 50 Opern geschrieben, zu seiner Zeit gab es in Venedig zehn bis zwölf Opernhäuser, die auch alle bespielt wurden, denn damals gab es noch das Publikum dazu. Außerdem gab es in Venedig ein Waisenhaus und Vivaldi unterrichtete die Mädchen die dort abgegeben wurden - das Waisenhaus hatte eine der ersten Babyklappen - in Musik. Das Orchester wurde sogar so gut, dass viele Menschen von außerhalb kamen, um ihrer Musik zu lauschen. Für die Mädchen war das natürlich eine Riesenchance!

9. Welches Buch/Film/Lied/Vorbild hat Dich inspiriert, etwas in Deinem Leben zu verändern?

Eigentlich hat mich nichts Spezielles inspiriert. Außer die Musik natürlich. Ich komme aus keiner Musikerfamilie, hatte aber als Kind den Wunsch Gitarre lernen zu wollen. Das hat dann natürlich meinen Lebensweg bis heute geprägt.

10. Was würdest Du tun, wenn Du Königin von Augsburg wärst?

Ich würde der Stadt auf jeden Fall viel Grün verordnen. Ich würde Geld in Parks und Gärten mit Blumen investieren. Auch die Fußgängerzone ist so leer, da müssten Blumenkübel oder ähnliches hin. Zu Zeiten von Ludwig XIV. in Versailles war es ein Statussymbol, wenn man schöne Gärten hatte. Unter meiner Herrschaft hätte Augsburg das auch.

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